1. As't Sommer würd, un Frühjohr was, Dunn drewen s' ehr Gössel in't gräune Gras, Dunn sprungen de Gören Ut Stuben un Dören Un danzten herümmer in Sünnenschin, Un't Freuen un't Lachen hadd gor kein En'n, Un sprungen vör Lust un klappten de Hän'n: „Kik, Fiken, kik, Pudel! des' säben sünd min. Kik, Fiken, kik, Pudel! dit's uns' oll grag' Gant, Un wohrt man jug' Gäus', hei's betsch, de oll Rekel; Un hollt jug man linksch, un hollt jug tau Hand! - Süh, nu geit't all los. - Entfahmtige Ekel!" - Un sei stahn nu un slahn Mit de barkenen Strük: „Willst, Racker, woll glik! Wat heww'n Di uns' Gäus' un uns' Gösseling dahn?" - So häuden sei runner nah gräune Wisch, Wo de Frühjohrsdag Hell dräwer lag As en reines Laken up Gottes Disch. De Disch steiht äwerst man noch arm; Dor 's nicks von Sommerkost tau sein; De Blaumen wagen knapp dat Bläun, Un lockt de Sünn ok hell un warm, Sei trugen All den Freden nich, Versteken un verkrupen sich. Dat hartlichst Tüg, dat Winterkurn, Dat spitzt verdeuwelt fin de Uhr'n Un horkt herute in de Welt, Ob Rip ok woll un Snei noch föllt; Dat Blatt, dat kümmt irst ganz bescheiden Un kickt sik nah den Nachtfrost üm: „Büst, Racker, hir noch wo herüm? Irst gah din Weg', nahst will 'k mi breiden." Blag Oeschen dukt unner den Wepeldurn, As wullt irst lur'n, Ob't sik ok schickt, Dat't fröhlich in de Welt rin kickt; De Botterblaum, deip in de Bläder Mit ehren Sünnenangesicht, Kickt nah de Sünn, as wull sei fragen: „Na, Swester, segg, kann ik't woll wagen? Un krieg' w' nahgradens beter Weder?" Un rechtsch un linksch un hin'n un vören, Dor spaddelt dat Allens von Gören und Gören. De springen un wöltern in't gräune Gras; Dat ein, dat liggt langs, un dat anner verdwas; Kein Mütz un kein Büx, Kein Strümp un kein Stäwel, Kein Rock un kein Nix, Blot Beinen un Knäwel; So spaddelt dat rümmer in'n Sünnenschin. - Kann't jichtens up Irden woll beter sin? - Un in dit lust'ge Kinnerspill Sitt affid Ein', woll just so froh, Ehr junges Hart lacht ebenso; De Annern springen, doch sei sitt still, Ehr Mutting hett seggt, dat sei knütten süll. Da is de lütt Pudel, lütt Fiken is't. En smuckeres Dirning von drütten Johr Hett Gottes Sünn meindag nich küßt; De Strahl, de spelt in't kruse Hor Un küßt de weike Back gesund, Un küßt den roden frischen Mund Un slickt sik dürch dat brune Og' In dat unschüllig Hart herin; Un as hei dor herümmer frog, Wo't mit dat lütte Hart woll stünn, Dunn was't so trulich, rein un still, Un All'ns so woll, un All'ns so will, Dunn seggt de Strahl: „Dit heww ik söcht!" Un hett sik för ümmer in't Hart rin leggt. - Un üm ehr rümmer, dor danzt't un springt't - Dat Knütten, dat Knütten will gor nich recht - Denn kümmt lütt Dürten an un bringt De schönsten Botterblaumenstengel: „Mak mi 'ne Käd;" denn kümmt lütt Hanne, De oll, lütt, dämlich Peiters Bengel, Mit eine Hand vull Widen nah ehr 'ranne, De sünd all von verleden Johr, Un seggt: „Lütt Pudel, mak mi ok en por So'n Fläuten, as Korl Westenfurten; Un gahn kein Fläuten ut, denn mak mu Purten." - „„Du lütte Klas, de sünd jo drög!"" Un leggt de Knüttelsticken weg: „„Möst ok so lang' min Gössel häuden."" Un löppt fix nah de Bäk hentau Und snitt dor Widen af tau Fläuten: „„Nu kumm, lütt Jung', nu kik ok tau! Süh, so ward't makt, so warden s' sneden. Nahst möst du kloppen un möst beden: Pipen, Papen, Pasterjahn, Lat de widen Fläut afgahn, Lat s' ok nich verdarben, Lat s' recht lustig warden. Süh so! Nu gah! Ik möt nu knütten. Korlin, kumm her, un help den Lütten!"" - Un as de Fläuten sünd taurecht, Dunn ward de schöne Lust irst echt: Sei fläuten un tuten, Lütt Krischan un Luten Un Korl un Korlin, As müßt't man so sin; Un Jöching Kurt, de steit dorbi Un kickt tum Heben bumbenfast Un fidelt up en Ellernknast De wunderschönste Melodi. Un dörch dat Fläuten un Gedudel Röppt Fiken em, de lütte Pudel: „Kumm, Jöching, kumm! Wo sühst Du ut?" Un wischt em af de lange Snut. Un Fritz kümmt äwr'e Wisch tau lopen Un höllt de beiden Hän'n tauhopen: „Kik, Pudel, kik! Wat heww ik woll?" - „„War hest?"" - „'Ne schöne Sparlings-Sei." „„Dat's woll 'ne jung'?"" - „Ne, dit's 'ne oll." - „„Wis mi mal her, dat deit ehr wei."" - „Ne, ne, ik lat mi nich bedreigen, Gew ik sei Di, denn lettst Du s' fleigen." - „„Un deist Du't Fritz, denn deist Du recht, Uns' Köster hett noch nilich seggt, Dat wir 'ne Sün'n, en Dir tau quälen."" „Dei hett mi hir nicks tau befehlen." - „„Un bringst Du uns tau Hus den Vagel, Denn kriggst von Muttern düchtig Tagel."" „Dei krig ik doch, dat's ganz egal. Uns' Mutter kriggt mi däglich vör, Irst in de Stuw, denn in den Dör Un denn bi'n Fürhird noch einmal." - Mit einem springt de Pudel hell in En'n Un röppt: „„De Wih!"" un klappt de Hän'n, Un all't lütt Volk springt utenanner, Korlin un Korl, Marik un Hanner, Ein Jeder stört't nah sine Haud, Un All'ns röppt mit: „De Wih! de Krei!" Un Fritz, de Klas, grippt nah sin Raud Un - heidi! geit de Sparlings-Sei. Un - „Oh!" - un kickt den Vagel nah, Kickt in de leddig Hand herin: „Entfahmte Pudel, täuw! Ik slah... - Ne, Fiken, ne, ik dau Di nicks, Dat süll man 'n Anner wesen sin!" - Un Jeder hödd nu mit sin Gäus' Un „Wile! wile!" geit dat ümmer, Un möten s' mit de Raud herümmer, Un All'ns is bald in olle Läus'; Un klüten s' runne von den Dümpel Un häuden s' nüdlich up den Hümpel; Un wat de Gausendamen sünd, De sünd ok bald in Rau un Freden, Sei recken äwer jedes Kind Den langen Hals, as wull'n sei jeden Von ehr lütt gel-gräun Volk mal tellen, Dann up den linken Bein sik stellen Un recken ut de rechte Flücht, Un pliren rinne in dat Licht Un ward'n inwendig up de Wihen schellen. Doch de oll Gant, de gris-grag Gant, De kümmt so licht noch nich tau Rau; Den grisen Poll in hoge Kant, De Flüchten lücht't den Hals vörut, So trampst un zischt hei ümmertau, Süht giftig as 'ne Adder ut Un fohrt mit Trampsen un mit Zischen Bi Weg' lang mang de Gören tüschen. „Gör'n, wohrt jug!" röppt lütt Jöching Smidt, „Korl, wohr di, Korl! De Racker bitt." - Un as dat Beist sik so gebird't, Dunn kümmt in vörnehm stolzen Gang Den Fautstieg äw're Wisch entlang En staatschen Mann; de Bäcker wir't, De rike Bäcker an den Mark. „Ja," seggt Fritz Smidt, „dat is hei, Fik, Wenn'n rup kümmt, wahnt hei rechtschen glik, Dat is hei sülwst, de Bäcker an den Mark." Wo schregelt hei so staatschen doch De Wisch entlang in witten Rock! Wo lücht't sin lankingsch Büx von firn! As wenn sin eigen Backeltrog Up Stutenflechten güng spazir'n. Un denn sin weikes, witt Gesicht, Dat liggt so klunzig dräwer hen, So pustig-warm, so breid, as wenn So'n Weitendeig dat Raschen kriggt. Un up den Deig, dor satt 'ne Mütz, So bunting neiht mit Spitz an Spitz, Mit säben Rillen un säben Timpen, „Pottkauken" künn'n den Deckel schimpen. - De Bäcker schregelt langsam wider Un dacht an wat un dacht an nicks, Wupp! fohrt de Gant em in de Büx. Wo schot de Schreck em dörch de Glider! Hei stött mit Bein, hei stött mit Hacken, Dat Beist deit ümmer faster packen, Un all de Gäus', de kamen ran Un snatern un schri'n Üm den bossigen Mann Un warden sik richten Un weih'n mit de Flüchten, Un de Gören, de lachen, Wo de Bäcker an'n Mark sik af möt marachen. Dat Got sik erbarm! Wat is't för'n Heiden-Höllen-Larm! - Tauletzt denn ward hei los nu sin Un fohrt voll Wuth up de Gören in; De - hest Du't nich seih'n! - De preschen vonein, De Tüffeln herunne von ehre Bein, Un flitschen dörch Hassel un Duren-Rämel Un rönnen un stahn un lachen en Strämel Un klappen de Tüffel tausam in de Hand Un raupen denn ümmer: „De Gant! de Gant!" Un ok de lütt Pudel leggt weg de Knütt Un lacht ut vullen Harten mit. De Bäcker von'n Mark, de ward dat gewohr, Un as hei de Annern nich krigen kann, Dunn towt hei ganz wüthig den Pudel an Un ritt em tau Höcht in dat kruse Hor: „Di hew ik nu, entfamte Dirn!" Un all de Gören stahn von firn Un rohren un schri'n: „Dat lett Hei sin!" Weck ward'n sik up dat Bidden leggen, De annern, de willen't „uns' Mutter" seggen, Un Hanne Peiters steckt all teigen Knäwel In sine hübsche breide Kek Un bröllt tau Höcht, woll oder äwel, As wenn hei an dat Spitt all stek. De lütte Pudel rohrt: „Hei lett mi gahn! Ik hew Em nicks tau Lesen dahn." Je ja, je ja! De Bäcker halt all ut, Bautz! fohrt en Slag em in de Snut, Un as en swarten Tintenklecks, De em was follen in de Lex, Steit Hanne Nüte vör em tau, De Smädjung': „„Lettst dat Kind in Rau, Du Röwer, Du? Wat hett s' Di dahn? Kannst Du nich Dine Straten gahn?"" Un kikt ut't swarte Schortfell rute, Dat slackrig üm de Bein em slog, So trotzig, swart bet't Witt in't Og'. Un alle de Gören, Krischan, Lute, Korlin, Marik, de kamen ranne Un stell'n sik seker achter em Un: „Hau em düchtig, düchtig, Hanne!" Un: „Kik den Kirl! Wat will hei denn?" Un: „Will hir uns' lütt Fiken slahn?" Un: „Blot de Gant hett em wat dahn." - So krein sei ut dat seker Nest. - De Bäcker höllt't denn ok för't Best Un söcht sik den Pottkauken up, De was in't Gras em runne follen, Un stülpt em up den Deig herup. Un dreit sik üm, de Bäcker an den Mark: „Täuw, ik kam hüt nah Dinen Ollen! Ik will Di wisen, wat 'ne Hark." - „„Wat hei mi kann? Hei kann mi nicks,"" Seggt Hanne Nüte. - „Kik," röppt Fritz, „Wat hett hei für 'ne gele Büx!" - „„Wat hett hei für 'ne timpig Mütz!"" Röppt Jochen Boldt. „„Hei Dummerjahn! Un hei will uns' lütt Fiken slahn?"" - Un Hanne Peiters treckt de Hand Ut't Mul herut un röppt: „De Gant!" - Un as de Bäcker sik ümdreit, Dunn steckt hei wedder rin de Hand Un bröllt, as wenn't üm't Leben geit. - Un Hanne Nüte strakt de Dirn: „Lütt Pudel, dedst Di woll verfir'n? Nu lat't man sin un ängst Di nich, De Kirl, de kümmt nich wedder t'rügg. " - Un't oll lütt Wörming kickt tau Höcht Un fött sin swarte Hand un seggt: „„Ach, Hanne, nu kriggst Du woll Släg'?„„ - „Ja, wenn hei nah den Ollen geit, Denn glöw 'k, dat de mi schachten deit, Doch äwerst, ne! Dit is kein Läg', Hir steckt sik Mutter woll noch mang, Dit ward en bloten Äwergang. Bi Leigen un bi Filheit krig 'k dat Ledder Blot vull. - Ne, Pudel, dit verblödd sik wedder." Un Hanne Nüte geit sin Weg', De Pudel knüt't, de Gören spelen, Un 's Abends, as kein Gösseln fehlen, Hett All'ns sin Schick un sinen Däg'. - Un bi de Nachtkost, dor vertellen s' Un up den riken Bäcker schellen s', Den riken Bäcker an den Mark, Un laben den Pudel nah allen Kanten Un Hanne Nüte'n sin Heldenwark Un denn vör Allen den grisen Ganten. 2. Uns' Hanne Nüte was dat einzigst Kind Von oll Smid Snuten tau Gallin, Un wo denn nu de Lüd so sünd, Irst säden s' tau den Jungen Snüte Un nahsten säden s' Hanne Nüte. Un desen Nam müßt hei behollen. Dat argert irst de beiden Ollen, Vör All'n was Mutter nich taufreden, Wenn s' tau den Jungen „Nüte" säden. In't Irst rep s' oft ut't Finster rut: „Hei heit nich „Nüte", hei heit „Snut"!" „„Na,"" säd de Oll denn, „„lat man wesen! Wenn hei man schriwen kann un lesen Un denn sin Handwark gand versteit Un nahsten denn up Wannern geit, Denn is't egal, denn kümmt't up Eins herut, Sei seggen „Nüte" oder „Snut"."" - Ok uns' lütt Pudel was tau den Namen, As Hanne Nüte, unschüllig kamen, Denn döfft was sei up Fiken Smidten. Nu wiren in't Dörp drei Fiken Smidten, De ein, de kunn nich richtig snacken, De nennten sei denn Stamer - Fiken; De anner hadd wat lange Hacken, De nennten s' dornah Piphack - Fiken, Un uns' lütt Fiken würd Pudel heiten, Von wegen ehr kruses, brunes Hor. Na, frilich müßt't ehr irst verdreiten Un oftmals ded't ehr herzlich wei, Denn säd ehr Mutting: „Dirn, so rohr! So'n Nam, dat is jo einerlei! Wenn du man blot kein Pudel büst, Un dorför will'k Di denn woll wohren, - Nu kumm man her un lat dat Rohren." Un treckt sei up den Schot un küßt Sei fründlich up de witte Stirn: „Süh, Fiken, büst min öllste Dirn; Wenn Du mi ut de Ort nich sleist Un'n ihrbor Mäten warden deist, Denn folgen nahst uns' annern Nägen As Hamel nah up gauden Wegen; Doch, Dirn, wardst Du Di nich gaud schicken Un kümmst mi mal tau Hus sülwt twei, Denn slag'k de Knaken Di entwei. - Nu nimm den Korf un gah hen plücken." So wuß uns' Pudel denn tau Hög, Un ok tauglik de annern Nägen, Un wenn ok Mutter dornah seg, Sei müßt tau oft up Arbeit gahn, Uns' Fiken müßt den ganzen Segen Von Gören räuken, wohren, fäuden, Un hadd uns' Mutter ok dat Slahn Un höll all Abends streng' Gericht, Lütt Fiken müßt doch möten, häuden, Dat Dürten sik nicks föll taunicht, Dat Fritz nich mit de Aex ded spelen, Dat Korl un Ludwig sik nich slogen, Un Jöching sik nich wörgt vör sichtlich Ogen Mit Vaden sinen Karrensälen, Dat Krischan sik nich wull balbiren, Un dat lütt Riking lep nich rinne In't kaknig Water, un lütt Hinne Nich up de Sodkist güng spaziren. - So wuß sei denn in Arbeit up Roth as 'ne Ros', rank as 'ne Pupp, Den Kopp all tidig vill von Sorgen, Dat Hart so rein as Frühjohrsmorgen, De Hand woll hart, doch weik de Sinn, An Kledung arm, an Dugend rik, So was de Pudel, was lütt Fik, As sei vür Gott an't Altor stünn. - Herr Paster hett sei baben stellt, Em dünkt, dat hüt an so'n Urt Kein Rang un Stand un Rikdaum gelt, Wil dat lütt Fik in Gotteswurt Von All'n am besten weit Bescheid. Un as sei dor in Rock un Mütz Demäudig-arm un rendlich steit, Dunn hewt sik Allens von den Sitz Un fröggt: „Wer mag de Öbberst sin?" Dunn geiht en Flustern dörch de Reihn: „„De Pudel is't, oll Smidten sin."" - „Na, hett de Düwel so wat seihn!" Seggt oll rik Boldt. „Nu kik mal!" seggt 'e „So'n Snurrers mihr as Burendöchter!" - Un as sei ut de Kirch rut gahn, Dunn pust en olles Burenwiw: ""Dat hett kein Hemd up sinen Liw, Un dat möt hüt as Öbberst stahn!"" - „Ja," seggt Smidt Snut, „un dat mit Recht. Wenn Einer so sin Lex upseggt, In'n Katekism weit Bescheid, Denn hürt sik, dat hei baben steit. Ji, mit Jug' ollen dummen Dirns! Grad as up't dämlich Mul slahn wiren s'! Ji denkt man ümmer an Jug' Geld; Geld ward vör Gott nich baben stellt." „„Ja, Vadder,"" seggt de Wewer Fram, „„Dorin stimm ik mit Di tausam."" - Un oll Stathöller Möller seggt: „Ja, Meister Snut, Sei hewwen Recht, Wat is't sör'n oll lütt, klaukes Mäten!" - „Ja," seggt Radmaker Windelband, „Un hett meindag' nich müssig seten Un ümmer hett s' wat in de Hand, Un denn so ihrlich un so tru, Un denn so'n klores, smuck Gesicht, Wer d e mal eins taum Deinen kriggt, Un wer de mal eins kriggt as Fru, De ward wohrhaftig nich bedragen. Dor kümmt de Köster ran, Den känt Ji fragen." Un Köster Sur kümmt ran: ""Ja, Vadder Snut, Die wär' gelehrsamer, as Din Jehann. Ich sag' natürlich nicks nich gegen Hannern. Un zworst worum? - Der Jung' wär gut, Er wüßt Sein besser, as die Annern; Indessen doch, Natur der Wissenschaft Und das Verhältniß der Behaltungskraft, Das fehlt ihm mehr un is mit Smidten-Fiken, Die vor gewöhnlich man den Pudel heißt, In Hinsicht diesen gor nich zu vergliken, Die hätt' einen himmelanwogenden Geist."" - „Na," seggt oll Snut, „man nich tau hoch! Indessen freu't mi't, dat oll Smidt, De mit de velen Gören sitt, Hüt för sin Öllst de irste Nummer tog." - Smidt Snut geit nu nah Hus, entlang de Del, Un denkt nich an sin Middageten, Geit nah en Flag, dor hadd hei vel Un oftmals in Gedanken seten; Denn up dit Flag hadd hei tau allen Stun'n För sin Gedanken Utkunft fun'n. Hei set't de Ellbag'n up de Knei Un led de Hand sik an de Backen Un simmelirt un denn kunn hei De allerswön'nsten Nät upknacken. - So hüt denn ok; un kümmt herin un seggt: „So, Mutter, heww't mi äwerleggt, Un Du hest säker nicks dorwedder," Un strakt ehr äwer dat Gesicht - De Ollsch, de hadd en dägtes Ledder, Doch so'ne Smädhand, wenn sei't Straken kriggt, De 's grad so sacht un fin un zort, As wenn 'ne Raspel dräwer fohrt; De Ollsch, de zupft denn ok en Beten - „Na, Mutter, hür mal, wat ik mein; De Smidten-Dirn, dat is en Mäten, Dat is en Stolz för de Gemein, Doch mit de Oll'n is dat man swack. Wat meinst Du tau en Schepel Tüften? Süh, uns' Jehann, de nimmt den Sack Un lad't em up de Karr un schüwwt en Herun; Du giwwst en Büdel Mehl, Ik för den Oll'n en Pund Tobak, Jehann, de makt en schön Empfehl -" „„Holt,"" seggt de Ollsch, „„so geit't nich, Snut Mit Kumpelmenten kümmst nich t'recht. Wenn so de Jung', as Du willst, seggt, Denn kümmt 't man ganz erbärmlich rut. Ne, 't is man armes Volk de Smidten, Doch arm un rik, dat's ganz egal, En Kumpelment möt allemal Stramm sneden ward'n un stramm ok sitten. - Jung', knöp den Rock Di tau un hal Din Mütz Un nimm de Karr un karr nah Smidt's: Empfehlung von de Snuten-Lüd' An Smidten un an Smidtschen, Un't freut uns sihr un't freut uns hüt, Un schickten hir en Bitschen Un nemen Beid' uns hüt de Jhr - Un nich vör ungaud derentwegen, Un dat dat man so wenig wir, Un för lütt Fiken Gottes Segen. Nu segg't mal her, hest't nu behollen?"" Jehann, de weit't, lad't up un karrt De Strat hendal; de beiden Ollen De kiken glücklich achter her, Un Snut, de seggt: „De Jung', de ward. Hei sleit mi all ganz nüdlich vör Un is as en rechten strew'gen Hund, Un bliwwt de Slüngel man gesund, Denn lihrt hei echter Johr all ut, Un is't so wid, denn sall hei wannern." - „„Na,"" seggt de Ollsch, „„na, Gott sei Dank! Denn heit hei endlich Jehann Snut; Dit „Nüteseggen" und dit „Hannern" Dit wohrt mi ok all vel tau lang."" 3. De Tid vergeit. Nah Johr un Dag Sitt Snut up sin Gedankenflag; Hei sitt un sitt un simmelirt, En gor tau swor Stück Arbeit wir't, Ob't so woll müßt, ob't so woll güng, Un ob hei't so woll klauk anfüng, Un ob dat Mutter ok woll lidd - Hei druckst un druckst un sitt un sitt. - „Mein Gott," seggt Snutsch, „wat dit woll heit? Hei kümmt noch nich? - Dit's sonderboren! - So lang' pleggt dat doch süs nich wohren. Weit, dat dat Eten farig steit, Un kümmt nich rin. - Segg mal, Jehann, Hest Du mit Vadern hüt wat hatt?" - „„Ik? - Ne, bewohr! - Wat süll ik hewwen? - Hei slog vermorrn de Klammern an, Un ik beslog dat Achterrad, Dunn kamm hei rut, besach dat Stück, Nickt mit den Kopp un lacht vör sik So heimlich hen, gung in de Smäd Un't was, as wenn hei dor wat säd, Doch wat dat was, kunn 'k nich verstahn."" - „Mein Gott," seggt Snutsch, „wat dit woll heit?..." Dunn kümmt oll Snut herin tau gahn Mit groten Irnst un Jhrborkeit: „„Hüt, Mutter, is en Freudendag; Ik ded't mi up min olles Flag Irst ganz gehürig äwerleggen, Doch nu kann ik't mit Wohrheit seggen, Mit unsen Jung'n will't sik regiren: Wer ein'n sößtöll'gen Reifen leggt Un kriggt dat ganz allein t'recht, Wotau zwei dücht'ge Kirls süs hüren, So'n Smidt is echt. Un, Jung'! - Von Gott hest Du de Knaken, Tau'n dücht'gen Smidt ded ik Di maken, De Köster hett dat Sinig dahn, Gottsfurcht hest von den Preister lihrt Un nicks as Gauds von Öllern hürt, Nu kannst Du in de Frömd rin gahn, Un morgen schriwen wi Di ut."" - „Ja," seggt de Ollsch un kickt em an So äwerglücklich, „na, Jehann, Denn heitst Du endlich Jehann Snut; Un maken s' Di irst taum Gesellen, Denn lat Di nich mihr Nüter schellen." - Als nu denn ok den annern Morrn Ehr leiw Jehann Gesell was word'n, Dunn hett de Ollsch denn got tau hill Tau neihn un an tau stoppen fungen; Oll Snut sorgt für en nigen Jungen, De em den Püster trecken füll. So kamm denn ran de letzt April, Un Hanne gung von Dör tau Dören Dörch't ganze Dörp un säd Adjü: „Adjüs ok, Smidtsch! Adjüs ok, Gören! Adjüs, lütt Pudel! Denk an mi!" Un nah den Köster kümmt hei dunn, De just bi sine Immen stunn: „Adjüs, Herr Sur, ik kam tau Sei Un wull mi doch bi Sei bedanken För all ehr Gaudheit un ehr Mäuh, Denn morgen is de irste Mai, Denn wull ik in den Welt rin wanken." - „„Sie wollen also jetzt auf Reisen,"" Fröggt Köster Sur, „„mein lieber Hanne? Denn muß es wohl „Herr Nüte" heißen. - Die junge Menschheit waßt heranne In's Handümdreihn, man weiß nich wo, Un mit die Imm is't ebenso; Es ist dasselbigte Ereigniß. Sehn Sie die Imm hier zum Vergleichniß; Das fliegt in 't Irst blot in den Goren, Jedennoch bald - wo lang' wird's wohren - Denn fliegt dat äwer't Feld heräwer Nah'n Klewerslag, - kein besseres Insect Gibt's for die Imm, as witte Klewer - Un wenn das nun so rümmer treckt Von Blaum tau Blaum, denn sugt das Honnig Un jede kehrt zurück in ihr Behältniß, Un darum auch, Herr Nüte, konn ich Sie stellen in dasselbigte Verhältniß. Un zworst worum? - Sie fliegen as die Imm In't Irst nu in die Welt hinaus Sie sugen hier un da herüm Un bringen Honnig mit nach Haus; Arbeiten is dat Honnigsugend, Un Honnig Wissenschaft un Dugend. Un nu, Herr Nüte, noch 'ne Bitt'! As ik von ehre Reis' hew hürt, So hätt ich mich drauf präkawirt, Sie nehmen woll en Brief mich mit. Als ich noch wäre in der Schlesing, Da kennt ich mal en nettes Mäten Un hätt auch in's Verhältniß seten Ziemlich genau mit ihr, sie hieß Theresing, Ihr Vater wär ein Webermeister, Und Anton David Rother heißt er Un hätt' en Bruder, der hieß Luter, Und dicht vor Polkwitz wohnen tut er. Wenn's Ihnen also menschenmüglich, Denn grüßen Sie ihr ganz vorzüglich, Un sagen S' ihr, ich säß nu hier Und hätt sehr geliebet ihr, Und dieser Brief, der käm von mich Un dächt noch immer an die Zeiten. - Un wat min Fru is, darw't nich weiten." - Ach, arme, arme Köster Sur! Sin Fru stunn achter't Immenschur Un kamm nu achter't Schur herut: „„Her mit den legen Breif, Musch Snut!"" Un ihr dat Einer hinnern kunn, Ritt s' - ritsch un ratsch! - Dat Sigel run: ""Mein süßer Engel!"" - Dit ward nett! Wo't woll so'n „süßen Engel lett? - „Ich grüße Dir nach langer Zeit, Doch leider bün ich schon verfrei't -" So? „leider!" - Täuw, dit willn w' uns marken! Ik denk, hei schriwwt an Pächter Swing' Von wegen en lütt gadlich Farken, Un hei schriwwt niderträcht'ge Ding'! - „Was meine Frau, is midden in de Welt, Sie hätte zworst en Bitschen Geld, Weiß mit die Wirthschaft gut Bescheid Un is auch for die Rendlichkeit, Indessen doch - was will das All bedeuten? - 'S sind doch nich meine schles'schen Zeiten! As mich Dein Arm so sanft umfieß, Dein Mund sich von mich küssen ließ„ - Pfui! pfui! Du führst hier saub're Reden! Un de Person, de hett dat leden? Un dese junge, dumme Bengel, De sall Aporten dragen an den „süßen Engel?" Du schämst Di nich? Du sallst hier Kinner lihren Un willst hier Frugenslüd verführen?"" - „Oh Dürten," röppt uns' Köster Sur, „Oh Doris, bitte, hör doch nur!" - „„Ick hüren? - Ne, ik will nicks hüren. Ik heww't jo lesen, heww't jo seihn! Bestell Di doch „Dein süßes Engelein," Denn up dat Für steit uns' Grütt, - Ik bün jo doch tau nicks nich nütt, - Lat doch den „süßen Engel" kamen, De rührt Di ok de Klümp tausamen, De Engel kann dat Bir hüt proppen, De Strümp Di ok hüt Abend stoppen, Di morgen früh de Stuw utfegen, Di Fauder halen für de Zegen, Dat Holt Di in de Käk rin drägen, Di waschen, räuken, hegen, plegen; Un ik, ik krieg denn ok bi Wegen Tau seihn, wat Ein en „Engel" nennt, Un ward mi recht vergnäuglich hägen, Wenn Jug de Grütt un Leiw anbrennt."" Un dormit ritt sei - ein, twei, drei - Den ganzen Liebesbreiw intwei Un springt dunn in de Käk herin: ""Un dat will gor verleiwt noch sin? Mit grise Hor un kopprig Snut, Verdrögt as so'n Rosinenstengel?"" Un halt en Bessen acht're Dör herut: „„Süh! kumm mi man mit Dinen Engel!"" Un Sur steit dor verdutzt, verzagt: „Ich hätt ja blos man so gesagt, Man blos so thun, mein liebes Dürten! Ich hätt' es wirklich man in Würden, As de Katteiker in den Start. Geliebtes Dürten, Doris, Dorothee, Du weißt jo doch: Dein is min Hart, Un wenn ich Dir so mit den Bessen seh..." Swabb! smitt sin Dürten, sine leiwe Fru, De Dör em vör de Ogen tau. Hei kratzt den Kopp: „Da steh ich nu! Herr Nüte, wenn ik raden dau, Heurathen S' nie sik eine Fru; Denn Swächlichkeit is das Geslecht, Kein einzigst Farw is bei ihr echt; Dat Bitschen Schönheit kommt zur Geltniß, Un jämmerlich is ihr Verhältniß. Ich hab' hauptsächlich blos den Brief geschrieben, Mich in die Liebes-Schreibart einzuüben; Denn der Artikel geht nicht slecht. Die Lieb' kommt allerweg' zurecht, Wo jugendvolle Herzen blühn; Auch hier bei uns, hier in Gallin. Doch wenn ich mir in Liebe übe, Ist's blos um's Brod, nicht um die Liebe. Was meinen Sie, krieg ich for so en Jungen, Und's Jahr is um, wenn ich ihn lern? Nich halb so viel, as Durtig Bungen Für Liebesbrief mir zahlet gern. Die Lieb', Herr Nüte, is en Kram, Der führt verdeuwelt viel im Mun'n; Uns' Herrgott führt die Herzen woll tausam, Wo aber wird der Ausdruck fun'n? Uns' Herrgott kümmert sich nich d'rum, Er säet blos die Liebessaat; Ein Liebender, der würklich Liebe hat, Is for den Ausdruck viel zu dumm; Darum bün ich darauf verfollen, Die Liebesleut' tausam tau hollen Und Ausdruck ihrer Lieb' zu geben, Herr Nüte, for ein Billiges. Un auch bei Ihnen will ich es, Wenn's Ihnen mal passirt im Leben. Und marken S' sich gefälligst dies. Un nu, Herr Nüte, nu adjüs!" - Un Hanne seggt: „Adjüs, Herr Sur!" Un bögt rechtsch üm de Kirchofsmur Un geit herup nah'n Herrn Pasturen. - 4. De oll Herr Paster, ganz verluren, In all de schöne Frühjorspracht, Geit unn're Linden up un dal; Sin Og is hell, sin Hart dat lacht Un freut sik, dat dat noch einmal Den gräunen Bom, de junge Sat, De Welt in ehren Frühjohrsstat, Mit olle Leiw ümfaten kann. So lichting ward den ollen Mann; De bleiken Backen farben sich, Hei schüwwt sin swartes Käppel trügg Un fröhlich in de Welt rin süht 'e. Dunn kümmt Jehann herup tau gahn, De oll Herr süht't un bliwwt bestahn: „Sag' mal, Sophie, ist das nicht Hanne Nüte?" - „„Ja, Vater."" - „Ei, was führt den her? So weiß und roth, man kennt ihn gar nicht mehr! 'S ist doch 'ne wundervolle Zeit, Die Frühlingszeit; selbst Schmiedejungen Sind aus den ruß'gen Essen heut Zu lichten Farben durchgedrungen. Sieh blos mal diesen Hanne Nüte, Er blüht wie Ros' und Apfelblühte!" - Un unse Smädjung' kümmt nu ranne Un sinen Filz herunne tüht'e: „Gun Morrn, Herr Pastur!" - „„Morgen, Hanne! - Was wünschest Du mein lieber Sohn?"" - „Je, Herr Pastur, ik hadd min Profeschon Nu richtig lihrt un bün Gesell, Un gistern schrewen sei mi ut." - „„Das ist ja prächtig, lieber Schnut! - Sophiechen, liebes Kind, geh schnell Zu Mutter, Schnut wär' nun Gesell, Sie sollt' 'ne Flasche Wein rausschicken, Und bring' auch ein Paar Gläser mit, Wir wollen an den Tisch hier rücken."" - De Win, de kümmt. - „„Also ein Schmidt, Neu von der Elle, Ein ausgeschriebener Geselle?"" - „Ja, Herr, un wull Adjüs doch seggen." - „„Dann soll's nun wohl auf's Wandern gehn?"" - „Ja, morgen, dacht wi, Herr Pastur." - „„Ei, ei! Das ist ja wunderschön! Am ersten Mai auf Reisen gehn, Wenn neu erwacht ist die Natur, Wenn Alles grünt und Alles blüht, Bei Drosselschlag und Lerchenlied Zu ziehen durch die schöne Welt: Jch hab' mein Sach' auf nichts gestellt. Juchhei! Und wer will mein Kamerade sein, Mit frohem Muth und leichtem Sinn Zu wandern und ziehen am ersten Mai? - Trink aus, mein Sohn, trink aus den Wein! Drink man, min Sähn, ik schenk Di wedder in! - Ja, wenn's mein Stand und Alter litt', Ich zög' wahrhaftig gerne mit. Und wo geht denn die Reise hin?"" - „Je, Vader meint in't Reich herin Un den nah Belligen un Flandern, Un wenn dat mäglich wesen künn, Denn süll ik ok nah England wandern." - „„Und da hat Vater Recht, mein Sohn, Die Hauptsach' ist die Profession, E i n s soll der Mensch von Grund aus lernen; In e i n e m Stücke muß er reifen, Und in der Nähe, in den Fernen In seiner Kunst das Beste greifen, Dann kann er dreist mit Fug und Recht, Sei's Handwerksmann, sei's Ackerknecht, Sich stellen in der Bürger Reih'n, Er wird ein Mann und Meister sein. Und meint denn Mutter ebenso?"" - „Ne, Mutter meint nah Teterow, Un höchstens meint sei bet nah Swaan, Doch wider süll ik jo nich gahn." - „„Ja, ja! Ich dacht's! Das ist der Mütter Art; Sie halten gern im engsten Schrein Ihr liebstes Kind vor Fährlichkeit verwahrt, Und bei den Töchtern mag's auch richtig sein. Doch bei den Jungen sag' ich: nein! So'n Bursch muß durch die Länder schweifen, Die Ecken, Kanten 'runter schleifen, Muß lernen, sich zu tummeln, rühren, Den Stoß durch Gegenstoß pariren, Bald unten und bald oben liegen, Den Feind bekämpfen und besiegen, Bis in ihm fertig ist der Mann Und er sich selbst besiegen kann. - Darauf - komm her! - trink mit mir aus! Und kehr' als tücht'ger Kerl nach Haus! - Und nun noch e i n s ! - Kannst Du's verbinden Mit Deiner Reise ernsten Zwecken, So suche Deinen Wanderstecken Mit bunten Blumen zu umwinden; Zieh durch die schönen deutschen Länder, Schau von dem Berg auf Waldesgrün Und auf der Ströme Silberbänder, Die sich durch Aehrenfelder ziehn. Begrüß die Städte altersgrau, Wo Sitte wohnt und deutsche Art, Und grüß von mir den edlen Gau, Wo dieser Wein gekeltert ward. - Sieh mich, mein Sohn! In meinen alten Tagen Lebt frisch noch die Erinnerung, Als ich, wie Du, einst frei und jung Den Flug that in die Ferne wagen. Ach Jena! Jena! lieber Sohn, Sag' mal, hört'st Du von Jena schon? Hast Du von Jena mal gelesen? Ich bin ein Jahr darin gewesen, Als ich noch Studiosus war. Was war das für ein schönes Jahr! Ach, geh mir doch mit Mutters Schwaan Und mit des Alten Engeland, Nein, Ziegenhan und Lichtenhan, Und dann der Fuchsthurm, wohlbekannt, Und auf dem Keller die Frau Vetter - Es war ein Leben, wie für Götter! - Trink mal, mein Sohn, trink aus den Wein; Ich schenk' uns beiden wieder ein. - Und auf dem Markte standen wir, Zur Hand ein Jeder sein Rappier, Und Terz und Quart und Quartrevers - Gieb mir Dein Glas nur wieder her - Die flogen links und rechts hinüber! Ja, ja, da ging es scharf, mein Lieber!"" Un nimmt en En'n von Bohnenschacht: „„Sieh so, mein Sohn, so ward's gemacht, So lag man aus, so kreuzte man die Klingen."" Un stött en pormal krüz un quer Un fängt dunn dütlich an tau singen, - Sin leiwe Fru stunn acht're Dör: - „„Stoßt an! Jena soll leben! Hurrah, hoch! Stoßt an! Jena soll leben! Hurrah, hoch! Die Philister sind uns gewogen meist, Sie wissen den Teufel, was Freiheit heißt. So ging's, so ging's, mein lieber Schnut."" - Dunn kümmt sin leiwe Fru herut Un schüdd't den Kopp un kickt em an: „Ich weiß nicht, Vater, wie du bist, Wie man so weltlich singen kann! Wie kannst Du so ein Beispiel geben?" - „„Ja, so! Ja, so! Mein Kind, mir ist Das heit're junge Frühlingsleben, Der Wein und die Erinnerungen An Zeiten, wo dies Lied wir sungen, Ein Bischen in den Kopf gestiegen. Doch Du hast Recht! - Mein lieber Sohn, Laß Dich von Thorheit nicht betrügen! Es ist auf Erden Alles eitel, Das sagt schon König Salomon; Und von der Sohle bis zum Scheitel Sind wir der Thorheit preisgegeben. Nimm vor der Thorheit Dich in Acht!"" Un set't bi Sid den Bohnenschacht. - „„Die Kunst ist lang, kurz ist das Leben."" - Un geit mit Hannen bet an't Dur: - „„Sieh um Dich, Sohn! Die ganze Creatur Ist in der Sünde tief versunken Und seit dem ersten Sündenfall Hat sie zum Himmel 'rauf gestunken. - Halt mal! War das die Nachtigall? - Wahrhaftig, ja! - Bleib' doch mal stehn! Ja, ja, sie ist's. - Wie wunderschön! - Ja, ja, verderbt ist die Natur Und liegt in Höllen-Sündenbanden, Und durch die Lust der Creatur Macht uns der Böse all zu Schanden. Darum, mein Sohn... - Ei, ei, da ist sie wieder! - Wie legen sich die Nachtigallenlieder So trostvoll doch an's Menschenherz! Als wenn sie mit der Sehnsucht Klängen Vom Himmel zu uns nieder drängen, Zu ziehn die Seele himmelwärts, So süß-gewaltig ist ihr Ton! - Nun, nun, Du reisest morgen schon - Wir sprachen eben von der Sünde - Nun reis' mit Gott, mein lieber Sohn! Ich sag' Dir später meine Gründe Für die Verderbtheit der Natur."" - Na, denn adjüs ok, Herr Pastur!" - Un Hanne geit, doch as hei sik Rechtsch in de Strat will rümmer wen'n, Röppt em de Herr Pastur taurügg, Leggt an den Mund de beiden Hän'n Un röppt em tau: „„Ein Wurt noch, Sähn! - Ich würde doch nach Jena gehn!"" 5. Den annern Dag steit Meister Snut In sine Smäd. - Wo halt hei ut! Wo haut hei up dat Isen hin! De Funken flogen vör Gewalt Em gläugnig in't Gesicht herin. Dat zischt un brus't, dat kloppt un klung! De ganz oll Smäd, de sus't un knallt: „So, nu man tau! Treck düller, Jung!" - De Püster-Jung', de treckt un treckt, Bet hei vör Hitt de Tung' utreckt, Un blöst ut Näs' un pust ut Nüster Nüch düller, as sin eigen Püster. Den Meister is hüt nicks tau Dank, Sin Red is barsch, sin Stirn is krus; Dunn kümmt den Gorentun entlang Jehann un Mutter ut dat Hus. Jehann, den Bündel upgesackt, Den nigen Haut in Wasdauk packt, Swung sinen knirkern Stock herüm, As wenn hüt up de ganze Ird Kein Smädgesell so lustig wir. Doch üm dat Hart was em so slimm, Em was seindag' noch nich as hüt: Ach Gott, de Welt, de was so wid! Fünn hei sik dorin woll taurecht? Hei hadd tau Hus woll bliwen müggt. - De Ollsch, de gung an sine Sid, De Hand up sine Schuller leggt, De blage Schört vör dat Gesicht: „Jehanning, wander nich tau wid, Ik heww meindag süs keine Rau, Gah nich ut Meckelborg herut. För Di is't grot naug, Jehann Snut; Un nimmst Du't Strelitzsch noch dortau - Herr Je! Wo wullst Du denn noch hen? Un schriw uns ok mal denn un wenn." Un drückt de Schört sik an dat Og' Un rohrt en Stück, doch binnen slog Dat Hart so stolz, as't slagen kann, Dat s' so'n statschen Jungen tog. So kamen s' nah de Smäd heran. - Oll Snut hau't up dat Isen in, Dat zischt un sus't, dat klingt un knallt, De Püsterjung' treckt vör Gewalt, De Püster pust, all wat hei künn. „Ach, Vader," seggt de Ollsch. - „„Na, Vader,"" seggt de Jung' - De Oll, de smäd't, dat't knallt un klung' - „Hei is nu hir..." - „„Ik bin nu hir..."" - Oll Snut grippt mit de Tang' in't Fü'r - Witt gläuht dat Isen linkelang, De Vörslag klimpert pinke - pank, Bautz! föllt de grote Hamer dal, Un noch einmal, un noch einmal! As wenn so'n Oß föllt ut 'ne Bäuk, Un't Isen wind't sik windelweik, Un Füer spritzt un Funken stöwen. - „„Na, Vader, willst kein Antwort gewen?"" „Ja, Vader, wull adjüs nu seggen." - De Oll ward weg den Hamer leggen Un dreit sik üm: „„Is dat Manir? So kümmst Du in 'ne Smäd herein? Wer, meinst Du, dat ik für Di bün? Hest Du den Bündel up den Nacken, Denn möst Di an den Meister wen'n, Dat Vaderseggen hett en En'n, Denn heit't mit mi „auf Hufschmidtsch" snacken."" - Jehann gung stilling ut de Smäd. Wo schot bi Vadern sine Red Dat Blaud em gläugnig in't Gesicht, Dat't as sin Vaders Isen lücht't! Hei kamm taurügg un stunn nu dor, Den blanken Haut up't gele Hor, Stiw as en Pahl, grad as 'ne Ell un kek nich rechtsch un linksch un frög: „Mit Gunst, daß ich 'rein schreiten mög'? Gott ehr' das Handwerk Meister und Gesell." - „„Süh so, min Sähn, süh so is't recht. Bi Höflichkeit un richt'gen Gruß, Dor steit Di apen jedes Hus; Dat hett noch Keinen Schaden bröcht. Du willst „auf Hufschmidtsch" in de Welt, Un ik, ik heww ok nicks dorgegen, Obschonst „auf Seehahnsch" sihr geföllt. Un wat uns' Landslüd sünd, de plegen „Auf Cumpansch" in de Welt tau tein. Na, dat kümmt Allens äwerein. De Hauptsak is, lihr wat, Jehann, Un kumm taurügg as Ihrenmann. Makt't Handwark Di ok buten swart, Holl rein de Hand un rein dat Hart. Is't Wark tau En'n un dod dat Fü'r, Denn mak Di sauber, glatt un schir; Dat is ok bin'n kein rendlich Mann, De nich sauber geit, wenn hei't hewwen kann. Drei Johr, dat is 'ne lange Tid, Wenn Ein sei vör sik liggen süht; Drei Johr, dat is 'ne korte Spann, Wenn Ein sei süht von achter an. Sei sünd tau lang, üm s' tau verliren; Sei sünd tau kort, üm uttaulihren. Reis' nich ümher, as blinne Heß; Un finnst Du wat, denn kik irst tau: Wat up de Strat liggt, up den Meß, Dat nimm nich up, dat lat in Rau. Gedanken gläuh in helle Ess', Doch sünd sei rein von Slack un Slir, Denn fat Din Wark mit Tangen an - Holl wiß, holl wiß, min Sähn Jehann! - Un smäd Din Wark in frischen Fü'r. Un hest Du dörch de Welt Di slagen, Un hett Di't buten nich gefoll'n, Denn kannst bi mi mal Ümschau holl'n Un kannst nah Arbeit wedder fragen. Süh so, min Sähn! Un nu adjü! Un denk an Muttern un an mi! Un nu, min Sähn, herun den Haut!"" Un leggt de Hand em up den Kopp: „„Noch büst Du gaud, nu bliw ok gaud!"" Un langt den Hamer ut de Eck: „„So nu man tau! Nu, Jung', nu treck!"" - Jehann un Mutter gahn herut. „„Treck düller, Jung'!"" seggt Meister Snut, Un sweißt un smädt, de Funken flogen Em in't Gesicht un in de Ogen, Dat hei sei, wenn't de Jung' nich süht, Sik ut de Ogen wischen müßt. „„Na,"" seggt hei, „„orndtlich nahrschen is't; Wo dumm un dämlich spritzt dat hüt."" - 6. Jehann steit trurig vör de Smäd Un stemmt den Stock so vör sik hen Un drögt 'ne Thran sik denn und wenn Un hört up Muttern ehre Red: „Jehanning, hest Du ok Din Klock? Verlir ok nich den nigen Rock, Un gah ok in de Irst recht sacht, Un nimm mit Drinken Di in Acht. Herr Je! Wat hadd ik bald vergeten? Na, ik kam glik, täuw hir en beten." Un löppt in't Hus un kümmt taurügg: „Des' Druppen sünd gaud für de Mag', Sei heww'n mi hulpen all meindag', Stek in de Tasch, verlir ok nich! Un grüß min Swester ok in Swaan, Un Du süllst nu up Reisen gahn, Un denn lat so von firn infleiten: Herr Paster hadd „Herr Snut" Di heiten. Un mak mu nich de grote Sorg' Un gah nich rut ut Meckelborg Un mak dat so as Schauster Brümmer, Gah ümmer in den Ring herümmer, Denn kam'n de Milen ok herut. - Un hir, in desen Büdel, sünd Acht Daler söstein Gröschen, Kind" - Un giwwt den Büdel em un rohrt - „Ik heww s' för Di tausamen sport, Un nimm Du s' man, uns' Vader weit't - Ik heww för em kein Heimlichkeiten. Hei ded man so un wull't nich weiten: Hei wüßt, dit wir min grötste Freud. Un nu adjüs! Un schriw ok mal!" Un bögt den Jungen tau sik dal Un weint un küßt un strakt so vel: „Lew woll, min Kind, min einzigst Seel!" - „„Lew woll, leiw Mutting, bliw gesund!"" Un furt geit hei; de Ollsch, de steit, Krank bet in't Hart vör Trurigkeit, Un drückt de Schört sik an de Mund, As hadd s' noch lang' nich naug von't Scheiden Un müßt sik sülwst de Mund verbeiden, Un kickt em still in Thranen nah: „Ja, gah mit Gott, min Jünging, gah!" Doch as hei bögt nu üm den Goren, Wo't achter'n Tun giet dörpherin, Dunn fohrt ehr grell wat dörch den Sinn: „Herr Je! Dat Kind kümmt in de Johren. - Jehanning, holt en Ogenblick! - Na, dat wir irst en slimmes Stück!" Un löppt em nah: „Min Söhn, Jehann! Dit is de letzt von all min Wünsch; Ik bidd Di, wat ik bidden kann, Nimm Di kein utländsch Frugensminsch! Ik holl't nich ut, ik holl't nich ut, Kümmst Du mal mit so'n frömde Brud. Dat kennt kein Tüften un kein Speck Un pohlt enn ümmer üm mi rüm. Ne, minentwegen, Jünging, nimm Di von de Strat ein, ut den Dreck, Wenn sei man ihrlich wesen deit Un unsre Ort un Sprak versteit. - Un hest Du denn ok Dine Klock? Verlir ok nich den nigen Rock! Mein Gott, hei deit all runner bummeln. Künn 'k blot en ollen Sacksband finnen! Na, täuw, dit geit," un fängt in Hast An ehre Bein an rüm tau fummeln Un sik de Strumpbän'n los tau binnen Un binnt em Klock un Rock irst fast. - Jehann geit nu in't Dörp herin. Un as s' em nich mihr seihen künn, Güng in den Goren Mutter Snutsch Un plückt dor einen Blaumenstruz Un plückt von dit un plückt von Allen Un lett ehr Thranen rinne fallen Un leggt em in de Bibel rin, Wo ok ehr Hochtidsdag in stünn Un de Geburtsdag von dat lütte Mäten, Dat Gott ehr eins von't Hart hadd reten, Un schrew dortau, so gaud sei't lihrt, Tau sin Gedächtniß dese Würd: Heut Nahmiddag, den ersten Mei, Is mein Johann auf Reisen gangen - Mich is mein Herze ganz entzwei - Gott laß ihr wieder retuhr gelangen Und richte Alles zu dem Guten! Gallin. - Die Smödfrau Korlin Snuten." Jehann geit trurig sine Straten In't Dörp herin. De Gören laten Ehr Spill un raupen sik enanner: „Dor kümmt hei her! Kumm, Körling Frahm!" Un stell'n sik dichter bet tausam Un grüßen still: „Adjüs ok, Hanner!" - Jehann grüßt ok: „„Adjüs ok, Kinner!"" Un geit, as wir em frisch tau Maud, Förfötsch in't lütte Dörp herinne. - "Kik mal, Korlin, den blanken Haut!" - „„Un ik den schönen, blagen Rock!"" „Un kik den schönen gelen Stock! Dat is en knirkern, de is echt, Den hett em noch min Vader sneden." Un oll lütt Jöching Smidt, de seggt: „Ik wull, ik künn nu ok all smäden, Un wir en groten Smädgesellen." - „„Nu weit ik wat, dat ward 'ne Lust! Ik will Jug all,"" seggt Schulten Gust, „„Mit „Ine, mine, mu" aftellen, Un wer dat ward, de 's Handwarksburs, Un wi müt em den Bündel stehlen; Wi will'n nu Hanne Nüte spelen."" De Wiwer laten ehr Handtiren, Dat Tüftenschell'n un Ketelschüren, Un kiken äw're halwe Dör: „Süh, dor kümmt Hanne Nüte her!" „„Na, Hanning, geit dat nu all furt?"" - „Herr Je, wat nu woll Mutter durt!" - „„Du leiwer Gott! Ein hett sei man. Min Krischan müßt nu ok mit 'ran, Hei müßt Soldat ward'n äwer Johr, Weck segg'n Dreiguner, weck Husor. Na, wat weit ik! Ik weit man blot, Wenn s' hartlich sünd un warden grot, Denn sünd s' verlur'n för unsereinen, Un wenn Ein olt ward, hett Ein Keinen,"" Un Mutter Snursch fängt an tau rohren. Un geben tru em All de Hand: „Adjüs! Un mag Di Gott bewohren! Un kumm taurügg ut't frömde Land!" Un as hei geit, röppt Durtig Bung'n, De wähligst Dirn rings in den Run'n: ""Dau! Hanne Nüte! - Jehann Snut! Un säuk Di ok wat Ordnlichs ut, Wat glatt un schir un rod utsüht, Süs wahn'n hir achter ok noch Lüd!"" - Jehann will ok nu spaßig snacken, Doch ward dat nicks, de Spaß, de bliwwt Em dwaslings in de Kehl behacken. Hei nickt man blot un geit de Driwwt Ahn ümtaukiken still entlanken. Wat kemen em för swer Gedanken, Wat kamm em Allens in den Sinn! Wat hei sid sine Kinnertiden Glikgültig seihn hadd, föll em in, Un Allens kreg vör em Bedüden. Hei geit bet an dat Holt heran, Wo hei in'n Abendsünnenstrahl Sin leiwes Dörp taum letzten Mal, Sin Vaderhus noch seihen kann. De Schostein qualmt, de Smädess' ok, De Abendsünn schint up den Rok. Sin Vader smäd't in vullen Fü'r, Sin Mutting kakt dat Abendbrod; Wat süs so swart un düster wir, Dat lücht't em nu so rosenrod. Dat was, as wenn von Barg un Dal Taum irsten un taum letzten Mal Em jede Busch un jede Städ So leiwlich grüßen un winken ded. „Adjüs! adjüs!" rep Dörp un Feld, „Du dröggst nu anner Verlangen, Du geist nu in de wide Welt, Jehann, ward di nich bang'n?" - Hei smitt sik an 'ne olle Wid', Oh woll, würd em so bang'n: De frömde Welt is gor tau wid; Sin Bost würd em so drang'n. - Hei süht sik üm, em süht hir Kein. Ach Gott! Wat is hei doch allein! Sin Vader süs, sin Mauder süs, De ümmer bi em wesen is - De Thran em in de Ogen trett - Ach, dat hei nich sin Mutting hett! Sei hett em plegt un hegt un wohrt, De Thran em drögt, wenn hei mal rohrt, Wenn Vader bös was, för em beden, Sei hett so oft em Botting sneden. Hei langt in sine Tasch herin Un halt ein rut un bitt eins af - Dit was dat letzt, wat sei em gaw - Un rohrt ganz lud un bitt mal wedder - De Thranen fleiten hell heraf - Un rohrt un ett, un ett un rohrt - De Thranen fleiten sachter nedder - Bet hei bi Lütten sik verdort, Un ett un rohrt, un rohrt un ett, Bet hei sin Nöthen all vergett. Un as sin Botting was tau En'n, Dunn ward so sachten em tau Sinn, Un äw're Mag' folgt hei de Hän'n Un slöppt ganz sacht un selig in. 7. Un in de Wid, t'ens sinen Kopp, En Beten sidwarts in den Kropp, Sitt in en Knast dat Sparlingswiw, Söß bunte Eier unner't Liw. Sei brödd so heit un sitt so wiß, As wenn s' up't Nest annagelt is, Un blot ehr Kopp geiht hen un her Un niglich kickt sei ut de Dör Un kickt un krüs't ehr Huw tau Hög', Wer Deuwel vör ehr Husdör leg'. - Mus'buck, de lett sin Klewerwörtel Un slickt dörch Gras un jungen Nettel Un schütt denn mal en En'n lang furt Un ruckst denn an un horkt un lurt, Un putzt de Näs' sik mit de Pot Un smüstert heimlich vör sik hen: „Dat rök hir doch nah Botterbrod, Wo Dunner! äwer is dat denn?" Un Sparlingsch röppt: „„Mus'körling, hir! Hir unnen in dat blag Poppir!"" De Mus'buck treckt sik neger ran Un kickt sik Hanne Nüten an, Ob hei ok woll tau trugen wir. Un sett't sik hen, den Puckel krumm, Den Start rank üm de Bein herüm, Un röppt ehr tau mit lise Stimm: „Kik mal de Kräumels! Nahwersch, kumm! Un kik, wo fett! - Kumm runner, Lotte! För D i de Kräumels, m i de Botte!" Un lickt nu los un richt't sik up Un sitt so steidel as 'ne Pupp Un snüffelt dörch den Abendwind Un pipt ganz lis' nah Fru un Kind. Un de oll Mus'madam, de slüppt Ganz lising ut dat Hus hervör, Un allentwegen rute hüppt Dat lütte Mus'volk achter ehr; Un Swigersähns un Swigerdöchter, De warden all tau Gast inladen, Un Mus'buck röppt: „Kamt, Kinner," seggt 'e, „Wi lütt Lüd dörben nicks versmaden." - „„Ja,"" röppt dat Sparlingswiw ut't Nest, „„'T is schändlich! - So'ne schöne Köst! Un ik möt min Huswesen häuden Un möt hir sitten un möt bräuden."" - „Wo's denn Din Oll?" - „„Wo süll hei wesen? - In't Wirthshus ward hei rümmer däsen Un mit Jehann Stiglitschen, Krischan Finken Dor sitten, singen, spelen, drinken, Un stats tau rechter Tid nah Hus tau gahn, Sik up de Letzt den Kopp noch bläudig slahn. Doch minentwegen! - Recht, wenn em dat schüht! Doch dat hei nah de Gelgaus süht, Nah de oll Gelgaus, nah den Tater, Ehr Ständschen bringt as so'n verleiwte Kater, Mit ehr tausam deit rümflankiren Up Hochtid un up Kindelbiren, Un mit ehr steit up Rangdewu, Un mi, sin angetrugte Fru, Hir bräuden lett, Dat's slicht, dat's slicht, Gevadder Mus! - Na, täuw! Kumm du mi man vör't Brett, Kumm du hüt Abend man tau Hus!" - Un in de Mus'gesellschaft - quatsch! - Föllt Pogg herin, de gräune Jäger, Un nah dat Sparlingswiw 'rup seg 'e: „„Wat makst Du dor för dwatschen Klatsch?"" Un knart de Red dörch't Mul hendör: „„Wat kör un kör! Wat will so'n Sparlings-Hänschen singen? Wat will so'n Quarding Ständschen bringen? Irst känen, Vaddersch! känen, känen! Un nahsten, nahsten dorvon klänen!"" „Ja, Vadder," seggt de Mus'madam „Du kannst un ok Din ganze Stamm. Dat gütt mi orndlich dörch de Knaken, Wenn Ji Musik des Abend's maken." - „„Ja,"" seggt de Mus'buck, „„dat is wohr!"" „Nu kik de ollen Häukendrägers!" Röppt Sparlingsfru. „Verleden Johr, Dunn schullen s' up de gräunen Jägers, Dunn wull'n s' hir wegtein in den Firn, Blot üm dat Quaren nich tau hür'n. - 'T is wohr, min Jochen singt nich mihr Wat nüt't; hei is kein Sänger, as dat möt; S u sänger blot is de Hallunk - Na täuw! Kumm du mi man vör't Brett! - Doch as hei noch min Brüjam wir, Un as de Racker noch was jung, Dunn süng hei ok von „Lieb" un „Küssen" Un von „auf ewig scheiden müssen" Un von das „süße Liebeslewen"; Nu äwerst is de Quint em reten, Sin Stimm is gaud, Rindfleisch tau eten, Un is in't Birglas hacken blewen. - Doch so'n oll Klotz, de will sik mit em meten?" Un grawwelt unner sik en Beten Un halt en Ei herut: „Dit's doch man ful!" Un smitt't de olle Pogg' an't Mul: „Süh, dat's för't Dickdauhn, Du Hans Quast!" Un dukert deiper sik in't Nest. Un de oll Poggenkanter blöst Sik up, dat hei binah wir bast't, Un treckt sin Flapp noch breider dal: „„Wat m i ! Wat m i ! Nu kik doch mal! So'n Pack, so'n Pack, so'n schawwig Pack! Grad D i , grad Di taum Schawernack Sing' w' hüt dat Räter-Räter-Sonnett, Wat Corl Kräplin, Kräplin hett sett't."" Un quatsch! un quatsch! hüppt langs den jungen Roggen De oll Herr Kanter von de Poggen Un spaddelt dörch den weiken Sump Un - plump! Un ampelt nah en Mümmelblatt, Un sitt un seggt: „Natt bliwwt doch natt." Un bi de Wid, wo Hanne liggt, Geit't flirk - geit't flirk Dörch Busch un Knirk: 'T is Jochen, de heranne flüggt. En Beten bläustrig in't Gesicht, Dat brune Käppel ganz verwogen, De Vatermürder ut de Richt, So kümmt hei ran in'n lütten Bogen. Dunn höllt hei an un kickt sik üm - Sin Husdör is doch hir wo rüm - Un halt den Kamm sik ut de Tasch Un kämmt dat wille Hor sik glatt, Kloppt von dat Vörhemd de Cigarrenasch, Den Kalk sik von den Snipelkragen Un treckt den Rock, bet hei em nobel satt, Un ward sik so an't Hus ran wagen. Doch hellschen sachten ranne tüht 'e, So langsam as de düre Tid, Un seggt, as hei vor Hannern süht: „Wo Dunner! Dat's jo Hanne Nüte! - Gun Abend," seggt hei, „Vadder Mus! Wat liggt de hir vör minen Hus'?" - „„Dat weit ik nich,"" seggt Mus'buck, „„äwerst Du, Du mak, dat Du herinne kümmst, Denn hür mal: Dine leiwe Fru..."" - „Schweig' Muse!" seggt uns' Jochen, „schweig'! Wir sind die Könige der Welt, Wir singen Lust von jedem Zweig', Un, Brauder, daun, wat uns geföllt. S ü l w s t , Brauder Mus'buck, is de Mann; H e r r is de Mann in allen Dingen!" Un fängt nu lustig an tau singen: Des Morgens halber vier Tret' ich aus meiner Thür: „Adieu, mein Schatz, will schweifen, Durch Felder, Wälder streifen, Ein freier Cavalier. Bin Abends wieder hier." Und wenn ich kehr zurück Und leis' die Klinke drück, Dann hat sie's gleich vernommen: „Mein Schatz, mein Schatz, willkommen!" Der Riegel fliegt zurück. O Mus'buck, welch ein Glück! „Segg, Vadder, is dat Lied nich schön? Frei is der Mann" un slickt sik up de Tehn Ganz sachten in dat Hus herin. Un Mus'madam, de slüppt nu swinn An Jochen sine Butendör: „„Kumm, Vader, kumm! Kumm bet nah vör! Hir kän w' den ganzen Krempel hüren."" Doch Mus'buck seggt: „Ih stah un hork! - Wer sik mang Ehlüd' will mengliren, De stellt sik tüschen Bom un Bork; Dor kann 'n de schönsten Prügel kriegen; Ik heww nich Lust vör Amt tau tügen. Taum besten is't, wenn Ein nicks süht. Nu All' tau Bedd, 't is Slapenstid." „„Je, Vader,"" seggt de Ollsch, „„ik dacht..."" - „Holt doch Din Mul!" seggt Mus'buck sacht, „Wat säl'n de Gören dorvon weiten? Wi hür'n taum Schin blot up de Poggen, Un nahsten gahn wi in den Möllerroggen Un in den Preister sinen Weiten." 8. Un Sparlingsjochen slickt ganz lisen, Ganz heimlich äwr'e Dälenflisen Un wippt in sine Kamerdör; Sin Ollsch, de rätert in ehr Bedd. „Du wach'st woll noch," fröggt hei, „ma chère"?- De Ollsch is still un sitt un brödd. „Das Wetter is heut angenehm," Seggt hei un makt sik dat bequem, „Auch kann ich Neues Dir berichten, Die Nachtigal is wieder hier Mit neue Lieder un Gedichten, Sie wohnt hier dicht bei uns' Quattir, Un was die Krei is, soll in Wochen; Ich hätt den Ollen selbsten sprochen, Er stoppt ihr just das Wochenbedd." - De Ollsch seggt nicks un brödd un brödd. - „Ob sei woll ehren Dullen hett?" Denkt hei. „Dat will'n wi gliksten seihn." Un ward de Stäweln runne teihn. „Na, Lotting, is auch was passirt? Ich mein, ob Keiner hier is west?" - Doch still sitt Lotting in ehr Nest, Un sitt un sitt un brödd un brödd. - „Ich frag', ob Keiner fragt hir hett? Is Keiner hir west? Antwurt blos!" - Na, nu breckt äwer Lotting los: „„Du Rümmerdriwer Du! Du lettst mi sitten! Du kümmerst Di nich für en Witten Üm mi, üm Din verlat'ne Fru; Du geist Din Weg', Du Slüngel Du! - Jawoll frog Einer hir nah Di: De Dokter Grischow schickt sin Stubenmäten, Sin dumme Draußel hadd de Hälfte Melodi Von ehr oll dämlich Lied vergeten, Sei kem blot bet: „So leben wi, so leben wi, So leb'n wi alle Dag'!" Doch mit anner, mit de „Saufkumpani," Dor hadd sei ümmer ehre Plag'; Dat wull ehr gor nich mihr gelingen, Du süllst doch kamen, ehr dat bitaubringen, Denn Kein, as D u , künn't so natürlich singen.""- „O pfui," seggt Sparling, „pfui Dich, Lotte! - Wo, dies soll'n jo woll Spitzen sin? Wo? Machst Du mir zu Deinem Spotte, Der ich Dein Ehegatte bün? Hast Du die Zärtlichkeit vergeten? Vergaß'st Du meine treue Minne, As Du as Wittwe hir hest seten, Dat ganze Nest vull lütte Kinne? - Hast Du vergessen, was Du mir geschworen Dor achter'n Tun bi'n Möllergoren?" Un ward in Nachtjack un in Unnerhosen In't Timmer hellschen rümstolziren, Un äwer Slichtigkeiten deklamiren, Un in 'ne Wuth sik rinne bosen. Un ritt de Nachtmütz von den Kopp Un fröggt taum tweiten Mal ehr, ob Sei nich mihr dacht' an'n Möllergoren. - Un Lotting fängt still an tau rohren, Un weint so sachten vör sik hen, Un süfzt denn mal eins denn un wenn, Un sitt in Thranen up ehr Eier, Un Jochen set't de Nachtmütz wedder up Un seggt verdreitlich: „Ja, de olle Leier! Irst fängst Du an un rührst de Supp Di t'recht, un nahsten nicks as Leiden! - Na, rück' bis zu, ich helf' Dir 'n Bitschen bräuden," Un klemmt sik up de Eier rup. „Ich bin kein Unmensch nich und liebe Mein eigen Fleisch und Blut und Brut Mit jedem väterlichen Triebe; Ich bün nich, wie der Kukuk thut, Der seine Kinder, eh' er sie gesehn, Als Waisen in die Welt läßt gehn. Ich bün ein Vater von Gefühl, Bün's in des Worts verwegenster Bedeutung. Nun aber wein' mich nicht zu viel, Un ström nicht wie 'ne Wasserleitung!" - Doch Lotting weint sacht vör sik hen. - „Na, sprich doch mal! Was is Dich denn? Sprich Lotte; antwort' doch, Charlotte! Es wird zuletzt bei Dir noch zur Marotte, Daß thränentröpfelnd Du hier sitz'st qui pleure, Wenn ich qui rit nach Hause kehre. Na, Lotting, sprich Dir deutlich aus!" - Un Lotting snuckt: „„De gele - gele Gaus."" - „Hinc," röppt de Spatz: „hinc illae lacrimae! Dat heit up Dütsch: Dor heww'n wi nu den Thee! - Üm de oll Gelgaus dir Gerohr? De Gelgaus? - Frilich is dat wohr, In meiner jungen Creatur Steckt v i e l , s e h r v i e l erbsündliche Natur; Doch diese Gelgaus, Lotte, - n i e ! Denn gelb war mir von je zuwider. Man nennt dies Idiosynkrasie. Doch, Lotting, dit versteist Du nich! Un't schad't ok nich. - Genug, ich bin - Hol mich die Katz! - Dein treuer Spatz. Nu äwerst lat dat Weinen sin!" - Un ward sei fründlich äwerstraken. Un Lotting seggt: „„Hir 'st gor tau heit, Willst nich dat Finster apen maken?"" - Un as hei an dat Finster geit, Un schüwwt taurügg de Finsterlucht, Sleit Frühjohrs Abend, warm un fucht, Den weiken Arm üm sinen Nacken, Un küßt em up de brunen Backen, Un flustert lising em in't Uhr: „Schick wider! wider! du Hanswust! Den Kuß, den schickt di de Natur, Schickt Gras un Blaum in Frühjohrskust." Un Jochen bögt sik fründlich dal Un küßt sind Fru, un küßt s' noch mal: „Schick wider, Lotting, wider! wider!" De hett just keinen Annern nich, Un giwwt den Kuß an Jochen t'rügg, Un Jochen küßt sei noch einmal: „Dies, Lotting, nennt man Sympathie." Un Lotting lacht un dukert dal; Swabb! fohrt de Kuß an ehr vörbi, Un Abendwind, de grippt en sik, Bringt en an Blaum un Gras taurügg; So geit hei ümmer in de Run'n, So geit in Frühjohrs Abendstun'n Hei ümmer noch von Mun'n tau Mun'n. - 9. In't irste Virtel steit de Mon, Hei speigelt sik in Abenddak Up Feld un Wisch as wittes Lak Un in den Dik as goldne Kahn. Un üm den Kahn, dor rätert dat Un üm den Jahn, dor plätert dat; De olle Poggenkanter satt Noch ümmer up sin Mümmelblatt, Un fängt nu an: Natt, Natt, Nat is dat Water. Wat drögere Städen! Hir sünd wi taufreden, freden, freden. Kein Katt un kein Kater Hett uns tau befehlen, tau quälen; Fri kän wi grälen, grälen, grälen. Un all dat anner Poggentakel, Dat föllt nu in mit grot Spectakel: Kein hett en Quark uns tau befehlen! De Aderbor, de Aderbor, De Aderbor, de is nich dor, Wi känen grälen, grälen, grälen. Un weik un dump Klingt ut den Sump So angst un bang De Unkensang: Duk unner, duk unner! En Königskind Is hir mal vör Johren verdrunken; An'n Grun'n, an'n Grun'n, dor sitt s' un spinnt, Sei 's Königin von uns Unken. Sei sitt in Lum'm, sei sitt in Plün'n In'n Sump un deipen Grun'n; Wer unsre Königin will win'n, Küß driest ehr up den Mun'n. Un dörch dat Grälen un de Klag', Dörch Poggensang un Unkensag', Dörch Abenddak un Frühjohrsnacht Geit up en Lied in vulle Pracht. Dat funkelt irst so heimlich still, As Stirnenschin bi Winters Küll; Dat gütt denn weik sik äwer'n Plan, As Sommerstid de vulle Man, Un gläut denn hell mit Stral up Stral As lichte Sünn von'n Heben dal. Dat küßt so säut, un deit so wei, Dat heilt dat Hart un ritt't intwei. Dat is de säute Nachtigal, Sei singt von de zwei Beiden, Sei singt de olle Melodei, Sei singt von Scheiden un Meiden: Adjüs, adjüs! - Ik denk an Di - Un sall ik Di verlir'n, Adjüs, adjüs! Denn denk an mi, An mi, Din lütte Dirn! Un kihren Din Bräuder taurügg, taurügg, Un sälen mi grüßen von Di, Wer weit, wer weit, wo ik denn ligg, Un Du liggst nich bi mi. „Nu hür," seggt Jochen, „hür doch mal! Dat is de Krät, de Nachtigal. Dat Dingschen süht nah gor nicks ut Un wo bringt sei dat nüdlich rut! Un ümmer hett s' en Stück parat. - Hüt Abend ward ik an de Strat Up't Hakelwark bi Jochen Smidten So'n Beten in Gedanken sitten, Un denk mi vel un denk an nicks, Dunn kümmt sei ran un makt en Knicks: „Gun'n Abend, Jochen," seggt sei, „na? - Ik bün taurügg ut Afrika." - „„Ja,"" segg ik, „„süllst Di brav wat schämen, So in de Welt herüm tau striken, Bliw hir bi uns, bi Dines Gliken! An Lotten kannst en Bispill nemen, De brödd nu all den tweiten Satz."" Dunn lacht s' un seggt: „Mein lieber Spatz, Dein Lotting ist ein braves Weib, Un Essen kochen, Strümpfe knütten Un Junge aus die Eier sitten Ist sicher auch ein Zeitvertreib; Doch wir, die in der Poesie Die Aufgab' unsers Lebens finnen, Wir Künstler und wir Sängerinnen, Wir knütten, Jochen, un brüten nie. Doch wenn das letzte Lied verklungen, Und wenn die Kehlen ausgesungen, Und sich 'ne gute Aussicht zeigt, Denn sind wir auch nicht abgeneigt... - Na, Jochen, Du wirst mich verstehn, Du bist ja selbst 'ne Art Genie, Und darum - willst Du mit mir gehn - Will ich ein Stückchen Poesie Dir in der nächsten Nähe zeigen. - Komm! - hinter diesen Erlenzweigen." Du leiwer Gott, dor stunn lütt Smidten-Fiken - De lütte Pudel, segg sei jo - De hellen Thranen in dat Og', Ehr Backen gläuten lichterloh, So sach sei Hanne Nüte'n nah, De in de Frömd tau wannern tog. Un folgt de Hand so äwer't Hart, As wir't 'ne Duw, de flügge ward, Un wull nu fleigen Ut ehren Slag, Un säuken tau eigen En anner Flag. Ach Gott, wo würd dat Kind mi jammern! So würd s' sik an den Kirschbom klammern Un stamert lising vör sik hen: „Herr Gott, Herr Gott! Was is mi denn?" - Dunn rep oll Smidtsch: „„Dau! Fiken, swinn! Uns' Korl föllt glik in'n Sod herin!"" - Dunn fohrt s' tau Höcht, as kreg s' en Stot, Un flog heranne an den Sod Un ret dat Gör von't Water t'rügg, Un satt un weinte bitterlich, Un kunn sik gor nich wedder faten, Un wull dat Kind nich von sik laten, Bet Mutter ehr denn irnstlich schüll, Dunn würd sei still. - „„Dat sünd de Nerven,"", antwort Lott. „„Dat arme Kind! Du leiwer Gott! Un hett mi mal in frühern Johren Ut Noth erlöst, as 'k von den Jungen, Von ehren Brauder Fritz, was fungen. Dunn heww ik ehr dat fast tau sworen, Wo ik dat künn, will ik ehr nütten; Un nu möt s' so in Thranen sitten! Un wull ehr helpen, wo ik künn; Un wo sei güng, un wo sei stünn, Süll, wat uns' Fründschaft is, und Du Bewachten sei un wohren tru. Wer is de Nüte denn für Ein?"" - „Wo, kennst Du Hanne Nüten nich? Na, dat wir doch absonderlich! Hir buten kannst en liggen seihn." - „„De is dat! De!"" röppt Sparlings-Lotting, „„De mit dat grote Growbrod-Botting. Wat möt dat für en Schapskopp sin! Geit in de wide Welt herin, Un lett den säutsten Gottes-Engel, Den leiwsten Schatz tau Hus taurügg!"" „Ja, von de Kläuksten is hei nich, Hei is so'n oll'n dickköpp'gen Bengel, Un sallst mal seihn, de Slüngel schafft Sik up sin dämlich Wanderschaft As Brut so'n olles Schätzschen an, De 'n in de Arwten setten kann; Hei is en Klas un bliwwt en Klas." - Knapp hett hei dese Meinung seggt, Dunn rögt sik unnen wat in't Gras, Un Hanne rappelt sik tau Höcht Un kickt in't Sparlings-Finster rin: „„Wohrhaftig, ja! Ik bün en Klas. Wat ik doch för en Schapskopp bün! Hett mi dat drömt? - Het't wer mi seggt? - Wo'st mäglich, dat Ein dat nich mark! Wat was sei fründlich, leiwlich ümmer, Wat was sei stilling üm mi rümmer! Un kek mi nah dörch't Hakelwark! Dortau heww 'k kein Gedanken hatt. Ik wüßt von nicks, nu weit ik wat. Lütt Fiken, lütt Dirning, des' Post von di, De is mi deip in't Hart rin drungen! - Hewwt ji't mi seggt? Hewwt ji't mi sungen?"" Un de Nachtigal sung: Adjüs, adjüs! Kihr bald, kihr bald taurügg! En leiwes Hart, dat sleit für Di So säut, so säut, so lat, so früh, Dat lett Di nich, dat lett Di nich, Dat tüht, dat tüht Di ümmer t'rügg; Kihr bald, kihr bald un tröst sin Wei! Kihr bald, kihr bald, ihr't Hart intwei! Hanne Nüte, Hanne Nüte, kihr bald! Un all de Poggen fangen an tau grälen: Wat, wat, wat soll dat Quälen, Quälen, Quälen? Wat trecken, wat wannern? Makt't grad as de Annern Un danzt up de delen, Up Tehnen, up Hacken; Lat't Kauken tau backen; Achter'n Aben dat Fatt, Un denn man brav natt, natt, natt! Dat darw up 'ne Hochtid nich fehlen, fehlen, fehlen. Un in den ollen Drängesang Singt sacht un lis' de Unk mit mang: In Lum'm sitt s' un Plün'n, En Schatz up Hartens Grun'n; Wer desen Schatz will win'n, De win'nt em, wenn hei wun'n Den Kuß von ehren Mun'n. Un Hanne langt nah sinen Stock Un smitt den Ränzel un den Rock Sik äw're Schuller, horkt un geit Un steit denn wedder, wat dat heit, Dat hei de Nachtigal versteit, Dat Unkensang un Poggengrälen Tau Uhr un Hart em dütlich spreckt, In em 'ne säute Unrauh weckt, Half helle Lust, half heimlich Quälen. - Was is't mit em? Wat is mit em gescheihn? Hett hei in'n Drom en Engel seihn? Hett d e em Uhr un Hart upslaten, Em Gold un Sülwer, Edelstein In'n eig'nen Bussen funken laten, Von dat hei sülben nich hett wüßt? Hett d e em ut den Slap upküßt? Sprök d e tau em so weik un warm Un doch so irnst un fast tauglik: „Behöllst den Schatz du, bliwwst du arm, Verschenkst du en, denn wardst du rik?" - Ja, will en verschenken An sin lütt Dirn; An ehr will hei denken In wide Firn; Ja, will en verschenken In allen Glanz; An ehr will hei denken So heil un ganz. - Un as hei geit nu üm de Bucht, Wo't in den Holt geit barghendal, Swenkt hei den Haut fri dörch de Lucht Un dreit sik üm taum letzten Mal: „Ja, Nachtigal, ik kam taurügg; Ik bring' all Gold un Edelstein An't Hus taurügg so hell un rein; Ik schüdd't ehr all in ehren Schot! - En trues Hart un däglich Brod, Dat is de Schatz von Unserein. - Un sitt s' in Lum'm un sitt s' in Plün'n, Ja, olle Unk, ik will sei win'n, Ik hal sei ut den deipen Grund, Will küssen ehren roden Mund, Sall Königin sin, min hartleiw Schatz! Un dese Swur, de sall mi brennen, Wenn ik en nich holl; denn, Musche Spatz, Denn sallst du nich „Klas" mi, sallst „Schuft" mi nennen!"- Un hei treckt wider sine Strat. - - „„Süh so!"" seggt Spatz, „„dor heww'n wi den Salat! Hei hett de Reden, de wi führt, Hir buten Wurt für Wurt anhürt."" - „Ih wo!" seggt Lott, „is dat 'ne Sak! Kein Minsch versteit uns' Vagelsprak." - „„Mein Kind,"" seggt Spatz, „„es thut mir leid Um Deine groß' Unwissenheit; Denn dieses muß ich besser wissen. - In alten Zeiten, lang vor dissen, Da konnt' die Menschheit in den Sternen lesen Und konnt' die Vogelsprach verstehn, Doch thät sie diese Künst verdäsen Und ließ sie schmählich untergehn. Worum? Sie dünkt sich allzuklug, Schrieb schrewen Schriwwt, las drucktes Buch Und glaubt in ihrem Uebermuth, Mehr Weisheit steck' in diesen Dingen, As wenn der Himmel schreiben thut Und wenn wir klugen Vögel singen. Zwar geht die Sage, daß in spätern Zeiten Im fremden Land, im fernen Inden, Zuweilen Weise noch zu finden, Die Sternenschrift noch könnten deuten Und Vogelsprache noch verstünden, Und daß bei uns auch mancher wache Schläfer, Der stundenlang mit off'nem Maule brütet, Und hie und da ein alter Schäfer, Der seine Herde an dem Waldsaum hütet, Noch einen Rest von dieser Gabe In Einfalt sich bewahret habe. Doch hab' ich Keinen noch gefunden, Denn das Verständniß ist gebunden An Forderungen mannichfachster Art. Zuerst muß der, der so begnadigt ward, Ein reiner Junggeselle sein, Geboren Mittags zwischen Zwölf und Ein, Am Sonntag unter günstigem Gestirne. Dann muß ihn eine keusche Dirne, Ohn' daß er selber davon weiß, Mit einer Liebe rein und heiß Seit ihrer ersten Jugend Tagen Still im verborg'nen Herzen tragen. Dann muß er Abends an dem ersten Mai, Den Tag nach Wolperts-Hexerei, Ein grobes Butterbrod aufessen Und drob all Leid und Gram vergessen. Und schläft er dann an einem Baum, Worin ein treues Pärchen wohnt, Am Teich, am dunkeln Waldessaum, Wo eine grause That gescheh'n, Von Vogellied gewieget ein; Steht in der ersten Quart der Mond Und scheint aus lichten Himmelshöh'n Ihm freundlich in's Gesicht hinein, Dann wird er die Vogelsprach' versteh'n. Doch diese fremde Kunst verschwindet Grad in demselben Augenblick, In dem er selbst der Liebe Glück In eigner Brust zuerst empfindet. Kein Hoffen, Wünschen, Sehnen, Trauern Bringt das Verständniß ihm zurück. In leisem Zittern, dunkeln Schauern Verblüht der kurze Silberblick, In dem das Leben sich erschlossen, Sein ganzes Sein in Eins geflossen, Der einz'ge helle Wahrheitsspiegel, Wenn das Metall war echt und rein! Und was bis dahin in ihm lebte, Und was er wußte, was er strebte, Das wirft er alles in den Tiegel, In des Metalles Gluth hinein. Die alte Form, sie ist zerbrochen, Und was zum Herzen einst gesprochen, Das schweiget stumm seit dieser Frist. Es soll das Alte untergehn, Ein neu Gebilde soll entstehn. Wohl ihm, wenn er ein Bildner ist."" - „Ach Gott," seggt Lotting, „ach de Minschen! Wat maken s' sik dat Leben sur! Dat is en ewig Quälen, Wünschen, Un nicks bi ehr is up de Dur. Na, lat sei gahn, wenn sei't so willen! Doch hür' mal, Jochen, dese Beiden, De will'n wi heimlich ganz in Stillen Mit uns're ganze Sippschaft häuden, Vör Unglück un vör Untru möten. Un süll ehr mal en Led taustöten, Denn will'n wi dat taum Besten wen'n. Lütt Fik hett mi ut Fritzen sine Hän'n, Ut Ängsten un ut Nöthen redd't; Nu heww ik't in den Kopp mi set't, Ik will ehr riklich dat vergellen." - „„Ja,"" seggt de Oll, „„min leiwes Pöpping, Settst Du Di mal wat in dat Köpping, Denn kann Ein up den Kopp sik stellen... Na, Lotting, na, denn helpt dat nich!"" Un dreit sik üm: „„Gu'n Nacht ok, Kind!"" Un snorkt un sagt ganz fürchterlich. - Un Lotting wakt noch lang' un sinnt, Wo Allens intaurichten wir, Denn negstedags is Kindelbir. 10. Un Hanne Nüte treckt sin Strat Un kümmt in'n Manschin Abends lat 'Rin in de grote Stadt Stemhagen Un ward dor nah de Harbarg fragen. Un as em Ein taurecht ward wisen, Trett, up de linke Schuller sin Fellisen, Hei rinne in de Stuw', stellt sik taurecht, Den Haut up sinen Kopp, un fröggt: „Mit Gunst, ist Schmiede-Herberg hier? Mit Gunst, ist der Herr Vater nicht zu Hause? Mit Gunst, ist die Frau Mutter nicht zu Hause? Mit Gunst, ist der Herr Bruder nicht zu Hause? Mit Gunst, ist Jungfer Schwester nicht zu Hause?" Un as em Keiner Antwurt giwwt, Seggt hei, wil dat hei stahen bliwwt: Mit Gunst, dann sprech' ich Tisch und Bänke an, Daß sie mir selbst heut Abend neben Dem Bündel hier die Herberg mögen geben, Daß ich mit Gott und Ehren weiter kommen kann. Un geit an Disch un Bänk heran Un smitt den Bündel unnr'e Bänk Mit einen Wurf un so geschickt, Dat kein Dragreimen, kein Gehänk Taufällig sidwarts rute kickt, Un stellt sik wedder an de Dör Un bringt sin Fragen wedder vör: „Mit Gunst, sind fremde Schmiede hier?" Dunn rögt sik achter'n Disch en Gast Un schüwwt taurügg sin Sluck un Bir - So'n rechten ollen Fi'rburs was't - Un kräpelt achter'n Disch hervör: „„Mit Gunst, mein Schmidt, wo kommst Du her?"" Un fröggt nu 'rümme krüz un quer, Wo Hanne hadd in Arbeit stahn, Mit Gunst, wenn hei von Hus wir gahn, Mit Gunst, wat hei för'n Landsmann wir. Un Hanne antwurt't ganz gedüllig: „Mit Gunst, mein Schmidt, bün dicht von hir Un bün en richt'ger Mecklenbürger." Un bliwwt em keine Antwurt schüllig. Dunn fröggt de Kirl in seinen halben Rausch: „„Mit Gunst, mein Schmidt, büst Du ein Tausch?"" Dunn seggt Jehann: „Wat fröggst dornah? - Mit Gunst, mein Schmidt, ich bün es! - Ja! - Doch heww 'k min Handwark richtig lihrt, Bi minen eig'nen Vader wir't. Un wenn hir Ein von Jug süll denken, De würd mi wat an Lihrtid schenken, Un dat hei blöd mi wesen is, Denn sitt hei sihr in Bisterniß. Un wenn sik Ein doräwer noch monkirt, Denn kann hei glik man rute treden, Ik wis' hir up de Städ en Jeden, Wat för en Slag de Oll mi lihrt." - Den ollen Fi'rburs kek verdwas Ut't Og' dat Bir- un Brandwinglas, Hei sprüt't de Tobackshauch tau Ird Un güng em an mit spitze Würd'. - Na, Hanne was em ok nich blöd; Em was tau Maud, as wir hei sid hüt morren An Krasch un Johren öller worden. Un as de Fi'rburs wat von Muttern säd Un up den Ollen spitzen ded, Dunn ward em Hanne up de Näs' eins geben, Dat all de Stirn an'n hogen Heben Vör sine Ogen an tau danzen füngen, Un all de Klocken in sin Uhren klüngen; Doch höllt hei sik nich up de Fäut, Un as hei sülwst nu wedder sleit, Springt Allens up un slütt en Kreis üm ehr: „Mit Gunst, ihr Schmiede, regulär!" - „„Ganz regulär!"" röppt Hanne wild dortwischen, Un ward den Kirl noch einen wischen. „„Ganz regulär! Ahn Hinnerlistigkeiten!"" Un lett den Kirl Kopphester scheiten. „„Ganz regulär! - Hund, willst Du kuschen? Hallunk, sall 'k Di noch wider nuschen? Willst noch wat up min Öllern reden?"" - Dunn röppt de Anner: „Freden, Freden!" Un as Jehann tau Höcht em lett, Un jeder sinen Haut up hett, Dunn kümmt de Anner nah em 'ran: „Mit Gunst, mein Schmidt, liegt Dir daran, Mit mir Dich wieder zu vertragen?" - „„Mit Gunst, mein Schmidt,"" seggt uns' Jehann, „„Wenn Alles zugeht regulär."" - Dunn kickt de Anner üm sik her: „Mit Gunst, Ihr, meine lieben Brüder, Daß ich mag Jeden darnach fragen, Hat Einer hier etwas dawider, Wenn ich mich wieder will vertragen?" Un Alltausamen stimmen s' in: „„Nein, Keiner hat etwas dawider, Vertrag muß sin!"" - Un de Gesell seggt noch tau Hannern: „Mit Gunst, mein Bruder, treffen wir einander Heut' oder morgen auf 'ner andern Stellen, Daß wir uns keine Vorwürf' machen!" Un Hanner seggt tau den Gesellen: „„Mit Gunsten, nein! Ein Hundsvott thut es!"" - „Mit Gunst, hast Du noch etwas gegen mich?" - „„Mit Gunsten, ncihts als Lieb' und Gutes."" - Un geben beid sik dunn de Hän'n. Un as de Slägeri tau En'n, Dann sall't denn an den Bramwin gahn, Doch Hanne seggt: „„den drink ik nich, Un üm de Zech heww 'k mi nich slahn,"" Un schüwwt de Bramwinsbuddel t'rügg. „„Frau Mutter, mi en lütt Glas Bir!"" - Un de Frau Mutter kickt em an, As ob hei ehr bekannt all wir: „Min Sähn, sünd Sei nich ut Gallin, Sünd Sei nich Meister Snuten sin?" - „„Dat is min Vader,"" seggt Jehann. - „Denn sünd Sei ihrlich Lüd ehr Kind; Ehr Vader was en gauden Fründ Von minen leiwen, sel'gen Mann. Un ok, wat Ehr leiw Mutting is, Mit de kamm ik vör Johren süs In Fründschaft oft un vel tausamen." Un heit em fründlich mit ehr kamen. Un as sei in ehr Stüwken sünd, Dunn stellt s' sik irnsthaft vör em hen: „Wo kümmt dit denn? Wat heit dit denn? Wat? Sei sünd ihrlich Lüd' ehr Kind, Un slahn sik hir mit so'n Gesellen, Den alle Minschen Spitzbauw schellen? So'n Kirl, den blot sin Brauders Geld Vör Arbeitshus un Tuchthus höllt? Pfui, junge Burs, pfui! schämen S' sik!" - „„Je,"" seggt Jehann, „„Frau Mutter, ik Kann wiß un wohrlich dor nich vör. Knapp was ik rinne in de Dör Un hadd den Handwarks-Gruß utspraken, Dunn würd de Kirl sik an mi maken Un fung mit slichte Würd' un Witzen Up mine Ollen an tau spitzen, Un wenn hei ok blot Lägen säd, Was't doch, as wenn hei s' kennen ded. Dat wull 'k nich liden Un ik slog tau, Un kamm em 'n beten up de Siden. Verflucht will 'k sin, wenn 'k't liden tau."" - „Wenn't so is, hür'n em ok de Släg'," Seggt die Frau Mutter, „doch ik rad', Gahn Sei den Kirl hübsch ut den Weg, Gahn S' nich mit em de sülwig Trad'. Hei un sin Brauder, de sünd slicht, Sei sünd bekannt dörch Land un Sand, Un sünd bekannt ok vör Gericht. De Lüd', de munkeln allerhand Von eine Undaht, de geschein, De Kein' as uns' leiw Herrgott sein. Doch wat weit ik? Ik red hir vel. Doch ein Deil weit ik ganz gewiß: Glik nah dit heimlich, düster Wark Würd' d e s ' hir 'ne verlurne Sel; Un wat sin öllste Brauder is, De Bäcker rechtsch hir in den Mark, De würd' en statschen, riken Mann." - „„Dat is sin Brauder?"" röppt Jehann. „„Denn wull de Kirl sik an mi räken Un ded den Strid von'n Tun blot breken, Wil ik bi 'ne Gelegenheit Den Bäcker hadd mal in de Mak."" Un hei vertellt nu de Sak. „Na," seggt de Ollsch, „denn weit 'k Bescheid. Nu äwerst, Sähning lat Di raden: Gah d e s e Ort wid ut de Kihr, Sei bring'n Di süs in groten Schaden, In Larm un Strid un wat noch mihr. - Un nu kumm mit, kumm mit, min Sähn!" Un geit vöran rup nah den Bähn, Un wis't em dor en sauber Bedd: „Hir kannst Du Di herinne leggen, Denn dat, min Sähn, sall Keiner seggen, Dat Snuten-Sähn up Streu hir legen hett. Un nu, min Sähn, un nu gu'n Nacht! Un nimm Di vör de Kirls in Acht!" Sei geit, un Hanner leggt sik dal Un äwerdenkt den Dag noch mal. - Wat was de Dag ut Rand un Band! Wat was de Dag vull Freud' un Led! As Mutters Leiw un Vaders Hand Ut ehren Schutz em trecken let, Dunn packt em rechtsch un linksch de Welt As Bülgen up de wille See, Ball deip in Grund, ball hoch tau Höh; Kein Moders Leiw is, de em höllt, Kein Vaders Hand hei faten kann. 'Ne anner Leiw, de hett em küßt, Von de hei süs noch nicks hett wüßt, Un Haß, de föll em giftig an. De Welt, de sung em in de Uhren: „Wat hen - is hen! Verluren is - verluren! Din Kinnertiden sünd vergahn! Ik bün en grot verwünschtes Sloß; Den ik den Rigel apendahn, Den holl ik wiß, lat ik nich los; Wer mal an mine Dör hett klinkt, Un wer den Willkam mit mi drinkt, Den holl ik wiß in minen Bann. Du drünkst den säuten Drunk, Jehann, Du büst nu bannt, du büst nu bun'n; Nu ängst di man, nu quäl di man, Bet du dat Zauberwurd hest fun'n, Dat di den Rigel apen slütt." - Em is, as wenn de Mort em ridd, Un ümmer greller warden sin Gedanken, Dat ward en Winken un ward en Wanken, Dat ward en Susen un ward en Klingen, De Poggen grälen un de Vägel singen. 'Ne wille Angst, de föllt em an, Ob hei den Bann woll lösen kann, Ob hei dat Zauberwurd woll finn't. - Slap in, Jehann, Weck hewwen't fun'n! „Slap woll, Jehann, slap woll, min Kind!" So flustert't üm de sülw'ge Stun'n As en Gebett ut Mutters Mun'n, Un tau em dröggt't de Abendwind. Jehann slep in. 11. Bi Sparlings is hüt Kindelbir. Uns' Jochen steit in vullen Stat, In brunen Snipel glatt un schir Vör sine Husdör all parat. Hei swenzelirt dor up un dal Un fläut't sik wat un kickt denn mal Nah Lotting in dat Finster rin, Ob s' noch nich ball süll farig sin: „Na, Lotting, spaud Di doch ok ball, Du sallst mal seihn, sei kamen all." - „„Wat hest Du hüt denn für en Driwwel?"" Fohrt Lotting up: „„Stü'r Dinen Giwwel! Ik möt mi irst dat Hor doch maken, Un nahsten sall 'k noch Koffe kaken."" - Spatz seggt hüt nicks un swenzelt wedder los, Doch wohrt nich lang', dunn kickt hei wedder rin: „Na, Lotting, ik bün niglich blos, Ob hei woll sülwsten hir ward sin?" - „„Wer,"" fröggt sin Fru. - „Nu, h e i ," seggt Spatz. „Du weißt jo, Lotting, wen ik mein. Ik will doch äwer'n Barg mal sein." - Doch wohrt nich lang', dunn kümmt hei t'rügg: „Ne, Lotting, ne, noch kümmt hei nich; Ruhrsparlingsch kümmt blot, uns' Kesin." - „„Ja woll,"" röppt Lott, „„de darw nich fehlen, De möt de Irst jo ümmer sin, Mi mit ehr Zaustern dod tau quälen."" - Ruhrsparlingsch kümmt. All in de Firn Röppt s': „Wat 's't för Wirthschaft, Wirthschaft, Vedder! Gotts! Kindelbir'n un Kindelbir'n! In'n März tauirst un nu all wedder? Na, dat mag 'k liden! Un wer steit Vadder, Vedder? - Täuw, ik kam rinne, Lotting, Lotting, Ik smer Di Botting. Wat hest, wat hest denn uptausniden? Wat hest für Gäst Up Dine Köst Wer döfft? Herr Paster Raw' is't bi mi west, Un Wedhopp Köster, Un bi de Gelgaus was't Herr Paster Krei Un Köster Hester. An den is wedder nu de Reih." - Doch Lotting hölt nich länger an: „„Du weißt jo All'ns verdeuwelt wiß! Wenn't för de Gelgaus gaud naug is, Ik un min Jochen sünd nich Jedermann. Bi uns, dor kümmt hei s ü l w st, min Kind, Un wenn w' ok rike Lüd' nich sünd, H e i weit, wat hei bi uns förfin'nt, Hei acht't de Bildung, leiwes Kind."" - „Wat?" röppt de Plätertasch dor mang, „De Kunsterjalrath sülwst in eigene Person?" - „„Verrichtet selbst,"" seggt Spatz, „„die Action, Un Kanter Hahn, der leitet den Gesang. Un Vadder steit de Aderbor Un Kiwitt un de Nachtigal. Ik wull mi irsten ok en por Von'n hogen Adel infentiren, Wat Häwk un Wih un Uhl so wiren, Doch Lotting meint: en anner Mal. Un sei hett recht; de Nachtigal Is utgesöcht 'ne Demokrätin. Un süh, Kesin, wo lang' würd't duren, Denn hadd s' sik mit de Fru Geheime-Räthin Von Schuhut wegen n' Lanndag bi de Uhren. Ne, wat tausamen hürt, dat hürt tausamen. Ik bün süs sihr för adeliche Damen, Doch unner Ümstän'n hett't sin Nücken, Mit de Ort is slicht Kirschen plücken."" „Je, äwerst," seggt Kesin, „Vörnehmigkeit..." - „„Vörnehmigkeit?"" röppt Spatz. „„Na dit wir nett! Mi dücht, de Aderbor, de hett Vörnehmigkeiten naug, so vel ik weit; Un denn de Gaus - wat seggst von ehr? Mi dücht, de hett sei doch von'n Besten."" - „De hett so vel," röppt Lotting ut de Dör, „So vel, dor kann Ein Swin mit mästen." Un as sei noch doräwer reden, Kümmt Aderbor herannetreden Un grüßt sei fein von baben dal. Un Draußel kümmt un Nachtigal Un Kukuk, Kiwitt, Fink un Stiglitzsch Un Lewark, Wepstart, Swälk un Irditzsch Un Rabhaun, Wachtel, Snartendart Un Hester, Schacker, Specht un Sprein, Kort, all de Vägel, witt un swart Un roth un gel un blag un gräun. Blot Gelgaus fehlt, de is nich beden, Denn dat hett Lott abslut nich leden. - Un as sei all in'n Kreis rüm sitten, Dunn wis't denn Lott herüm ehr Lütten; Un All'ns bekickt de säuten Gören. Ruhrsparlingsch ward de Sak erklären Un giwwt 'ne lütte Äwersicht Von Lotting ehre annern Kinner, Wovel sünd dod, wovel noch lewen; Un Jochen trett nu in den Kreis herinner Un up sin glücklich Angesicht Steit grot un breit „Papa" upschrewen. Un Stiglitz-Unkel un Lewark-Tanten Un all de Gäst un de Bekannten, De raupen all: „Wo ähnlich, Jochen! Dat is Din Näs, dat sünd Din Ogen!" Un Aderbor steit up den einen Bein - Up d e Ort kann hei beter seihn - Un kickt de Näs' so langs: „Wahrhaftig, ja! Ganz liksterwelt der Herr Papa!" - Spatz will sik all vernemen laten Un will as Vader sinen vullen Glanz In fine Würd' vull Bildung faten, Dunn kümmt de Wepstart uter Athen Un grüßt irst zirlich mit den Swanz: „Hei kümmt! - Paßt up! - Hei is glik hir! Hei höllt wohrhaftig sülwst de Kindelbir!" Un Allens stellt sik nu in Positur, Un äwer'n Barg kümmt stramm un stur, Schön rod un bläustrig antauseihn, Den swarten Rock un den Tolor Wat upgepust't, utwarts de Bein, Demäudig fram un glatt dat Hor, De Kunsterjalrath sülwst in eigene Person, Den süs de Lüd' för Kuhnhahn schellen. Linksch geit bi em de Gaus un ward vertellen Von ehr Verdeinst üm inn're Mission Un kickt denn af un an so fram tau Höcht, Wat woll Hochwürden dortau seggt; De is dormit denn sihr taufreden. Un as sei beid so gahn tausam, Let't ehr von vörn gefährlich fram. Von achter mag't ehr so nich kleden, Denn Kanter Hahn, de achter geit, Süht, wo Fru Gaus mit't leiwe Achterdeil Gefährlich affectiren deit, Un wo de Kuhnhahn in sin fram Gefäul Stolz Rad up Rad von achter sleit. De Kanter Hahn, en Mann von Welterfohrung, Seggt still tau sik: „Wat kümmert't mi? De Spruch, de gelt: Mundus vult decipi. Na, denn man tau! De Hauptsak bliwwt de Nohrung." Un dreit sik üm nah sin Mariken, De folgt em mit sin föftein Küken: „Du! Kopp hendal so as de Gaus! De Lütten sälen porwis gahn Un säl'n de Ogen nedder slahn; Doch kam wi nahsten tau den Smauß, Denn paßt up minen Wink genau; Raup ik Jug, denn langt düchtig tau!" - Un as sei nu heranne kemen, Dunn dinert' All'ns twei breid, zwei lang, Un Spatz un sin leiw Lotting nemen De fram Gesellschaft in Empfang. De Kunsterjalrath makt nah allen Siden En gottgefällig Kumpelment; Blot Fink un Stiglitzsch kann hei nich recht liden, Un deit, as wenn hei Nachtigal nich kennt; Ok för de Draußel is tau stiw sin Nack, Denn mit ehr Kirchengahn is't ok man swack. Na, äwerst Gaus! - Wat för'n Gemäuth! Wo raut ehr Blick so zuckersäut, As Sünnenstahl ut Sommerwolk, So halw verdeckt up dat verlurne Volk; So'n Hümpel Sünner is ehr Leben! Sei set't sik also preislich neben De Nachtigal un Draußel dal Un süfzt recht deip un süfzt noch mal. Un Kanter Hahn? - Je, Kanter Hahn, Hett just as Gaus un Kuhnhahn dahn; Hei trett mit Fru un föftein Kinner Sihr fram in de Gesellschaft rinner Un kickt up de verlurnen Sünner Mit't eine Og sihr streng un fast, Mit't anner äwer plinkt de saubre Gast Sin lütt Kesin, dat Rabhaun, tau: „Kesining, sett Di hir bet ran, Dat mit lütt Ort ankamen kann." Un as sei All nu dal sünd nödigt Un in en Kreis herümme seten, Dunn höllt de Kuhnhahn denn sin Predigt; Sin Text was ut de lütten Propheten, Sihr stark verbrämt mit Chronikon. Un as sei All gerührt dorvon, Will Kuhnhahn denn de Namen weiten, Woans de Gören sölen heiten. Dat hadd nu Spatz sik lang' bedacht - Sin Gören wiren fein getacht, Hei wull nu ok, dat s' mit en feinen Namen Süll'n ut de Döp herute kamen; Hei antwurt't also frank un fri: Wat sin drei Jungs hir deden sin, Dor wünscht hei: Oskar, Arthur, Balduin, Un för de Mätens: Olga, Melani. „„Wat?"" fohrt de Kuhnhahn up un schull, „„Herr, sünd Sei dull? Wat? Bün ik unner Türken, Heiden? Dor ward ik nich min Hand tau beiden! De Nam', de nich in den Kalenner steit, In den Kalenner nich von Adlers Arben, De führt för ümmer in't Verdarben Up Irden hir un in de Ewigkeit."" - Nu geit en Munkeln dörch de Reih'n; „Ih, dat wir snurrig," seggt de Ein. „„Ih, dat wir würklich sonderbor, Dat wir doch nahrschen!"" seggt de Anner. Dunn tretten hervör de Aderbor Un stellt sik up den einen Bein, Un kickt de Näs' so langs - up de Ort kann 'e Taum Besten sin Gedanken reih'n: De Aderbor is Philosoph - „Herr," seggt hei, „die Philosophie..." - „„Was?"" röppt de Kunsterjalrath grow, „„Philosophie? Herr, schweigen Sie!"" Un de oll Gaus verkihrt ehr Ogen So gruglich fram, erbärmlich kindlich: „Philosophie! Herr Je! Wo sündlich!" Ruhrsparlingsch un oll Hestersch slogen De Hän'n sik äwer'n Kopp tausamen: „„Herr Je! Wat sünd dat ok för Namen!"" Un wat was't En'n von dat Geschäft? Wull Spatz sin Kinner hewwen döfft, Denn müßt hei man de Segel striken, Süs wir dat mit de Döp vörbi, Un stats sin vörnehm Melani Kreg hei en lüttes Ann'meriken, Un stats den feinen Balduin Würd't nu en lütten Krischan sin. De Döp was ut, nu kamm de Klats. Hir makt de Kanter sinen Fats, Hei winkt un winkt un tuckt un tuckt Sin Ollsch hertau, de kluckt un kluckt, Un all de föftein leiwen Gören, De dräng'n sik an den Disch nah vören Un sihr bescheiden, dal den Kopp, Versorgen s' ehr'n unschüll'gen Kropp. Un Gaus, de freu't sik äw're framen Kinner Un nimmt sik all de drüdd Potschon Von Lott ehr'n Koffe. Negst de leiwen Sünner Hürt Koffe sihr tau ehre Mission; Hei glidd so fram de Seel hendalen Un schafft de bösen Dünsten furt. Un wenn't sik an Fru Nachtigalen Un günnt de Draußel ok dat Wurt. De äwer sitten ganz geslagen Un süfzen: wir de Klats tau End! Denn nicks liggt swönner in den Magen As so'n recht kirchlich Regiment. Un wat nich kaut mit villen Backen, Dat finnt de Köst langwilig man; Ruhrsparlingsch blot un Hestersch snacken Sik Likdürn an de Tung' noch an. Na, endlich stellt sik Spatz tau Höcht, Treckt sik de Vadermürder un den Frack taurecht, Makt rechtsch un linksch sin Kumpelment, Riwwt sik verlegen irst de Händ', Fat't sik un höllt 'ne Red' un seggt: „Anwesende, insbesondere Hochverehrteste, Und Sie, Hochwürden, der der allerwertheste In uns'rer sünd'gen Mitte sind, Ich hoff', Sie haben nichts dagegen" - Hir hackt hei fast, hir kamm hei in de Tint, Un rew de Hän'n sik sihr verlegen, Dunn schüwwt em Lotting fix bi Sid: „„Ih, drähn un drähn vör minentwegen, Doch spor Di't up 'ne anner Tid! De Sak is des': de lütte Pudel hett Mi mal ut Angst un Nöthen redd't, Nu wull ik Dankborkeit utäuwen. Ik weit, sei ded sik stark verleiwen In Hanne Nüten, in den Snuten-Sähn, Nu wull'k jug fragen, ob wi den Un ok ehr sülwst nich wullen häuden Vör Untru, Unglück un Gefohr, Un dornah trachten, dat de Beiden Tausamen kemen as en Por? - Wer steit ehr bi in ehre Nod?"" Un all de Vägel lütt un grot, De schrigen all in einen Athen: „„Wi will'n de Beiden nich verlaten! - Ja, Lotting, ja, wi helpen Di!"" - „Dat ward en Por!" röppt Vadder Sprein. - „„Ja,"" röppt de Wachtel, „„sallst mal sein Wi stahn Di bi! Wi stahn Di bi!"" - Un Kukuk, Kiwitt, Fink un Specht, De raupen all: „So's't recht! so's't recht!" - Un Nachtigal un Draußel singen Vör helle Lust un warme Leiw: „„Wi will'n de Grüß' un de Küß' ehr bringen, Wi bringen un dragen de Leiwesbreiw."" Dat ward den Kunsterjalrath doch tau dull, Hei nimmt sin leiwes Mul recht vull Un kullert los in helle Wuth: „Was? Die Gesellschaft ist ja roth, wie Blut, Ist demokratisch; ja, noch mehr! Ist anarchistisch, revolutionär. Dies ist kein Bündniß nicht, dies ist Verschwörung! Die Landsgesetze hindern klüglich Die allzugroße menschliche Vermehrung, Und das mit Recht; denn da vorzüglich, Wo ungehindert Menschen-Massen Sich können frei'n und niederlassen Da herrscht in uns'rer bösen Zeit Die Sünde und Gottlosigkeit. Un dazu biet' ich nie die Hand. Erst dann, wenn sich die Sittlichkeit So'n vierzig, funfzig Jahr erprobt, Das Paar so'n zwanzig Jahr verlobt, Ist Segen in dem Ehestand Und Heil für's liebe Vaterland. Und ich sollt' hier an diesen Kindern, An diesen unerfahrnen Sündern, An ihren unerprobten Trieben 'Ne unbedachte Großmuth üben, Blos weil sie lieben? n u r sich lieben? Nie nicht! Nich nicht! Nie nicht! Und euch, euch warne ich, leichtsinnig Volk, Laßt euch von diesem Bösewicht" - Hier wis't hei streng up Jochen hen - „Den ich als Frevler lange kenn', Und der dies angezettelt hat, Um Gotteswillen nicht verführen: Ich werd' ihn heut noch denunciren." Un dreit sik üm un slog en Rad Un pust't sik up un fläuten ging hei. - Un nu den Gaus! - Herr Je! wo sprung sei Tau Höcht', as wenn s' up Nadeln satt: „„Von „Lieben","" seggt s', „„is hir die Red'? von „Lieben"? Denn kann ik länger ok nich bliwen. Hochwürden, täuwen S'! ik kam mit!"" Un Kanter Hahn? - Je, Kanter Hahn Würd nolens volens ok mit gahn, Un mit em gung sin leiw Mariken Un achter her de föftein Küken. Un Hestersch un Ruhrsparlingsch rüsten Taum Afmarsch angelegentlich: Sei wiren Christen, so vel sei wüßten, Sei hürten tau de A n n e r n nich; Dor künn en Strafgericht mal kamen, Denn wiren s' em doch ut de Finger - Un wickeln ehre Knütt tausamen, Un dor gahn s' hen, de snöden Dinger! - - „Lat sei gahn! Lat sei gahn!" röppt Snartendart, „Irst nu ward uns wedder mal fri üm't Hart." - „„Ji Spillverlöper!"" schellt Jochen Fink. Un Jochen, de röppt: „Nu Lotting, nu bring' Herup ut den Keller den besten Win Herun von den Bähn uns de prächtigste Wust; Nu ward dat 'ne Köst irst, nu ward dat 'ne Lust! Nu sall't irst 'ne richtige Kindelbir sin!" - Rundgesang singt nu en Jeder; All de ollen leiwen Leder, De sei ut de Jugendtid Her noch wüßten, singen s' hüt: „Nachtigal, ich hör dir laufen, Aus das Bächlein thust du saufen." - „Ich hab' einen Schatz über Berg und Thal, Da singt die schöne Nachtigal." - „Kukuk an'n Heben, Wo lang' sall ik leben?" „Kiwitt, Wo bliw ik? In'n Brummelbeerbusch, Dor sing ik, Dor spring ik, Dor heww ik min Lust." - Un All'ns is Lust un All'ns is Freud'! De würdig Aderbor, de steit Vergnäuglich up den einen Bein - Up de Ort kann hei beter hüren Un beter ok philosophiren - Un ward sik so recht häglich freu'n: „Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein!" - - De Sünn, de schint, Mailüfting weih't, De Bom, de gräunt, de Blaum, de bläut, Dat lütte Vagelvolk, dat singt, Dat't hell herup taum Heben klingt. Uns' Herrgott kickt von baben dal: „Na, singt man tau, man noch en Mal!" Un Allens wat dor lewt un wewt, Wat mäuhsam krüppt, wat lustig swewt, Dat fäuhlt dat an de sel'ge Rau Dat Gottes Sünnenangesicht Herunne lacht, herunne lücht. Mit einmal sleit hei't Finster tau, Un wen'nt sik af von sine Ird; In'n Ümseihn swart un düster wir't. Bligrage Wulken trecken swer An'n Heben up; de Stormwind quücht Un stähnt up swarte Flüchten her Un höllt mal Pust, höllt an un swiggt, Bet hei in vullen Tog un Athen, As de Posaun von't Weltgericht, Brus't dörch den Wald un äw're Saten, Un blinnlings sleit 'ne fale Lüchtung Von'n Heben dal nah jede Richtung. De Dunner rullt dörch Wald un Feld Un eine Stimm röppt dörch de Welt: „Ik bün en iwrig un en zornig Herr!" - De Vägel hürn't un süs noch wer. - Dat lütte Vagelvolk, dat swiggt Un hängt in Demaud sine Flücht, Doch achter'n Durnbusch steit en Mann, De Gotteswurt woll hüren kann, Un de dat hürt mit Angst un Bangen, Un doch mit Trotz. Hett sin Verlangen Nah snödes Geld, nah frömdes Gaud Mal döfft mit rodes Minschenblaud; Nu kickt hei mit sin bleik Gesicht So frech un doch so bang' in En'n Un kann doch nich de Ogen wen'n Dor von dat Flag, wo Abel liggt. De Blitz fohrt dal mit falen Glast: Ja, in de Eck, dor was't, dor was't. „Hei is't, hei is't!" krischt hell de Spatz, „Kikt, wo hei kickt dor nah den Platz, Wo nu verfult sin bläudig Wark; Hei is dat sülwst, de Bäcker von den Mark!" Un Kiwitt swingt sik in de Luft, Un ward sin Kreisen üm em tein: „„Ik weit't, ik weit't, ik heww dat sein! Dor liggt hei, liggt hei in sin Gruft."" - „Verfluchtes Dirt!" röppt wild de Mürder, „Holt't Mul mit Din verdammt Geschri! Kein Minsch, kein lewig Wesen wir 'e; Un Satan blot, de stunn dorbi." - „„Ik, ik, ik ok, ik heww dat sein! Dor in de Eck, Eck, Eck is't west, Dicht bi min Nest."" - Dunn grippt de Bäcker nah en Stein Un smitt: „Dat Di de Düwel hal!" Un Dunnerslag un Lüchtung slan Tausamen von den Heben dal: De stolze Eik, de dusend Johr In Pracht un Herrlichkeit hett stahn, Liggt as en braken Ruhr nu dor. Uns' Herrgott red't sin zornig Würd Mit Dunnerstimm un schriwwt sin Teiken Mit fürig Schriwwt up Fels un Eiken. De Mürder tummelt dal tau Ird Un liggt un stähnt, en gruglich Bild, Un richt't sik up un kickt so wild Un stört't denn furt, Furt von den Urt, Dörch Nacht un Storm, man furt, man furt! - De Dunner rullt, de Blitz, de lücht't, De Vagel ümmer üm em flüggt Un röppt döcht Mark em un Gebein: „ H e i o k , h e i o k , h e i hett dat sein!" 12. „Je," seggt oll Smidtsch, „min leiwes Kind, Süh, wat uns' beiden lütten sünd, De kann nu Dürten ok all wohren, Uns' Krischan helpt mi in den Goren, Uns' Fritz, de hödd de Schap bi'n Buren, Nu darwst Du länger ok nich luren, Du möst nu ok hen Deinen tein." - „„Ja,"" süfzt lütt Fiken, „„'t is woll Tid, Doch, Mutting, schick mi nich tau wid, Nich alltauwid von Jug vonein."" - „Ne, nah de Stadt. De Bäcker was Jo gistern hir un wull Di meiden Un redt utdrücklich mit uns Beiden, Un Vader säd, em wir't tau Paß, Un makt dat mit den Bäcker af. Un hir 's Meidsgeld, wat hei gaww." - „„Ach, Mutting, Mutting, nich nah den'n - Ik dau jo All'ns, wat Du verlangst - Wo stört't hei rin hir in de Angst, Wo bäwert hei an Fäut un Hän'n, Wo kek hei sik so gruglich üm, Wo heisch un braken was sin Stimm! Weitst, wat uns' oll Herr Paster seggt? Wer so'ne Angst in'n Harten dröggt, De is nich recht. Ik künn't nich ansein; ik müßt gahn. Un in den Drom de ganze Nacht Hett mi sin Angst vör Ogen stahn."" Un bidd't s säut un strakt so sacht: „„Ach, Mutting, Mutting, nich nah den'n!"" „Na," seggt oll Schmidtsch, „büst nu tau En'n? Wat is dat för en görig Wesen! Wenn Einer ut de Pust sik lopen, Denn sackt hei nahsten woll tauhopen; Wenn dicht bi D i de Blitz inslög', Wo Du Di denn dorbi woll haddst? - Ih, wat! lat sin, gah weg! gah weg! - De oll Geschicht blot föllt Di in, As Du dor bi Din Gösseln sattst Un hei Di in de Hor hett reten. Wat? Du willst nu verstännig sin, Un kannst so'n Ümstand nich vergeten?" - - Lütt Pudel weint, ehr Mutter schellt, Un doch hett s' up de ganze Welt Nicks Leiwers as ehr lüttes Fiken. - Wat helpt dat All? De Armen möten Ehr Kinner in de Welt rin stöten. Ach, wull'n doch mal eins sein de Riken, Wo männig Mutterhart hett blödd, Wenn't s o dat Leiwste von sik stött! Sei würd'n so'n arm, lütt frömde Dirn Up gauden Wegen wider führ'n, Tau jeder Stun'n dat warden wiß, Dat so'n frömd Kind Gottskind ok is. - De Sünndag kümmt, lütt Fiken steit Vör ehren Oll'n, tau gahn bereit. En lüttes Bündel olle Plün'n, De Mutter künn tausamen fin'n, Von hir un dor tausamen stückt, Doch Allens sauber wascht un flickt, Dat s' lichting in de Hand deit hollen; Dat is de Utstü'r von de Ollen. Oll Smidt sitt buten vör de Dör Un raut sik in de warme Sünn, Un Mutter wirthschaft't hen un her. „Süh," seggt oll Smidt, „min Kind, ik bün Ok s o mal von min Öllern gahn; Von Lad' was dunn o k nich de Red'. Min Ollen hadden 't Mäglichst dahn Un hadden mi nah Kräften kled't; Un as de Afschidsstun'n kamm neger, Un ik süll rinne in de Frömd, Gaww Mutter mi en reines Hemd Un Vader desen Hosendräger." - Hei knöpt en af un treckt en dörch de Hand - „Kik, Kind, de Reim is noch bewandt Un is noch ümmer düchtig dor; Ik bruk en nu all männig Johr, Wenn mi wat fehlt, tau allerhand. Wenn mi mal ritt min Karrensälen, Ward mi en Strick taum Binnen fehlen, Drag ik 'ne unbequeme Last, Is in den Hus' mal wat nich fast, Kriggt Fritz mal sine trotz'gen Nücken, Un wenn de Lütten sik nich schicken, Denn binn ik mi den Dräger af, Mak de Verlegenheit en End Un holl en richtig Regiment Un segen den'n, de em mi gaw. Di kann 'k den Reim nu doch nich schenken, Doch gah ik einmal ut de Welt, Un wenn de Dräger denn noch hölt, Denn kriggt en Fritz taum Angedenken, Wil hei de Negste dortau is. Di heww ik nu nicks mit tau geben, As desen letzten, gauden Rad; Un den, min Döchting, den holl wiß! Un dau nah em Din ganzes Leben, Drag' em in'n Harten früh un lat; Tag as en Reimen möt hei hollen, As dese Gaw von minen Ollen; Möt Di tau allen Dingen dägen, Ut alle Swerlichkeit Di trecken, Un büst Du mal up slichten Wegen, Denn sall hei Di't Gewissen wecken. Süh, ritt Di mal Din Karrensälen, Hest mal wat dahn, wat nich sall sin, Leig nich! Gestah dat ihrlich in! Wer leigen deit, de ward ok stehlen. Murr nich un mak kein sur Gesichter! Schint ok Din Last Di mal tau hart, Fat drist man tau, bet't beter ward; Dörch Murren ward kein Arbeit lichter. Snack nich, is in den Hus' wat los, Un sühst Du't ok un denkst Din Deil! Dörch Snacken ward kein Schaden heil, Hei ward man gröter, slimmer blos. Un nu seggt ik Di noch dat Ein - Du weitst, min Döchting, wat ik mein' -" Un irnsthaft in ehr Ogen seg 'e Un treckt sinen Hosendräger So grimmig dörch de harte Hand, „Makst Du Din Moder mal de Schand..." - Dunn stunn hei up un güng herin. Un uns' lütt Pudel stünn un weint, Dunn kamm ehr Mutting: „„Lat man sin Uns' Vader hett dat so nich meint, Hett Di mit Fründlichkeit jo tagen. Un hett Di jo sindag' nich slagen, Doch schickst Di nich - dat segg ik Di - Un kümmst mi mal tau Hus mit Klagen, Denn sallst mal fein, denn is't vörbi! Na, lat man sin, wardst Di woll schicken"" - Un ward sei fründlich an sik drücken. „„Wo hest Din Meidsgeld? In de Tasch? Wis' her, dat künn Di rute slackern; Ik will't Di in den Halsdauk knöpen. Un hür! deist Du dat Geld verklackern Un wardst dorför nicks Orndlichs köpen, Denn sallst mal sein! Un wis' den Dahler Nich Jedwereinen up de Strat; De Slichtigkeit is glik parat; De Stähner hett wat, nich de Prahler. Un grüß Fik Schulten ok von mi, Sei segg'n tau ehr jo nu „Zaphie". Du lettst Di äwer „Fiken" nennen Un nich „Zaphie", dat segg ik Di! Un kannst Du dat so drein un wennen, Dat Du tau Pingsten hir kannst sin, Un wenn de Bäcker nicks dorgegen, Denn kumm, min Kind; wi bliwen in; Un denn bring för uns' annern Nägen En Stuten mit för Jedwerein, Dat sei doch, wenn s' Di weddersein, Sik tau ehr grote Swester freu'n. Hir sünd zwei Gröschen, nimm sei mit; Acht Stuten sünd't, dat stimmt genau, Un nägen Gör'n, denn för dat Lütt Dor giwwt hei Di woll einen tau. Un nu adjüs! un bliw gesund"" - Un drückt en Kuß ehr up den Mund - „„Un holl dat Dinig gaud tau Rad. Micheli köp ik Di 'ne Lad', Wenn't jichtens mit de Gäus' deit glücken. Dat segg 'k Di äwerst: möst Di schicken. Un nu, min Döchting, gah, nu gah!"" - Un Fiken geit, sei kickt ehr nah, Un Vader ward ut't Finster kiken: „Adjüs, adjüs! min leiw lütt Fiken!" - - Un Fiken geit un weint so sacht, Ehr is't, as güng s' in düstre Nacht, As wenn de Sünn un Man un Stirn Versackt, vergahn an'n Heben wir'n. Un üm ehr rüm is luter Licht, Dat lewt un wewt un singt un lücht't, As wir de Welt hüt jung irst word'n, As wir't de irste Sündagmorrn, As den'n uns' leiwe Herrgott säd, Dat Allens prächtig wesen ded. Un sei, sei geit in Blaum un Gras In Sünnenschin un Vagelsang So rein un schön as Eva was, Un in den Harten doch so krank, As wir sei för ehr ganzes Lewen Ut't Paradies herute drewen. Un is't ok krank mit ehr bestellt, In jungen Harten flütt en Born, Von den is Männig heil all word'n, De Born, worin de Hoffnung quellt. De wallt tau Höcht ut düstre Nacht, So deip, so deip, un doch so sacht, Bald wellt hei up, bald wellt hei dal, Bet hei tau Dag' kümmt frisch un hell, Un Heben blag un Sünnenstral Sik speigeln un sin klore Well. Un wenn sin Flauthen wider tein Dörch frisches Wisch- un Waldesgräun, Denn kiken de Blaumen ut ehren Verstek Un speigeln sik bunt in de klore Bäk, Denn ward dat en Flimmern un Lüchten un Gläun, En Danzen un Springen un Küseln un Drein; Un Welt und Heben, de danzen mit, Wenn vull in Flauthen de Strom hen flütt, Un in den Harten, dor ward dat en Freu'n; De Hoffnungsstrom, de heilt un käuhlt, Bet't kranke Hart gesund sik fäuhlt. - Si was't denn ik mit uns' lütt Fiken, De swarten Schatten von ehr wiken, Un wat ehr ahnt un wat ehr swant, Dat schüchert furt de Sommerdag, So wankt sei furt bet an dat Flag, Wo Jochen mit sin Lotting wahnt, Un set't sik hen, wo Hanner lag. 13. Un Jochen kickt ut't Finster rut: „Herr Je, wo süht sei nüdlich ut!" - Un winkt un röppt sin leiwe Fru: „Kik, Lotting, kik! So smuck as Du!" - Doch Lott' ward falsch: „„Ih, drähn un drähn! Wat sall dat dämliche Geklähn? Raup leiwerst uns're Frün'n tausamen Un segg de Swälk, nu süll sei kamen, Nu wir dat Tid, nu wir dat Tid, Dat s' in de Stadt herinne tüht."" „Ja woll," seggt Spatz, „un weitst, ik mein, Wi kün'n jo ok tau Stadt rin tein Un bi den Bäcker uns inmeiden; Dor kän wi sei am besten häuden. Ik weit an't Hus en ollen Knast, Schön holl, de sik tau Hüsung paßt. Uns' Gören kän'n sik sülwst all fäuden, Sei freten wunderschön allein. Un dat is't Best noch bi uns' Lütten, Dat s' nich tau lang' in't Nest rüm sitten. Wie schrecklich, Lotting, würd' es sein, Wenn alle unsre lieben Gören Hier noch bei uns zu Hause wären, Und wir, wir sollten sie ernähren! Nein! Nein! Ich habe viel Gefühl, Doch was zu viel ist, ist zu viel! Wir woll'n uns also christlich fassen Und heut sie in die Welt entlassen." - Hei röppt sin Kinner nun bi Namen Un lett s' üm sik tausamen kamen Un red't sei an recht väterlich: „Seht, Kinder, Mutter, so wie ich, Wir haben weise euch erzogen: Ihr seid zur Prob' schon ausgeflogen Und fressen könnt ihr meisterlich; Ich habe euch die Katz gewiesen Und auch den Häwk und auch di Wih; Ich warne, hütet euch vor diesen Und, wo ihr könnt, vermeidet sie. Merkt euch den Grundsatz für das Leben: Nehmt Alles, was ihr kriegen könnt! Aus Großmuth wird kein Brod vergeben, Und 's schmeckt am besten ungegönnt. Übt meinetwegen höhern Schwindel, Er ist Beruf und ist Natur, Doch übt ihn nobel, liebe Kindel, Mit Feinheit und mit Politur. - Nun geht mit Gott! Doch dankbar seid Mir und Mama zu aller Zeit, Denn, liebe Kinder, Dankbarkeit Ist für die Kinder erste Pflicht. Vergesset diese Tugend nicht! Was wir für euch gethan, bedenkt! Das Leben ha'n wir euch geschenkt, In vierzehn Tagen euch ausgebrütet, Euch vierzehn Tag' versorgt mit Futter Und euch erzogen und gehütet; Vergeßt das niemals mir und Mutter! Und nun, ihr Lieben, nun adieu! Un hollt mal eins den Start tau Höh!" Un giwwt en Stot von achter Allen, Dat s' köpplings in de Welt rin fallen. De Annern burren af, blot lütten Krischäning, Wat't Nestdutt is un Muttersähning, Den kamm tau unverwohrs de Stot - Tau swack sünd noch sin lütten Flüchten Un ok de Start tau kort taum Richten - Un as hei so vöräwer schot Un rute stött würd ut de Dör, Dunn föll dat unbehülplich Gör In uns' lütt Fiken ehren Schot. Sei nimmt em sachting in ehr Hand: „Din Flüchten sünd noch nich bewandt, Du lüttes Dirt; lat ik Di fri, Denn kriggt de Häwk Di un de Wih. Ik nem Di mit un will Di plegen, Bet Du de Flüchten irst kannst rögen; Büst hir geburen up unsen Felln, Sallst mi von't Vaderhus vertell'n." Sei nimmt em mit, un as sei geit, Kümmt in ehr Hart 'ne Fröglichkeit, Un is't en lütten Vagel man, Sei hett doch wat, wat s' hegen kann. Dat is de Leiw, de in den Bussen In'n Düstern still un heimlich wussen. Un üm ehr rüm dor röppt dat lud: „Kamt rut, kamt rut, kamt All herut! Hir geit s', hir geit s'! Süh, kik, süh, kik! Hie geit uns' leiw, lütt Smidten Fik, Hanne Nüte'n, Hanne Nüte'n sin Brut!" Un de Swälk, de zwitschert un wippt un stippt Ehr Flüchten in't Water, wenn s' räwer swippt: „Lütt Fiken, lütt Fiken, Du büst de Best; Lütt Fiken, lütt Fiken, ik treck mit Di; An't Finster, an't Finster, dor bug' ik min Nest, Un früh, un früh, denn weck ik Di." Un Lotting, de singt: „„Nestküken, Nesthahn! Krischäning, min Sähning, wo is Di dat gahn! Du föllst in de Pütt jo mit Rock un mit Büx. Sitt stilling! sitt stilling! dit deit Di noch nix. Din Öllern, de bu'n sik en Nest in den Knast In'n Stänner an't Finster, dicht unner de Fast; Dor kumm denn an't Finster, denn mak wi Di satt, Un fleig nich tau tidig, süs frett Di de Katt. Sing' Fiken in't Hart rin den frischesten Maud! Krischäning, min Sähning, un schick Di ok gaud!"" Un niglich kickt de Nachtigal Un hüppt den Weg Busch up, Busch dal: „Lütt Fiken, ik weit en gräun Verstek In'n Bäckergor'n, nich wid von'n Tun, Dor flütt vöräwer de klore Bäk, Dor will 'k dit Johr min Nest mi bu'n; Un hest Du Tid, un hest Du Tid, Wenn sacht de Nacht heruppe tüht, Besäuk mi denn, besäuk mi denn! Ik sing' Di dennvon Leiw, von Leiw, Un wenn ik treck, drag' ik de Breiw' Von Hanne Nüte'n her un hen." Un as sei wider geit, dunn schallt Ehr ut den frischen gräunen Wald, Ut düstrer Nacht, ut käuhle Rau So'n lustig Lewen un Singen tau. Oh gräune Wald, oh Vagelsang! Un wir dat Hart ok noch so krank, Fäuhlt't sik von aller Welt verlaten, Din helle Klang, Din frische Athen, De trösten, heilen, richten wedder, Wat lag in Angst un Bangen nedder. - - Un as de Stirn heruppe tein, Sitt uns' lütt Pudel ganz allein In ehre Kamer unn're Fast - In't Achterhus nah'n Goren war't - De lütte Swälk singt sachting buten, Pickt lising an de Finsterruten: „Hir bug' 'k min Nest, hir in de Eck; Gu'n Nacht! Slap still, bet ik Di weck." Un Jochen, de unrauig Gast, De wirkt noch in den hollen Knast; Un Lotting röppt lütt Krischan tau: „„Dau, Krischan, Krischan! gah tau Rau! Un morgen kumm upp't Finsterbrett Un mell mi, wo sei slapen hett."" Un buten singt de Nachtigal Dat Led von de twei Beiden: „De Ein treckt äwer Berg un Dal, De Anner sitt in Leiden. Un wenn hei tüht, denn lat em tein, Hei ward mal wedder kamen; Swor Led liggt dicht bi selig Freu'n As Barg un Dal tausamen. Holl ut, holl ut, Du leiwe Brut! Hei ward mal wedder kamen. 14. Un Hanner treckt dörch Berg un Dal. Un as hei sine Strat so geit, Steit hei woll still un horkt woll mal, Ob hei de Vägel noch versteit; Doch dat's vörbi, dat's rein vörbi, Denn sörredem, dat hei dat weit, Dat Fiken em in'n Harten dragen, Is all de Gunst un Kunst verflagen. Doch schadt em nich! Wat Anners spreckt Vel leiwlicher as Vagelsang; Dat is dat Hart, sin Stimm is weckt Un redt mit em den Weg entlang; Geit hei tau twei, geit hei tau drei, Un geit hei itzig ganz allein, Dat redt so'n säutes Einerlei Von Leiwen un von Weddersein; Dat redt mit em den ganzen Dag, Dat röppt ut jeden Hamerslag: „Man düchtig drup! Man düchtig drup! Slah up din Isen los! Du letst tau Hus 'ne Rosenknupp, Findst eins 'ne säute Ros'." Dat was kein Sehnen un Stähnen nich, Dat was kein Hangen un Bangen, Dat was kein Willen un Känen nich, Dat was kein wild Verlangen, Dat was 'ne grote Freudigkeit, De ut dat Hart em redt; In frischen Fü'r, in helle Freud Hett hei sin Isen smädt. Un wo hei hett in Arbeit stahn, Dor was hei Kind von't Hus, Un wenn hei wedder wider gahn, Denn folgt em männig Gruß, Un männig Döchting kek em nah: „Lew woll ok in de Firn! Kumm t'rügg! Min Mutting seggt woll: „Ja", Un ik? Un ik, wo girn!" - Un wenn dat Döchting ok so spreckt Un ward ok Mutting willig sin, De „Meckelburger" äwer treckt Mit frischen Maud in't Reich herin. Sin oll Herr Paster hett em seggt, Hei sall sik hübsch de Welt besein, Un kümmt't mit Jena ok nich t'recht, So lockt em doch de gräune Rhein. - So wandert hei denn lustig wider Un stött mal eins des Abends lat Up einen Murer un en Snider, De trecken beid de sülwig Strat. De Snider is en nahrsches Krut, En Puckel hin'n, en Puckel vören; De Murer ok süht lustig ut, Un fechten daun s' an alle Dören. Sei reden fründlich nu tausamen, - Natürlich H o ch d ü t s ch reden sei - Un as sei in de Harbarg kamen, Dunn slapen s' All up eine Streu. - Un as s' des Morgens wider wannern, Dunn reden oft de beiden Annern Up Plattdütsch, wil de Schapsköpp glöwen, Dat't Hanner nich verstahen kann. Wat Hanne Nüte nich sall hüren: Wenn't Rackertüg sik deit monkiren, Wenn s' äwer em sik lustig maken, Denn heww'n sei ümmer Plattdütsch spraken. Na, Hanne lacht in sinen Sinn Un denkt: „Ji brockt jug schön wat in," Un geit ganz still un stumm dorneben. „Wo," fröggt de Ein up Plattdütsch, „is hei blewen?" - „„'Ne Mil ward hei noch achter sin. Un in de Stadt dor wull hei bliwen, Hei wull an sinen Brauder schriwen, Dat de em Reis'geld schicken süll."" - „Je, wenn sin Brauder ok man will?" - „„Hei möt, säd hei jo, un hei redt Un swört un flucht, wenn hei nich ded't, Denn wull hei em 'ne Supp anrühren, Sin Bräuding süll sik schön verfiren."" - „Ja," seggt de Murer, „so'ne Saken Hett hei ok gistern tau mi spraken. Hei säd, em würd de Sak tau dull, Sin Brauder hadd den Hals so vull, Dat Jedwerein em nennt den Riken, Un h e i müßt Land un Sand dörchstriken. Ik, Brauder Snider, möt gestahn, De Kirl hett wat Fitals för mi, As hadd hei mal wat Gruglichs dahn. Von woher äwer kennt hei Di?" „„Hei is min Landsmann ut Stemhagen; Ik kenn em sid min kindlich Dagen, Hei 's einer von de slimmsten Gäst Un is en Hundsvott ümmer west. Un würd dat mal taufällig kund, Wat hei..."" un leggt den Finger up den Mund Un kickt sik flüchtig üm un wis't Up Hannern, de dicht achter geit. - „Ih," seggt de Murer, „red man drist! Wat uns' Gesellschaft is, versteit Kein Wurd dorvon." - „„Na,"" seggt de Snider, „„De Sak is so - doch segg't nich wider, Hei sleit mi dod, kriggt hei't tau weiten - Sin Brauder, den s' den Riken heiten, Un hei, de hewwen mal vör Johren - In de Franzosentiden, segg'n sei, wir't - En frömden Handelsmann nah Wohren Mit veles Geld in'n Kuffert führt. De Lüd, de segg'n, dat was en Jud; Doch dat's egal. Bald sprök't sik ut: De Minsch was nich nah Wohren kamen. Ok an't Gericht würd wid her schrewen, Sei süll'n doch tauseihn, wo hei blewen. De beiden würden ok vernamen Un heww'n ok seten lange Tid; Den Minschen sin oll Mutter kamm von wid Un hett sei gor tau knäglich beden Mit Fautfall, Thranen un mit Reden, Sei süll'n doch seggen, ob ehr Kind, Ehr armes Kind, wir noch an't Lewen. Doch All'ns vergews! De Beiden sünd Bi't Striden un bi't Leigen blewen. Kortüm! ehr was nicks tau bewisen, Sei kemen los ut Block un Isen. - Des', wat de Smidtgesell deit sin, De güng nahst in de Frömd herin Un was up etzlich Johren furt, Un Keiner hett von em wat hürt. En Schauster blot ut unsen Urt, De hett em mal tau Hamborg drapen; Dor hett hei'n snurrig Lewen führt: Den dürsten Win blot hett hei sapen, Un mit so'n oll entfamtes Nickel Von Dirn hett hei sik rümmer treckt Un hett dor spelt en schönen Zwickel, So lang' dat stahlen Geld hett reckt. Un as dunn Allens dod was slagen, Dunn kamm hei wedder nah Stemhagen Un läd sik bi den Bäcker in. Dat was dunn all en riken Knast, Denn d e Kujon würd kläuker sin, Un wat hei hadd, dat höll hei fast. Na, äwer dunn! - All Dag' was Larm In'n Bäckerhus'; sei slogen sik Binah intwei de Bein un Arm, De Näsen breit, de Ogen dick, Bet dat Gericht dortüschen kam Un den Gesellen rute nam. De hett nu hir un dor rüm legen, Het't Eten von den Brauder kregen, Is denn mal wedder wannern gahn, Het't Geld, wat em de Anner gaw, Up liderliche Wis' verdahn; Un so güng't ümmer up un af."" - „Na, un de Bäcker?" fröggt de Murer. - „„Ih, dat's so'n Sliker, is so'n Lurer, Kann Keinen in de Ogen sein, Is gegen Armaud hart as Stein, Sport Geld tausam un giwwt nicks ut, As wenn hei praßt för sik allein. De Lüd', de reden allerlei, Un wenn ok Allens wohr nich is, W a t is mit em nich in de Reih, Un Eind, dat weit ik ganz gewiß; Hei kann kein Kiwitts hüren schri'n; - Dat sünd nu woll en Johrner drei, Dunn geit min Vader nah Gallin, Un Unnerwegs dröppt hei den Bäcker. Sei grüßen sik un gahn tausamen, Un as sei ut den Holt rut kamen, Dunn gahn sei sik wat in de Richt Dörch eine Wisch; mit einmal flüggt En Kiwitt ümmer üm ehr üm Un röppt un krischt mit helle Stimm. Dunn steit de Bäcker dodenblaß, As wenn hei ban'nt un töwert was, Dörch sine Knaken flüggt en Bewer, Em schüddelt't as dat kolle Fewer; Dunn schütt dat Blaud em in't Gesicht - Min Oll, de denkt, em rögt de Slag - Un as hei wedder Lewen kriggt, Dunn stamert hei ut't Mul herut: „Verfluchtes Dirt, verfluchtes Flag!" Un stört't dunn furt in helle Wuth. - Min Vader seggt, hei hadd sik äwer Den Bäcker hellschen irst verfirt, Doch as de irste Schreck vöräwer, Dunn hadd hei lacht un em vexirt; Dunn hadd de Bäcker, ahn tau spreken, Em mit en düstern Blick ankeken, De wird so scharp dörch't Hart em gahn, As hadd't Ein mit koll Isen dahn. Hei hadd sindag' nich wedder lacht, Wenn hei an jennen Blick hadd dacht." - So reden sei denn mit enanner Un Keiner denkt an unsen Hanner, Denn de ward ganz unschüllig daun. Doch as sei äwer Middag raun, In'n Schatten unn're Eik henreckt, Den Kopp up ehren Bündel leggt, Dunn sus't wat äwer ehr tau Höcht; 'Ne Schauw von Aderbors, de treckt Ehr Kreisen ümmer neger, neger, Un ümmer dichter, ümmer höger Dreit sik de Tog taum Heben rup. Dunn springt Jehann von't Lager up Un röppt up Plattdütsch unverwohrs: „Kikt dor, kikt dor de Aderbors!" - Knapp hett hei äwer dit man seggt, Dunn fohrt de Murer up em in, Un de lütt pucklich Snider fröggt: „„Was soll dies sin? Was soll dies sin? Zu Aderbors, da sagt mer „Sterche" Un zu die Lewark sagt mer „Lerche". Gesellschaft, Du kannst Plattdeutsch reden?"" - „Ja," seggt Jehann. - „„Entfamte Lurer! Du hest uns uthorkt,"" röppt de Murer. „„Täuw, dit, dir will wi Di verleden!"" Un höllt de Fust em unn're Näs'. „Holt!" röppt Jehann. „Ji dummen Kläs', Ji wullt Jug äwer mi monkiren? Ji wullt mi irst dat Wandern lihren? Ji wullt mi hänseln, wullt mi plücken, Dat Geld mi ut den Büdel ströpen, Mi mit 'ne lange Näs' weg schicken, Un mi tauletzt för dumm verköpen? Nu heww ik J u g , nu kann ik J u g betahlen, Ik bruk den ollen Smädgesellen Blot Juge Reden tau vertellen, De ward dat Ledder Jug versahlen." - De Murer schüll, de Snider bed, Bet endlich Hanne tau em säd: „Na, lat't man sin! För mi büst säker. Ik kenn den Smidt un ok den Bäcker, Ik heww mal sülwst wat mit ehr hatt. Du äwerst, Snider, mark Di dat: So licht lat ik mi noch nich plücken. Un makt Ji mi noch mal so'n Stücken, Is't mit de Fründschaft rein vörbi, Un denn giwwt't irnstlich Kräkeli." - De Murer un de Snider böden De Hand denn ok tau nigen Freden, Un ut de Drei, dor würden Frün'n, Un wo s' nich all Drei Arbeit fün'n, Do treckten Smidt un Murer, Snider Un lustige Gesellschaft wider, Un treckten sei de Strat entlang, Denn stimmten s' an den Wannersang: Die Wanderschaft ist schöner doch Als sitzen still im Haus; Und weht der Wind in's Ärmelloch, Er weht wohl wieder raus. Wir ziehn, zu zwei, wir ziehn zu drei Durch Sachsen und durch Preuß'n; Und reißt der Stiefel auch entzwei, So laßt den Schelmen reiß'n! Das Mädchen schaut uns lange nach Wohl über Vaters Zaun: Gott grüß' dich, Mädchen, jeden Tag! Dich, Mädchen, blond und braun. Mit Augen braun, mit Augen blau, Mit Rosen im Gesicht; Ich macht' dich gleich zu meiner Frau, Wär' nur das Wandern nicht! Frau Mutter, eine Kanne Wein Für Geld und gute Wort! Und kehren wir auch heute ein, So ziehn wir morgen fort. Und borgen wir auch heut bei dir, Laß du das Mahnen bleib'n, Schreib's nicht an deine Kammerthür, Mußt's in den Schornstein schreib'n. Und ist der Beutel leer an Geld, Wird wieder frisch geschafft; So ziehn wir durch die ganze Welt Auf uns'rer Wanderschaft. 15. As Harstwind äwer de Stoppel weiht, Dunn liggen drei Burßen in Herzlichkeit Tausamen unner den Schatten-Bom Un sein herun up den gräunen Strom Up den gräunen Rhein, up olle Borgen, Un singen herin in den hellen Morgen. Sei singen, ob't paßt, is ganz egal; Ehr Led schallt lustig dörch Barg un Dal, Sei singen en Jeder, wat Jeder weit, Doch wat sei singen, ut Hartensfreud'. Dat is de olle leiwe Sang, De schallt taunirst, wenn't Hart noch fri, Un klingt denn nah dat Lewen lang Mit sine säute Melodi; Dat is de Lust, de rute breckt, Wenn Gottes Herrlichkeit So warm un vull taum Harten spreckt, Wenn't frisch un jung noch sleit. Wat kümmert't uns, wo't rute kümmt, Wat kümmert't uns, wo't stimmt? Dat is de Lust, de helle Freud', De Maud is't, de in'n Harten gläut, Sei möten rute in de Welt! Wen kümmert't, ob't geföllt? - De Murer wüßt en einzig Led, Hei wüßt man blot dit ein, Dat sung hei, wenn hei trurig set, Un wenn hei sik ded freu'n; Un was hei trurig, sung hei't sacht, Un was hei lustig, lud; Hei hett dorbi ball weint, ball lacht, 'T kamm All up Eins herut: „Habe wieder mal was Neu's erfohr'n, Daß mein Schatz, das allerliebste Kind, Welchem ich so lieb und treu gesinnt, Daß mein Schatz mit ungetreu is word'n. Ihre Zähne, die sind kreideweiß; Kreide-kreideweiß sind ihre Zähn', Rosenroth ihr Mündlein anzusehn. Meine Liebe zu ihr, und die war heiß. Als sie mir die Treue hat gebroch'n, Lag ich wohl die lange, lange Nacht, Hab' die Sach' mir über-überdacht, Daß sie mir in's Herze hat gestoch'n. Lebe wohl, du Allerungetreu'st! Zieh' nun über Berg und über Thal, Siehst mich nun zum letzten, letzten Mal; Wenn du deinen Sach' nur nicht bereu'st! Hast du dann was Neues mal erfohr'n, Daß dein Schatz in fernem, fernem Land Ruhen thut im leichten, leichten Sand, Daß dir's dann nur leid nicht ist geword'n!" „Na," röppt de pucklich Snider, „hür, Wenn't Ding man nich so trurig wir! Dat geit so dusemang un sacht, As wenn bi uns de Nijohrsnacht Oll David von den Thorm wat blös't; Un wir Din rod Gesicht nich west, Hadd 'k dacht, ik wir tau Gräfniß beden. Ne, Murer! kannst nicks Beters bringen, Denn süllst dat Singen ganz verreden. Paß up! Min Led sall anners klingen: Es thät ein Schneider mal sich frei'n Des böhm'schen Grafen Töchterlein, Sie war von hohem Adel. Was setzt' er in das Wappen sein? 'Ne Scheere und 'ne Nadel. Und schrieb darum in jede Eck: Meck, meck, meck, meck, meck, meck, meck, meck! Und künd'te allen Leuten: Sein'n Wahlspruch sollt's bedeuten. Und als er minniglich bemüht Mit seinem Schatz zur Traue zieht Mit Nadel und mit Schere, Und Jedermann nun klärlich sieht, Daß's nur ein Schneider wäre, Da rufen Alle: Geht mer weck! Meck, meck, meck, meck, meck, meck, meck, meck! 'S ist leider, leider, leider! Der neue Graf ein Schneider. Und als er an die Hofstatt kam Und dorten seinen Antritt nahm, Da lacht es männiglichen: „Sein Wappen ist gar wundersam; Der ist auf Schnitt und Stichen!" Und zu des armen Schneiders Schreck Geht's wieder los: Meck, meck, meck, meck. Ja, in des Kaisers Halle, Da meck- und neckten Alle. Es lacht des Kaisers Majestät, Bis ihm beinah der Bauch vergeht: „Oh, bringt ihm doch 'ne Elle! Ein Rößlein, das fein sachte geht. - Nun, Ritter, reite schnelle! Und fall vom Roß nicht in den Dreck!" Und Alles lachte: Meck, meck, meck! Und selbst sein Weib, das feine, Das stimmte hell mit d'reine. Da zog der neue Ritter aus, Für immer aus des Kaisers Haus Und von der Grafentochter, Und manchen schweren, harten Strauß An allen Thüren focht er, Und jedem Dirnlein frei und keck, Das hinter ihm rief: Meck, meck, meck, Dem stand er zu Gebote: „Heraus, du weiß-und-rothe!" Drum merkt Euch, Schneider, die Geschicht: Frei't böhm'sche Grafentöchter nicht Und ziehet nicht zu Hofe! Dann lacht Euch nicht in's Angesicht Der Knappe und die Zofe. Nein, fechtet brav, ihr Ziegenböck! Und ruft ein Mädchen: Meck, meck, meck, Dann küßt sie auf der Stelle, Ihr Ritter von der Elle! „Wat's dit för Wirthschaft!" röppt Jehann, „Ji stimmt hir blot wat Hochdütsch an, En Led, wat in de Bäuker steit? Ik sing Jug, wat taum Harten geit, Un paßt mi up un fallt mit in, Denn sall dat prächtig klingen. Wat? Ji will plattdütsch Burßen sin, Un känt nich plattdütsch singen?:" Ik weit einen Eikbom, de steit an de See, De Nurdstorm, de brus't in sin Knäst, Stolz reckt hei de mächtige Kron in de Höh'; So is dat all dusend Johr west; Kein Minschenhand, De hett em plant't; Hei reckt sik von Pommern bet Nedderland. Ik weit einen Eikbom vull Knorrn un vull Knast, Up den'n fött kein Bil nich un Aext. Sin Bork is so rug un sin Holt is so fast, As wir hei mal bannt un behext. Nicks hett em dahn; Hei ward noch stahn, Wenn wedder mal dusend von Johren vergahn. Un de König un sine Fru Königin Un sin Dochter, de gahn an den Strand: „Wat deit dat för'n mächtigen Eikbom sin, De sin Telgen reckt äwer dat Land? Wer hett em plegt, Wer hett em hegt, Dat hei sine Bläder so lustig rögt?" Un as nu de König so Antwurt begehrt, Trett vör em en junge Gesell: „„Herr König, Ji hewwt Jug jo süs nich d'rüm schert, Jug Fru nich un Juge Mamsell! Kein vörnehm Lüd', De hadden Tid, Tau sein, ob den Bom ok sin Recht geschüht. Un doch gräunt so lustig de Eikbom up Stun'ns, Wi Arbeitslüd hewwen em wohrt; De Eikbom, Herr König, de Eikbom is uns', Uns' plattdütsche Sprak is't un Ort. Kein vörnehm Kunst Hett s' uns verhunzt, Fri wüssen s' tau Höchten ahn Königsgunst."" Rasch giwwt em den König sin Dochter de Hand: „Gott seg'n Di, GEsell, för Din Red'! Wenn de Stormwind eins brus't dörch dat dütsche Land, Denn weit ik 'ne säkere Städ: Wer ein Ort Fri wünn un wohrt, Bi den'n is in Noth Ein taum besten verwohrt. Un as hei sung sin Led tau End, Dunn würd sik achter em wat rögen, Un as hei dornah üm sik wen'nt, Kickt em de Smädgesell entgegen. Sin Og kickt höhnschen un verglas't In ehren lust'gen Kreis herin, Un in sin Minen hadd de Sün'n Mit all ehr Wuth herümmer ras't. Swor liggt üm sine Lipp en Haß, As wenn ut Bli hei gaten was, Un will hei lachen, ward't en Wesen, Dat Jeden grugen würd en gräsen. Verfollen stunn hei dor, verkamen, Ein schändlich Bild in dreck'gen Rahmen. „So," rep hei, „so! Hir drap ik Jug!" - Un rute platzt en weusten Fluch - „Ji singt jo hellschen äwerböstig, Denn is de Bramwin woll nich wid. Na, rückt man rut! denn ik bün döstig. En Sluck smeckt beter as en Lid." De drei Gesellen sprungen up, De Lust was hen, de Freud' vergällt, As wenn in frische Rosenknupp En gift'ge Worm herinne föllt. Denn is dat ut mit Bläu'n; So was't ok mit ehr Freu'n. „„Wat gellt Di hir uns' Singen an?"" Röppt hellschen argerlich Jehann. „„Gah Dine Weg', uns lat in Rau!"" - Un wat de beiden Annern wiren, De stimmen kräftig ok mit tau: „Wi heww'n mit Di nicks tau verkihren!" Un trecken af mit ehr Fellisen. - „„Ja, gaht man!"" röppt de Kirl ehr nah. „„Kann ik nich gahen, wo ik gah, Ji brukt de Weg' mi nich tau wisen. Na, täuwt! wi will'n uns wider spreken, Ik ward Jug mal en Sticken steken."" Un wankt ehr nah mit falschen Blick. So hinkt de Afgunst achter't Glück, Un flüggt dat Glück ok noch so hoch, De lahme Afgunst kriggt dat doch; Un hett sei't fat't mit knäkern Armen, Denn wörgt sei't dod ahn Gnad un Barmen. 16. 'T is wedder mal de Gösseltid. De Lewark stiggt nah'n Heben rup Un singt ehr helles Frühjohrslid; De Bom, de driwwt sin brune Knupp Un smitt dat letzte gele Bladd As Deckbedd dal fög Gras un Krut. De kiken jung un schämig rut Un reden lis' von dit un dat, Von Winters Noth, von Sommers Freuden. Un ligg'n enanner in den Arm Un flustern sacht: „wo warm! wo warm!" Un hoch an'n Heben treckt de Kraun Un stödd herun in ehr Posaun: „De Luft is fri! De Luft is fri! Mit Snei un Winter is't vörbi!" Ehr Swager Aderbor, de steit Vergnäuglich up den einen Bein, Wil't nu bald Poggen geben deit, Un kickt von't Schündack up den Rhein Un klappert ruppe nah de Kraun: „Fru Swägern, grüß vel mal von mi, Ik kem des' Dag glik achter Di, Ik hadd hir blot noch wat dau daun; Ik müßt nah Hanne Nüte'n sein." Un flüggt herun un dröppt den Specht, De is hir 's Winters äwer blewen, Un warden beid sik hellschen freu'n Bet endlich Aderbor em fröggt: „Na, hett't hir wat Besonders gewen?" - „„Mit Hanne Nüte'n?"" fröggt de Specht. „„Ih, Arbeit hett hei hir jo fun'n, Hei arbeit't in de Smäd dor un'n; Un ok de Snider is hir blewen, De Murer hett sik rümmer drewen Den Winter dörch, nu äwer is Hei hir in Arbeit wedder wiß."" „Ih," seggt de Aderbor un schellt, „Wat uns de Snider un Murer gellt! Ik frag', ob Hanne an sin Fiken Mit faste, true Leiw noch höllt, Wil deß ik äw're See müßt striken." - „„Dat weit ik nich so ganz gewiß. Weit blot, dat hei in Arbeit is, Hir un'n bi 'ne Fru Meisterin, Wat noch en smuckes Wiw deit sin."" - „Gotts Dunner!" röppt de Aderbor, „Wotau heww'n w' Di denn vörrig Johr Hir bi em set't? Na, dit is nett! Hei sall den Jung'n für Untru schütten Un lett em bi 'ne Fru Meistern sitten, Un bi 'ne jung'! Weitst wat dat seggt?" - „„Du hest gaud reden!"" seggt de Specht, „„Mi geit't up Stun'ns man hellschen swack, Dor sitt ik nu un hack un hack Den leiwen langen Winter äwer, Un denn un wenn man 'n lütten Käwer; Ik heww allein mit mi tau daun. Doch säd mi hüt de Smädsch ehr Haun: De Ollsch, de leg em stramm tau Liw, Sei set em hellschen up de Hacken Un wull em hüt Pankauken backen; Für Hannern wir ehr nicks tau riw. Un wenn hei wir taum Graben gahn, Denn wull sei em den Kauken bringen, Un hadd ok so'ne Reden dahn: Hüt müßt't ehr mit ehr Leiw gelingen."" - De Aderbor kickt langs de Näs' Un stellt sik up den einen Bein - Up dese Ort kann hei in des' Verhältnissen am besten sein - Un makt in de Geswindigkeit Sik einen Slachtplan schön taurecht, Un kickt tau Höcht un fröggt den Specht, Wo Hanne Nüte graben deit. De wis't em denn nu ok Bescheid. De Oll, de flüggt dat Feld hendal, Un up den Tun süht hei den Sprein: „Matz, hest Du nich dat Rabhaun sein? Oh, raup mi doch dat Rabhaun mal!" Dat Rabhaun lett nich up sik luren, De Aderbor, de bückt sik dal Un flustert ehr wat in de Uhren; Sei nickt em ja, dat süll geschein. Hei flüggt up't Schündack wedder rup Un stellt sik up den einen Bein. - - Klock nägen geit de Smäddör up. Fru Meisterin, so rund un slank, En smuckes Wiw, so blink un blank, So nett un sauber baben un un'n, Trett ut de Husdör glau herut, In'n slohwitt Dauk den Kauken bun'n: „Dit sall Di smecken, Hanning Snut! Un denn, un denn?... Wi warden't sein - Natürlich All'ns in allen Ihren - Hei is jo ok von Fleisch un Bein, Un hett en Hart ok tau verliren." So trippelt sei de Strat entlang, Un böhrt dat Röckschen in den Hög, Wo Rönnstein un wo Pütten wiren, Bileiw! dat s' keinen Hamel kreg! Un kamm s' denn wedder up den Drögen, Denn let s' dat Röckschen ok nich dal, Dat doch de Lüd ehr Beinwark segen. So geit sei wider. Mit einmal Geit't baben von dat Schünendack: Klack, klack, klack, klack, klack, klack, klack, klack! Sei kickt tau Höcht: „De Aderbor! Dat is de irst in desen Johr. Dat Teiken," seggt sei, „wir nich slicht! Schad is dat blot, dat hei nich flüggt, Un dat hei sitt un klappern deit; Denn sall jo Ein för't negste Johr Vel Pött un Schötteln kappeniren. - Na, dat is ok so'n Dämlichkeit! - Un mi sallt säker nich passiren. Na, grüß di Gott, du Langebein! Wo sik dat doch so prächtig paßt, Dat h ü t grad ik t a u i r s t di sein! Kumm, bug' din Hus up mine Fast!" - Sei geit nu wider nah den Fell'n Wo ehr leiw Hanning Nüting gröwwt. „So'n Teiken," seggt sei, „sall doch gell'n! Ein geit vel säk'rer an't Geschäft!" - Nu kümmt en Graben. Dat's fital! Dor unnen nah de Brügg' hendal, Dat is tau wid. Man kort entslaten! So'n Sprung is ehr all oft gelungen, Sei hett all velmals höger sprungen. Sei ward ehr Röckschen höger faten, Set't an un springt nu: eins, zwei, drei! Burrr! flüggt dat Rabhaun up nah baben, Un de Fru Meistern in den Graben, Un all ehr Schötteln sünd intwei, Un all ehr Kauken dreck'ge Klümp, Un ganz vull Modd ehr witten Strümp, Un all ehr heite Leiw is käuhlt, As sei dat kolle Water fäuhlt. - - Un as s' sik endlich rute ampelt, Dunn steit sei dor un prust un trampelt Un smitt den Kauken in den Sand Un hett de Schören in den Hand Un paßt s' tausam: „So hewwen s' seten." Ehr heite Leiw is ganz vergeten. Un geit nah Hus - 't is ganz egal, Ob dörch 'ne Pütt, ob up den Drögen - Un lett ehr Röckschen deip hendal, Dat blot de Lüd ehr Strümp nich segen. Un kickt up't Schündack rup un seggt: „De dämlich Aderbor hadd Recht!" - De äwer stunn up sinen Bein Un kek von't Schündack höhnschen runne Un lacht vör sik - up des' Ort kunn 'e Sihr spaßig un sihr spöttsch utsein - Un klappert run: „Fru Meisterin, Dat was woll nich nah Ehren Sinn, För ditmal laten S't man bewen'n, Dat namm doch tau en klät'rig En'n." Un flüggt herunne nah dat Feld, Wo Hanne gröwwt, un seggt tau sik: „Möt doch mal sein, wo hei sik höllt, Un ob de Jung' noch up den Schick." Un as hei nu so räwer tüht Un Hanne em dor fleigen süht, Set't hei den Spaden bi de Sid Un singt dat olle Kinnerlid: „„Aderbor, du Langebein, Wennihr willst du weg hir tein."" Un Aderbor, de seggt: „Dat mag ik liden, Hei denkt noch an sin Kinnertiden; Sin Back is rod, fri is sin Blick. Vel Glück, Jehann, vel Glück, vel Glück, Vel Segen is för Di upsport; Du hest Din Unschuld Di bewohrt." Un nimmt sin Flücjten in de Hand Un segelt äwer Stadt un Land, Un wo hei kümmt, dor is't en Freu'n: „Wi heww'n den Aderbor all sein!" Un as hei kümmt nu nah Gallin, Dunn freu'n sik ok oll Smidten sin: „Aderbor, du Rauder, Bring' mi'n lütten Brauder! Aderbor, du Nester, Bring' mi 'n lütte Swester!" Un bidd'n noch üm en nigen Segen, Du leiwer Gott! un't sünd all nägen! - - Fru Meisterin dacht hen un her, Kek Hannern an un kik't ehr Schör: „Kein Bom föllt up den irsten Hau, Ik hau noch eins un tweimal tau; Hei is jo jung, ik ok jo noch." Un halt 'ne Wust von ehren Bähn: „Na, Meckelnburger, eten S' doch! Un drinken S'! Hir steit Win, min Sähn." Un uns' gaud Hanne? Ganz unschüllig Vertehrt hei Win un Wust gedüllig. Un gung Fru Meistern in ehr Kamer: "Na, Meckelnburger, nu gu'n Nacht! Un laten S' sik wat Leiwes drömen." Denn hujahnt hei: „„De grote Hamer, De hett mi hellschen afmaracht."" - De Bengel süll sik brav wat schämen! - Vir Wochen nah den Aderbor An'n Sünndagnahmiddag, dunn stünn In ehre Käk Fru Meisterin Un kakt en Pöttken Schockelor. Un wat dortau? Pannkauken deden Ehr eklich mal eins all verleden, Ne, Waffelkauken müßten't sin. - Hett Ein von Jug woll mal eins sein, Wenn so'ne jung' Fru Meisterin Tau Mehl un Rohm de Eier rührt, Mit't Waffelisen rüm hadtirt, Wenn s' mit ehr runden, drallen Bein Herümme hüppt bald hir, bald dor? Bald springt sei nah de Schockelor, Bald möt sei nah de Waffeln sein, Un möt dat Isen drein un wen'n. Wo güng ehr dat so glatt von Hän'n, As sei ehr sauber Arbeit dahn! So smidig gung ehr Arm un rund, Dat Ein dorup hadd swören kunnt, Sei künn dormit en Knuppen slahn. De lütten Bein un Arm, de flogen So sträwig nett, so fix un licht, De Kahlen gläun ehr ut de Ogen Un von ehr frisches Angesicht. Un unner ehren witten Dauk, Dor brennt ehr lüttes Hart so heit Un het't so hild un puckt so sleit, As wenn oll Schultsch ehr Stuwenklock In jede Stun'n fiw Virtel geit. Un dat all üm de Schockelor Un üm de Waffeln? Gott bewohr! Ne, dorüm ward kein Hart nich rönnen, Binah dörch Latzenschörten brennen; Dit Wirken all von bin'n un buten, Dit Rümhandtiren mit Arm un Bein, Dir Hartenpuckern, dir Ogengläun Is all för unsern Hanning Snuten. De Schapskopp hett dat blot nich sein. - Den sülw'gen Abend satt Jehann In'n Goren mit Fru Meisterin, Vör Beiden stunn 'ne blanke Kann, Un ut de Kann schenkt sei em in Un reckt em ok de Waffeln hen: „Na, Meckelnburger, drinken S' ut! Un seggen S' mal, wo smeckt sei denn?" - „„Heil prächtig,"" seggt uns' Hanne Snut, Un drunkt sin Schockelor un packt Den Teller sik vull Kauken vull, „„Dit's noch nich un min Tähnen hackt. Un wenn min Mutting ok woll wull, Min Vader was partuh entgegen, Dat in den Hus' würd Kauken backt. So'n Kauken heww 'k meindag' nich kregen."" - Fru Meistern schenkt em wedder in: „Denn was Ehr Vader woll recht hart?" - „„Dat segg'n Sei nich, Fru Meisterin! Hei slog mi woll den Puckel swart Un was mi hellschen streng tau Tiden Un kunn kein Leckermüler liden, Doch heww 'k noch keinen Minschen funnen, De mi so leiw un tru was sunnen."" - Hir würd Fru Meistern ehren Schörtenband Verlegen üm den Finger win'n Un süfzt un seggt: „Dat wir 'ne Schand! So'n Minschen ward'n Sei vele finn'n. - Ne, ne! De Öllern sünd tau hart, Dat schellt und schellt un sleit un sleit, Wenn mal so'n armes junges Hart Nah'n lütten Mundsmack janken deit. Dor was ik anners tau min Tid, As mi min selig Mann hett fri't - Ach Gott, ik was en junges Ding, Un'n halw Johr heww 'k em jo man hatt - Dor brukt dat man en halwen Wink, Denn sorgt un lep ik all, un wat Ik em von Ogen kunn aflesen, Dat müßt nah sinen Willen wesen. Ach Gott, dat sünd nu knapp twei Johr - Ik weit dat noch, as wir dat hüt - Dunn säd hei: „Kak uns Schockelor, Ik heww dorup so'n Appetit." Un sein S', hir up dit itzig Flag - 'T was grad ok Sünndagnahmiddag - Treckt hei mi noch up sinen Schot, Un drünken Beid in Gottes Namen In Leiw uns' Schockelor tausamen, Un acht Dag' drup, dunn was hei dod." Un fung nu 'n Beten an tau plinsen Un an tau süfzen, an tau günsen, Un würd so trurig bi em sitten Un läd, as müßt sei sik drup stütten, De Hand up Hannern sine Schuller. Den jammert dat, un trösten wull 'e, Em würd weimmäudig ok tau Sinn: „„Na, laten S' man, Fru Meisterin,"" Un strakt ehr äwer't glatte Hor. - Herrgott, wo 's nu de Aderbor? - „Ja," seggt sei, „ik heww minen Ollen - Ik heww em as en Prinzen hollen, Un hei, hei het't mi ok vergullen, Denn Hus un Feld un Smäd un Schün - Sein S', Meckelnburger, All'ns is min; Un up dit All kein Spirken Schullen. Dat hett hei kort vör sinen End För mi All set't in't Testament, Dat hett hei Allens mit vermakt." Un rohrt dorbi ehr bittre Thran Un hett ok gor tau kurlos dahn; Un de oll Jung', de tröst't un strakt. Sei höllt sik faster an em wiß, Un hei rückt ranne in ehr Neg'. - Ach Gott, wo woll dat Rabhaun is? Dat't Rabhaun doch tau Höchten flög! - „Ja," seggt sei, „dat wull 'k All verdragen, Doch dat 'k in minen jungen Dagen So ganz allein stah in de Welt, Sein S', Hanning, dat is taum Verzagen! Wat helpt mi Gaud, wat helpt mi Geld? Ja, wir ik olt, denn wull 'k nicks seggen, Denn künn 'k min Geld up Zinsen leggen, Doch nu in minen jungen Johren...!" Un fängt nu düller an tau rohren Un leggt vör idel Trurigkeit Sik sacht in Hannern sinen Arm. Un de oll Jung, de tröst't un ei't, Un dorbi ward em gor tau warm - 'T is mäglich von de Schockelor. Oh Rabhaun un oh Aderbor, Nu is't de allerhöchste Tid! - Un as sei liggt an sine Sid, So trostlos tau em ruppe süht, Dunn fohrt't em so dörch sinen Sinn, Ob nich en Kuß sei trösten künn. - Wat woll so'n Jung' von Küssen weit? - Doch kik, de Slüngel bückt sik dal, As wüßt hei lang' dormit Bescheid, Un de Fru Meistern kickt tau Hög, De Lippen sünd ganz in de Neg'.... Mit einem Mal, As wenn en Blitz dortwischen slög, Fohrt Hanne up, as ut en Drom: „„Fru Meisterin, de Nachtigal!"" - Un ut den bläu'nden Appelbom, Dor schallt herun en säutes Lid, Dat wedder dörch de Seel em tüht, As dunn taumal, As hei an hennen Afschidsdag Vör Jochen sine Husdör lag. - As wenn so'n Waldhurn in de Firn Weimäudig klagt, so klingt dat dal, As wenn sin leiwe lütte Dirn Em grüßt taum allerletzten Mal, As wir all Glück un Freud' verfollen, Un't süll up Irden nicks mihr hollen. Un denn mal wedder liggt dat hell Up den Gesang as Morgengläun, Wenn klore Flauthen Well up Well Dörch't gräune Land gen Morgen tein. Un nu tauletzt, nu klingt dat Lid Un jucht tau Höcht mit hellen Schall, As wenn't all in den Himmel süht, Den true Leiw mal arben sall. Wat Jeder ahn un Keiner weit, Dorvon giwwt Nachtigal Bescheid. - - Jehann steit dor, kickt vör sik dal, 'Ne gruglich Angst, 'ne bittre Qual Snert em dat frische Hart tausamen: Wo is dat schein? Wo is dat kamen? Wat hett sei seggt? Wat hett hei dahn? Un as em de Gedanken kemen, Dunn föllt up sine Seel so'n Schämen, Hei kann de Ogen nich upslahn. Un as hei sik besinnt nahgraden, Ligg't em so düster up den Sinn, As hadd hei Gott un Welt verraden. Sin ollen Öllern fall'n em in, Un wat sin Vader tau em säd, As hei tauletzt em segen ded: „Gedanken gläu in helle Ess', Un sünd sei rein von Slack un Slir, Denn fat Din Wark mit Tangen an. Holl wiß! Holl wiß, min Sähn Jehann! Un smäd Din Wark in frischen Fü'r!" Un sin Gedanken, de sünd gläut Un Scham un Gram un Trurigkeit, Nu sünd sei rein von Slack un Slir, Nu smäd din Wark in frischen Fü'r! Hei kickt tau Höcht: „Fru Meisterin, Ik weit... ik bün... Ik heww sir grotes Unrecht dahn. Ik möt bi Sei ut Arbeit gahn." - Dat arm lütt Wiwken kickt em an, As künn s' kein Wurt von em verstahn. „Fru Meistern," röppt nochmal Jehann, „Ik möt ut Ehren Hus' herut. Ik heww tau Hus 'ne leiwe Brud, De lat ik nich un kann s' nich missen; De Vagel sung s' mi in't Gewissen." - De lütt Fru Meistern sitt un weint, Ehr Hart is bet taum Dod bedräuwt, Sei het't mit em so ihrlich meint, Sei hett den Jungen würlich leiwt, Ehr stumme Mund, de spreckt kein Wurt, Sei wen'nt sik af un winkt em furt; Un as Jehann sik af deit wen'n, Dunn folgt s' so kurlos ehre Hän'n, Doch as hei von de Gorenpurt Noch einmal tau ehr räwer kickt, Dunn is't ehr glückt, Dunn hett s' 't verwun'n, Ehr gaudes Deil hett s' wedder fun'n, Un springt tau Höchten, rasch entslaten, Un rod von Schämen äwergaten Geit sei em nah un redt em an: „„So gah nich von mi furt, Jehann! Un kann't nich sin un sall't nich sin, Denn will'n wi doch in Freden scheiden, Unn wenn ik Di mal helpen künn, Denn ward ik girn de Hand Di beiden. Un nu adjüs! Wi bliwen Frün'n."" Jehann drückt ehr de Hand un geit, Un sin Fru Meisterin, de steit Noch lang', wo sei tausamen stün'n, Un kickt em nah den Weg entlang. Un oftmals steit s' nah Johr un Dag Up dit sin letztes Scheidelflag, Dat lütte Hart von Weimaud krank. Wi Minschenkinner sein de Fläg' Woll girn mal wedder, wo de Lust In hellen Flammen ut uns slög, Doch jenne stillen Truerstäden, Wo mal uns dröp en grot Verlust, Wo mal dat Minschenhart hett leden, De holl'n uns wiß, un ümmer wedder Tein s' uns up ehre Gräwer nedder. 17. De Nachtigal, de flüggt von dannen Un lett Fru Meistern un Jehannen: „Adjüs, Jehann, ik grüß von di! Un tröst di Gott, Fru Meisterin, Un äwer't Johr ward't beter sin!" Un flüggt an eine Heck vörbi, De olle Firburß liggt dor achter, Un höhnschen achter Hannern lacht 'e: „„Ja, gah du man so frank un fri, So stolz un drist din jungen Weg', Ik ward di doch für dine Släg Mal steken einen schönen Sticken, Wi heww'n en Häunken noch tau plücken."" Un Nachtigal flüggt von em furt: „För so en Kirl mag ik nich singen." Un ward behen'n von Urt tau Urt De lütten, fixen Flägel swingen, Un wo en Busch steit an 'ne Bek, Un wo en heimlich still Verstek, Dor singt s' ehr Lid so wunnersam: Doch wo en Por sitt still tausam Un drückt in Leiw sik tru de Hän'n, Dor will ehr Singen gor nich en'n; 'T is grad, as künn sei von de Beiden In alle Ewigkeit nich scheiden. - Un just as bi den Aderbor, Röppt Jeder: „Nachtigal is dor! Nu ward de Hartensfreud' irst echt, De hett dat richt'ge Frühjohr bröcht!" Sei äwer nimmt ehr Standquartir, Wo sei verleden Johr is west, Un bugt sik dor en niges Nest, Denn uns' lütt Fiken wahnt jo hir. De irst Bekanntschaft, de sei süht, Is Jochen un sin leiw Gemahl, Wo s' hüppen mir ehr fixen Bein De Arwten-Bedden up un dal Un junge Arwten rute tein. „So! diese noch und nun noch diese!" Seggt Jochen un ward förfötsch trecken, „Das soll uns heut' heil prächtig schmecken! Ich bün en Freund von frisch Gemüse." - Dunn kümmt de Nachtigal un grüßt: „„Gu'n Dag ok, Kinnings! Na, wo geit't."" - „Je," seggt uns' Jochen, „as Du sühst; Wenn man de Kopp noch baben steit." - Un Lotting süfzt: „„Ach Vaddersching, Dit Johr güng't uns gefährlich slicht. Wat Ein ok Sommers vör sik bring', Des Winters geit't All in de Kratz. Wi hewwen hungert, hewwen froren, Un dortau kreg ik noch min Gicht, Kunn mi nich rögen von den Platz; Nu, Gott sei Dank! is doch uns' Goren All wedder tämlich gaud beschickt, Dat Ein sik af un an wat plückt, Nu kän w' uns doch nahgrads verdoren. Doch Sorg' un Noth heww'n w' drüm nich minner, Heww'n wedder all uns' Nest vull Kinner."" - „All wedder!?" fröggt de Nachtigal, - „„Wat wull'n wi nich!"" seggt trurig Lott, „„Un denk Di, Vaddersch, s ö ß ditmal! Wo sall dat warden, leiwer Gott!"" - „Ach, Lotting, mußt Dich nicht so haben!" Röppt Spatz. „Vergrößer' nicht die Sache! Der liebe Gott ernährt die Raben Und zählt uns Sperlings auf dem Dache. Zwar Kinder sind 'ne große Last, Doch wenn man in die Zukunft sieht Und die Erziehung richtig faßt Und sie zur Dankbarkeit erzieht, Dann werden Kinder auch in alten Tagen Den Ältern ihre Schuld abtragen. Als Beispiel stell ich Krischan hin; Weil wir schon längst verhungert wären, Hielt' Krischan nicht zu meinen Lehren Und übte sie mit treuem Sinn. - De Jung', de hett nich Sinesgliken! - Denn sieh mal, Vaddersch Sängerin, Der Jung' wohnt noch bei uns' klein Fiken Und hat nach guter Kinder Art Das Essen sich vom Mund gespart, Und schob, was er ersparte, mit behendem Witze Fürsichtig durch die Fensterritze." „„Ja, Vaddersching,"" föllt Lotting in, „„Un wi, wi drogen't denn tau Nest. Uns' Krischan, Vaddersch, is de best Von all uns' velen leiwen Kinner; De annern, de sünd von uns gahn Un flogen in de Welt herinner; H e i hett an uns dat Sinig dahn."" - „Dat is jo schön," seggt Nachtigal, „Nu äwerst, Kinnings, seggt mi mal, Wo dat mit Fiken stahen deit." - „„Ih,"" antwurt't Lott, „„ik dank, dat geit. Sei müßt tauirst sik hellschen placken, De Bäcker satt ehr up den Nacken, Un in dat irste halwe Johr Föll ehr de Arbeit hart un swor, Doch nu hett s't gaud. De Bäcker geit Ehr frilich nah up Schritt un Tritt, Doch wenn hei ehr ok folgen deit Un ehr ok up den Brennen sitt Un ümmer is üm ehr herüm, Geit hei doch fründlich mit ehr üm. Un Krischan seggt, dat kümmt ok vör, Dat hei an ehre Kamerdör Ganz lis' un sachten kloppen deit, Wenn hei lütt Fiken binnen weit, Des Abends lat, des Nachts sogor."" - „Ji sid doch recht en dämlich Por!" Röppt Nachtigal. „Du dumme Spatz! - Ja, klei den Kopp Di man un kratz! - Büst süs mit allen Hunnen hitzt, Wo is Din grote Klaukheit jitzt? Büst jo so'n flotten Kavalir Un pralst dormit, dat alle Damen Di in de Arm rin flagen kamen, Un hir? Hir markst Du nich, dat uns' lütt Dirn De slichte Bäcker will verführ'n?" - „„De Aderbor,"" seggt Lott, „„het't ok all seggt, Un ik säd't ok, Du dumme Klas! Doch Du sädst ümmer, 't wir man Spaß. Ach Gott, ik krig meindag nich Recht!"" „Hm, hm," seggt Spatz, „es wäre möglich, Daß ich vom Irrthum bin besessen; Der schlechte Kerl, der folgt ihr täglich Mit dumme Red' und plumpen Schmeicheln; Erst gestern - bald hätt' ich's vergessen - Wollt er ihr dreist die Wangen streicheln." - „„Un sei?"" fröggt Nachtigal dor mang. - „Sie stieß ihn fort mit Angst und Grauen. Ihr klares Auge starrte bang', Als wenn wir Vögel Katzen schauen; Er schien ihr fürchterlich verhaßt." - „„Na,"" seggt de Nachtigal, „„dor heww'n wi't nu! Nu äwerst, Lott, un Jochen, Du, Nu heit dat hellschen upgepaßt! Un up't Gewissen bin ik't Jeden. Ik möt nu mal mit Krischan reden."" Un flüggt nah'n Bäckerhof un set't Sik in den Win bi't Finsterbrett, Wo Sparlings Krischan wahnen deit, Un singt un lockt ok got tau säut: „„Krischäning, min Sähning, kumm ruppe, kumm flink! Ik bün jo Din Tanten, Din Päding jo bün 'k; Vertell mi von dit un vertell mi von dat, Krischäning, min Sähning, ik schenk Di ok wat."" Un Krischan kamm denn ok tau Stell, Ach Gott, wo let't den ollen Sell! So plustrig sitt hei up sin Brett, As wenn hei Darr un Fewer hett. „„Herr Gott doch, Jung', wo sühst Du ut? Wer hett Di denn den Start utreten?"" - „Uns' oll gris' Katt, de ret em ut, As s' mi mal Morgens wull upfreten." - „„Min lütte Jung', Du büst woll krank?"" - „Ja, lewen dau 'k woll nich mihr lang." - „„Kumm rute in den Sünnenschin, Denn ward Di bald vel beter sin."" - „Ne, Päding, ne, dat kann nich schein, Denn sitt lütt Fiken ganz allein. Sei hett an mi noch ümmer dacht, Min Brod un Water nich vergeten, Sei lock mi fründlich, strakt mi sacht; Ik holl tau vel von't lütte Mäten." „„Je, Krischan, wenn dat ok so is, Paß up! Di kriggt de Katt gewiß."" - „Un wenn mi denn ok kriggt de Katt, Sei hett mi jo all einmal hatt, Un frett sei mi, Denn is't vörbi. Ik bün min armes Lewen satt. Doch s o fix geit't nich mit dat Fangen, Un vör de Katt deit mi nich bangen, Kriggt mi nich wedder in ehr Klaben; Hir is en Mus'lock achter'n Aben, Dor flitsch ik rinne, wenn wen kümmt, Krup unner dor un täuw so lang', As't Uhr en frömden Tritt vernimmt; För't Freten is mi grad nich bang'." - „„Du leiwer Gott!"" seggt Nachtigal, „„Un lewst in ew'ge Angst un Qual, Möst stun'nlang in'n Düstern luren. Wat möt Di dor de Tid lang duren!"" - „Ih dat segg nich! Dat drag ik woll: De ganze Bähn is holl un boll, Ik kann dor hübsch herümspaziren Un mi dor nüdlich amüsiren. Dat is dor ganz pläsirlich unnen, Ik heww dor allerlei all funnen, En brunen Rock, 'ne bunte West, So hübsch, as Du s' nich seien hest, Un in de Rocktasch krup ik rin, Wenn mi ward kolt un frostig sin. Ach dat is mal en warmes Nest! Un in de Westentasch, dor fünn Ik letzt en wunderschönes Ding: 'T is en halwen goldnen Ring, Un't is so blink, un't is so blank, Dor spel ik mit, ward Tid mi lang." - „„Wat's dit?"" röppt Nachtigal, „„wat's dit? Wenn dor man nich wat achter sitt! Nu hür, Krischäning, leiw lütt Jung', Un wohr Din Red' un häud Din Tung', Vertell dat Stück nich All un Jeden; Ik möt irst mit den Kiwitt reden; De Aderbor ok möt dat weiten. Un nu, leiw Päding, nu adjüs! Un häud un wohr Din Heimlichkeiten, Un grüß lütt Fiken ok von mi, Ik würd ehr hüt en Lid vörsingen Un ehr vel Grüß von Hannern bringen."" - - So kümmt heran de Junimand. Spatz un sin Lotting, gaud vermahnt Von Nachtigal, de passen alle Tid Den ollen Bäcker up den Deinst. - Eins Morgens seggt uns' Spatz: „Wat meinst? Ik möt woll mit ehr rute hüt, Sei sall dorhinnen ganz allein Bi'n letzten Kamp dat Fauder heu'n." - „„Ja,"" seggt uns' Lott, „„dat dau man, Jochen, Un lat sei jo nich ut de Ogen."" - Un as lütt Fiken mit ehr Hark Un'n Etendauk geit äwer'n Mark, Dunn hüppt uns' Jochen langs de Däker Un schimpt herunne up den Bäcker Un makt en Larm un schüll un schüll: So'n Dummerjahn, so'n Lüderjahn, So'n Deigap, de müßt früh upstahn, De em 'ne Näs' andreien süll! Un as lütt Fiken äwer't Feld Un dörch dat gräune Kurn hentüht, Dunn hüppt uns' Jochen an ehr Sid Un schellt un schellt Up alle Welt, Un schimpt up Juden un up Christen: Ob sei nich wüßten, Dat, wer sik blot mal unnerstünn Un rögt sei mit en Finger an, Up wat gefaßt sik maken künn, Denn dat ded e h r lütt Fiken sin. So kamen s' nah de Heuwisch ran, Un Fiken, de ward flitig heu'n Un ward de Swaden kihr'n un wen'n Von ein En'n bet taum annern En'n, Un smitt de lütten Höp vonein Un ward s' hübsch utenanner streu'n, So drad de Wisch is drög von Dau. Un Jochen, de kickt flitig tau Un set't sik baben in 'ne Wid, Dat hei den Weg entlangt süht, Un ward biher nah Wörm un Rupen Bald linksch, bald rechtsch herümmer glupen Un snappt verluren üm sik rümmer Bald nah 'ne Fleig, bald nah en Brümmer. Sin Jagd is äwerst man sihr zeitlich, Un makt hei mal en lütten Fats, Denn smeckt hei em nich mal wat lecker. Dit stimmt em denn nu sihr verdreitlich, De ganze Jagd hett keinen Grats, Denn sin Gedank is bi den Bäcker. - Nu kümmt de Kirl! Dor kümmt hei, dor! Un knapp ward Jochen em gewohr, Dunn rögt sik in em Grull un Grimm, Hei künn 'ne Murddaht glik begahn, Hei künn sik mit den Düwel slahn. Un grad in desen Ogenblick, dunn brummt 'ne Imm, So'n recht oll fett', em üm de Uhren rüm; Swabb! snappt hei tau: Wat hest tau brummen, Racker, Du? Süh, Krätending, ik heww Di nu." - Dat oll lütt Worm, dat krümmt sik sihr Un bidd't un deit un geit tau Kihr: „„Ach, Jochen, Jöching, lat mi lewen! Ach, Jöching, dau Pardun mi gewen! Ach, Jochen, Jöching, lag mi gahn! Ick heww Di nicks tau Leden dahn."" - „Dorvon, Karnalli, swig mi still! Brummst Du des Nahmiddags nich ümmer, Wenn ik en beten slapen will, Mi üm de Näs' un Uhren rümmer?" - „„Ach, Jochen, Jöching, hew Erbarmen! Süh, ik un ok uns' ganze Swarm, Wi will'n Di in den Slap nich stüren!"" - „Dat," seggt uns' Jochen, „lett sik hüren, Un ik künn mi binah bedenken Un künn Di schir dat Lewen schenken, Wenn Du hüt deist, wat ik Di heit." Un flustert ehr mit lise Stimm In't Uhr den heimlichen Bescheid. „„Ja woll, dat will ik!"" seggt de Imm. De Bäcker is nu ranne gahn, Un as em Fiken kamen süht, Mag sei de Ogen nich upslahn. De Bäcker is recht fründlich hüt, Irst lawt hei Fiken ehren Flit, Un wat s' för Arbeit för sik bröcht, S o kreg hei bald sin Heu taurecht; Sei wir 'ne lütte fixe Dirn, 'Ne lütte flitige Perßohn, Un wenn s' noch bet tausamen wir'n, Denn gew hei ehr ok högern Lohn. Drup fängt hei an tau spaßen an Un brukt so'n slichte, häßlich Würd, Dat Jochen sik nich hollen kann; Hei schellt herunne tau de Ird: „Du Dummerjahn, du Lüderjahn! Glik lettst Du uns' lütt Fiken gahn!" Un uns' lütt Fiken gütt dat äwer, As leg sei in en hitzig Fewer; Vör hellen Schimp ehr Backen gläun, Sei weit nich, wo sei hen sall sein. Un drister ward de Kirl, un dranger Makt hei sik an dat Kind heranner. Wo is de Smädjung'? Wo is Hanner? - Un banger ward dat Kind un banger; Versteit sei ok dorvon kein Wurd, So fäult sei doch, dat unner so'n Spaß, As unner Blaumen, unner Gras, De Sün'n, as gift'ge Adder, lurt. Sei will sik flüchten von em furt, Dunn grippt hei tau un höllt sei wiß Un will sei küssen up den Mund. Dunn röppt de Spatz: „Entfahmte Hund! Weitst nich, dat uns' lütt Dirn dat is? So, Imm, nu is dat Tid, nu kumm!" Un de lütt Imm flüggt - brum, brum, brum - Grad up den Bäcker sine Näs' Un giwwt em dor en Meisterstich. De olle Spitzbauw flüggt taurügg; De Kuß, de hett em nich gefollen Un Spatz kann sik nich länger hollen Un lacht un röppt: „Du alter Schurke! Sag mal, wie schmeckt Dir diese Gurke?„ 18. De Harwst, de Treckeltid, is dor. De Nachtigal, de hett den Aderbor Von Krischan sinen Fund vertellt. De Aderbor, de äwerall För einen Philosophen gellt, Hett desen ganz besondern Fall Mit all sin Handwarkstüg dörchsunnen Un doch den Grund nich rute funnen; Bet em un ok de Nachtigal Inföllt, den Kiwitt tau befragen: Wat woll de Kiwitt dorvon weit. Sei fleigen also in de negsten Dagen Nah de Galliner Wisch hendal, Wo noch de Kiwitt wahnen deit, Dicht an den Holt, as vörrigmal. „Gu'n Morgen, Vadder," seggt de Aderbor, „Wi sünd wat in Verlegenheit. Du wahnst hir doch all männig Johr Un weitst mit Allens hir Bescheid, Nu segg uns mal..." - un hei vertellt de Saken, De lütt Krischäning tau em spraken. - Den Kiwitt schuddert't dörch de Knaken, As hei dran dacht, wat hir geschein; Mit einen Schri flüggt hei tau Höcht: „Ik heww dat sein, ik heww dat sein, Ik was dorbi, ik seg't, ik seg't, Wo s' em dor in de Eck dodslogen, Em nahsten Rock un West uttogen, Un dunn em unn're Wrausen leggt. Hir bi de Wid, hir bi de Wid, hir bi de Wid is't west. Brun was de Rock un bunt sin West; De Bäcker hett s' tausamen bun'n; Sin Tüg, sin Tüg hett Krischan fun'n." „„Ja,"" röppt de Nachtigal, „„dat is't! Dat't grad uns' Päding finnen müßt!"" „Still!" seggt de Aderbor, „still! Kinnings, still!" Un stellt sik up den einen Bein, Denn wenn hei recht wat grüweln will, Kann't up des' Ort allein geschein. „Un lat't mi 'n beten nu allein!" So steit hei lang' up sinen Bein, Doch endlich, as taum Sluß hei kamen, Dunn hett hei sinen Aftritt namen Un geit, vullständig mit sik klor, An'n Dik. - De Poggenkanter satt Mal wedder up sin Mümmelbladd. „Gu'n Morgen," seggt de Aderbor, „Kumm doch en beten neger ranne!" „„Ik ward mi häuden,"" seggt de Anner, „„Süh, wat Du mi tau seggen hest, Dorvon kann mi k e i n Word gefallen."" - „Ik bün Di gaud jo ümmer west, Ik bün Din beste Fründ von allen." - „„Je,"" seggt de Kanter, „„in de Bibel steit, Kein sall sin besten Frün'n verführen. Red Du man drist, ik kann Di hüren."" - „Wo klauk de Racker wesen deit! Un wat hei fett is äwer Johr!" Seggt still för sik de Aderbor Un set't dunn lud hendau: „För minentwegen Sitt Du dor up Din Flag man wiß; Ik wull man fragen, ob Ji hir nich segen, Wo woll de Mus'buck blewen is." - „„Ih, de waht baben in de Koppel Un aust't dor mang de Klewerstoppel."" - „Na, denn is't gaud, min leiw, oll Sähn, Un wider wull ik nicks von Di. För dit Johr segg 'k Di nu: adjü! Un hill Di ok recht fett un schön! Dat negste Johr krig ik Di doch, Wat möst Du för en Happen sin!" - „„Du olle Swinhund!"" röppt de Pogg Un plumpt von't Bladd in't Water rin. - - Un Aderbor geit an den Barg henup Un söcht wik dor den Mus'buck up; Un wohrt nich lang', dunn grippt hei'n sik: „Süh nu, Karnallg', heww ik Di nu? Du stelst hir rüm, Du Slüngel, Du? Un frettst in frömdes Gaud Di dick? Un driwwst hir unmoralisch Wesen? Täuw, ik ward Di Moral mal lesen! - Holl't Mul! Un deist Di blot noch mucken, Denn ward 'k tau Straf Di äwerslucken." - Un Mus'buck bedt un bidd't so knäglich: „„Ja, Herr, ik bün en groten Sünner; Doch sein S', tau Hus min Fru un Kinner, Dat sitt un rohrt un quält mi däglich, Mi ward wohrhaftig angst un bang'n, Worüm sall ik denn tau nich lang'n, Wenn't just vör mine Husdör liggt? Ik weit recht gaud, ik dau nich recht, Un Sei sünd Herr un ik bün Knecht; Gahn S' gnedig mit mi in't Gericht!"" - „Na, ditmal will 'k mal gnedig sin, Wil 'k just in gnedig Stimmung bün, Doch möst Du daun, wat ik Di segg: Du treckst hir ut de Koppel weg Un treckst mit Fru un alle Din Kinner In't Bäckerhus an'n Mark herinner, Wo Fiken un wo Krischan wahnen, Un mellst Di dor bi lütt Krischanen Un büst in Allen em tau Will, Wat hei tau dann Di heiten süll. Süh, achter'n Aben is 'ne Eck, Un in de Eck, dor is en Lock, Un in dat Lock, dor is en Rock, Dorinne bugst Du Dine Heck, Un at denn wider sall geschein, Dat ward wi negsten Sommer sein. Un folg' mi ganz genau in Allen Un lat't Di nich meindag infallen, Krischanen un dat Lock tau driwen, Hei sall dor bi Di wahnen bliwen. Un kümmt't Di, Racker, mal in'n Sinn, Dat Du lütt Fiken mi verfirst, Un krüppst mal in ehr Bedd herin Un up Din Ort dor rüm handtirst, Denn ward ik lewig, sallst mal sein, Dat Fell Di äwr'e Uhren tein. Un nu holl Tuck, Du Rackerwohr!" Un nimmt sik up un flüggt tau Höcht, Un Mus'buck folgt sin Hän'n un seggt: „„Wer kann gegen Gott un den Aderbor? Dit Flag, dat kunn mi woll gefallen, Hir hadd 'k den Winter wahnen künnt, Nu möt 'k den Bündel wedder snallen Un wandern furt mit Fru un Kind. Denn helpt dat nich! En Bäckerhus Is noch dat legst nich för 'ne Mus."" Hei pipt sin Volk tausamen all Un seggt her, wat gescheien sall, Un as s' den Fautstig lanker gahn, Dunn sein sei dor lütt Fiken stahn, De Thranen in dat helle Og', So kickt sei nah den Heben rup, Wo fri de Aderbar hentog. - An desen Dag hadd Fiken jüst Mal nah Gallin herute müst, Sei wull mal mit ehr Öllen spreken. 'T was Sünndag, un ehr Vader was En Beten äwer Feld mal gahn, Wull mit den Herren sik mal bereken, Bi den'n hei hadd in Arbeit stahn; Doch Muttern kamm sei gaud tau Paß. Dor würd denn irst en Radslag hollen Von dit un dat, von hin'n un vören, Von Kauh un Swin, von Gaus un Gören, Doch Fiken künn't nich länger hollen, Sei müßt un müßt dat endlich wagen, Ehr Mutting ehre Noth tau klagen. Doch dormit kamm sei nüdlich an. Ehr Mutter säd: sei wull nicks weiten, Dat wiren blote Dämlichkeiten, Dat wiren Kinnerien man. Sei wir en oll vertagen Gör, So wat kem alle Näs' lang vör; Sei brukt jo nich up em tau hüren, Wenn sine Würd' nich sauber wiren; Un wat dat Küssen anbedröp, Denn süll sei man de Fingern bruken, Wenn ehr de Gall mal äwerlep. „Min Döchting, ne, wi möt uns duken, Wi möt uns bücken dörch de Welt. Uthollen möst in Dinen Deinst! Un wenn hei Di ok nich geföllt, Uthollen möst Du doch! Wat meinst, Wat würd'n de Lüd doräwer reden, Wenn Du kemst ut den Deinst herut? Du kümmst nich an bi All un Jeden. Ne! Kik mal, Dirn, dor 's Hannen Snut - De Ollsch, de was noch gistern hir Un säd, wo hei in Arbeit wir; Wor wull'n s' em gor nich laten tein - Nu is hei buten an den Rhein - Un wenn hei güng, wir't man von dessentwegen, Dat hei up Fläg' mihr lihren künn. Un, Dirn, so möst Di ok bedragen - Na, kumm un lat dat Weinen sin! - Uthollen möst! Dat segg ik Di." Dat was de Trost, den sei ehr gaw, Un uns' lütt Fiken seggt adjü Un geit mit sworen Harten af. So kümmt sei nah de olle Wid, Wo Hanner lag. Dor steit s' un süht So trurig tau den Heben rup, Dunn nimmt de Aderbor sik up Un flüggt tau Höcht un flüggt so licht Un swewt so fri dat Feld entlanken, Un an sin lichte, rasche Flücht, Dor hängen sik ehr swor Gedanken: Du kannst din Flüchten recken Fri äwer See un Land, Ach, wer mit di künn trecken Wid furt von Schimp un Schand! Hir unnen drücken Leiden Up't arme Hart so swor; Künn 'k doch min Flüchten breiden As du, leiw Aderbor! Wer sin unschüllig Leiwen Still wohrt in't deipe Hart, De möt gedüllig täuwen, Bet't mal eins beter ward. Ach, wer mit di künn wannern, Wer mit di trecken künn! Grüß dusendmal min Hannern! Sall an den Rhein jo sin. Ach, wer mit di künn wannern, Ach, wer mit di künn tein, Von einen Urt taum annern, Bet an den gräunen Rhein! 19. Bi Köln an'n Rhein, Dor steit en Stein, Dor sitt des Dags en Judenwiw, Vull Schrumpeln is ehr oll Gesicht, Vöräwer bögt ehr krummes Liw; En düster Og', dat flammt un lücht Herute ut de witten Branen. Nah Morgen kickt sei unverwen'nt, Bet ehr de hellen heiten Thranen Dal fallen up de lahmen Händ'. Dorhen müßt hei mal von ehr tein, Ehr einzigst Kind, ehr einzigst Sähn! Wat was ehr Isaak doch schön För Mutterogen antausein! Hir up dit Flag, bi desen Stein, Hett hei mal von ehr scheiden müßt, Hir hett s' taum letzten Mal em küßt, Hir brök s' den gollen Ring vonanner; Ehr Hälft hängt noch an ehren Band Up Mutterharten. Ach, de anner, De liggt nu längst in Mürderhand! Hir sitt sei nu all Johr un Dag Un klagt ehr ewig Wei un Ach, Bi Sommerglaut un Wintersnei Klagt s' ümmer blot dat e i n e Wei. Un slickt sei Abends still taurügg, Denn seggt sei blot: Hei kamm noch nich! Un leggt s' sik in ehr Kammer nedder, Denn seggt sei: Morgen gah ik wedder. Hir wahnt sei so wid ganz allein, Blot dat en ollen rupp'gen Sprein In ehre Stuw herümme hüppt Un achter Kisten un Kasten krüppt. - Dat is uns' Matzen sin oll Vadder - De dumme Kirl let mal sik faten, Nu heww'n sei em in sinen Kader Den Kekelreimen sniden laten; Nu plappert hei denn furt un furt De sülw'gen Würd, De hei hett hürt; Bald schriggt hei up: „De wille Murd!" Bald fluster hei so krank un swack: „Min Isaak! Min Isaak!" Un krüs't sik up un schriggt denn wider: „Fluch! Dreimal Fluch den willen Mürder!" Un dat is ehr Gesellschaft all, Un wat de Vagel raupen deit, Dat is de ew'ge Wedderschall, Wat ehr dörch Kopp un Harten geit. - - Un neben ehre einsam Kamer, Dor swenkt Jehann den groten Hamer Mit starken Arm ut frie Bost. De schon sik nich, wenn't Arbeit kost't. Dat Swönnst is licht för unsern Hannern, Un kümmt en Stück, wat Keiner kann, Denn röppt de Meister: „Furt, ji Annern! Lat't mal den Meckelnburger 'ran!" Un ich blot in de Smäd allein, Ok up de Harbarg gelt hei wat, Dor wull kein Strid un Zank gedein, Wo Hanner in Gesellschaft satt, Un Kein, as hei, kunn sik so freu'n. Blot wenn de olle Smädgesell Ok in de Harbarg was tau Stell, Denn wull kein Freuen em gelingen, Denn was't vörbi mit Lust un Singen. - Mal hadd de wedder em verdrewen, Hei geit herut un steit noch eben En beten vör de Harbargsdör, Dunn wankt 'ne olle Judenfru dorher. So kümmerlich, so swack von Gang, Slickt s' an de Hüserreih entlang. Un as sei an de Harbarg kümmt, Dunn is't as wenn s' nich wider kann, As wenn't den Athen ehr benimmt, Sei fat't an einen Post sik an. Dunn ritt de Smädgesell dat Finster apen Un kickt herut verwillert un versapen, Un röppt ehr tau: „Hepp, hepp, hepp, hepp!" De olle Fru, de hürt de Stimm, Sei kickt tau Höcht, sei kickt sik üm Un kickt den Kirl in't frech Gesicht. Dat hett s' all sein, Dat is dat ein, Wat Nachtens sei tau seihen kriggt, Wenn s' up ehr einsam Lager liggt; Dat is dat ein, wat ehr bi Dag' Verfolgt mit gruglich Plack un Plag'; Dat is de Satan, den s' in frömden Land Fautfällig mal eins beden hett; De Satan is't, von den sin Hand Ehr Kind den Dod mal leden hatt. As en Gespenst ut Mürder Gruft Richt't sei sik bleik vör em in En'n, Sei reckt tau Höcht de magern Hän'n Un schüdd't sei bäwernd dörch de Luft, Un wat de Sprak von Fluchen weit, Un wat de Haß von Gift un Gall, Un wat't an Elend geben deit, Dat flucht sei all Herinne in sin frech Gesicht. Un as verklungen is de Stimm, As sei tausamen sackt, dunn flüggt Noch Fluchen üm ehr Lippen rüm. Doch ihr s' tau Irden follen is, Springt Hanner tau un höllt sei wiß Un fängt sei up in sinen Armen, Dat Hart vull Grugel un Erbarmen. De Firburß äwer lacht un seggt: „Hest Di en smucken Schatz utsöcht; Un nimm in Acht un häud ok gaud, Wat Di so warm an'n Harten rauht!" Un dormit sleit hei 't Finster ran. „„Ja, Du Hallunk, dat sall geschein, Ik will sei häuden"" röppt Jehann. „„Dit is en Elend, wat den Stein Hir up de Strat erbarmen kann!"" Un bringt s' tau sik un richt s' tau Hög Un täuwt, bet s' Athen wedder kreg, Un redt ehr tau mit fründlich Red Un stüt't sei hen nah sine Smäd Un bringt s' in't Nahwershus herin - Dor hett hei s' vördem ut un in All oftmals gahn un kamen sein - Un em entgegen hüppt de Sprein: „Min Isaak! Min Isaak!" Un as hei sei so krank un swack Leggt up ehr einsam Lager nedder, Dunn krischt hei wedder: „Fluch! Dreimal Fluch den willen Mürder!" Un swor un ängstlich stähnt dat Wiw, En Schudder flüggt dörch ehren Liw; De Vagel klagt, de Vagel schriggt, Un düstrer ward dat Dageslicht, Un swore, swarte Schatten recken Sik hog un höger ut de Ecken. Jehannen is't, as wenn dat oll Gerümpel, Wat an de Wän'n herümmet steit, Em neger rückt up einen Hümpel, As wenn't em nicken un winken deit. As wenn von Kisten un von Kasten De Deckel un de Faugen basten, Un dor ut oll Geschirr un Tüg Gespenster heimlich rite kiken Un lising dörch de Kamer sliken, Un all de Klagen, all de Flüch', Un wat sei von de Undaht wüßten, Noch einmal klagen un fluchen müßten. - Jehann höllt ut un hegt un plegt Mit true Sorg' dat arme Wiw, Un fröggt ehr fründlich, wenn s' sik rögt: Wo't mit ehr steit, un wo't nu geit? Un ob't nich beter wesen deit? Dunn böhrt s' sik up mit halwen Liw Un leggt em up den Kopp de Hand Un murmelt vör sik allerhand In frömde Sprak, de hei nich kennt, Un as sei dormit is tau End, Dunn röppt sei dütlich, lud un fri: „Ja, Og üm Og un Tähn üm Tähn! Drüm segen Gott Di, leiwe Sähn! Gott Abrahams, de stah Di bi, As Du mi bistünnst in min Noth. Gerecht is uns' Herr Zebaoth!" - Un heit em gahn. Jehann de geit. Em is, as wenn em swindeln deit; Hett desen Dag taum irsten Mal Deip runnersein up Minschen-Qual, Hett in de Höll herunner sein, In de e i n Minsch den a n n e r n stött; Un düst're swore Schatten tein Em üm dat junge, klore Og'; Em is, as wenn hei Deil dran hett, As wenn't em rep un runner tog. - - Un stiller würd hei sörredem, Un wenn de Fierabend kam, Denn güng hei nah de Ollsch herüm Un sach sik nah ehr Wesen üm; Hei redt mit ehr von ehren Gram, Hei halt ehr Water, haut ehr Holt, Un wo ehr Hän'n tau swack un olt, Dor hülp hei ehr in ehren Kram. Hei satt so männig Stun'n bi ehr, Un wüßt doch nich, worüm hei't ded; Dat Mitleid was dat nich allein - De olle Fru verlangt ok kein - Ok was't nich blote Niglichkeit - Sei wüßt nich mihr, as wat hei weit - Un doch tröck em dat tau ehr hen, Dat Stun'n lang hei mit heimlich Schu Bi ehr müßt sin. Dat was, as wenn Em't andahn hadd de olle Fru. Un wenn hei nich künn bi ehr sin, Denn stünn hei oft un sünn un sünn, Ob von dit gruglich heimlich Wesen Hei nich mal würd den Knuppen lösen. So was vergahn dat tweite Johr; Vöräwer treckt was Aderbor, Vöräwer treckt was Nachtigal Un Draußel un de Annern all; Kein hett em grüßt, kein mit em redt. Kein lustig Vagellid kann klingen, Wenn Ein in vullen Füer smädt, Un wenn Ein swenkt den groten Hamer; Kein lustig Vagellid kann dringen Herin in düst're Judenkamer. Blot Aderbor, de hett em sein, As hei flog äwer'n gräunen Rhein, De schüdd't den Kopp för sik un seggt: „Du dumme Jung', wat willst di grämen? Wat w i un uns're Hän'n mal nemen, Dat krig' wi ok alleine t'recht." Sin Nebengesellen ok, de schüdden Den Kopp, wenn s' em verännert sein. Hei lewt för sik, as wir hei midden In ehr Gesellschaft ganz allein. Sin Arbeit ded hei as vörher, Doch was't ok man de Arbeit just; Kein Spaßen mihr flog hen un her, Vörbi was't mit de olle Lust. Sin Mitgesellen laten Hannern Tauirst in Fred, doch wohrt't nich lang', Dunn is de Fopperi in Gang', Sei flustern heimlich Ein taum Annern Un warden endlich lud mit Witzen Up Hannern un sin Nahwersch spitzen, Wat hei de Ollsch woll frigen süll Un wat hei s' blot bearben will. De olle Smädgesell ward hitzen, Wenn Hanner grad nich is taugegen. Un up de Harbarg, in de Smäd, Un wo hei sin mag, allentwegen Giwwt't för em Strid un spitze Red. Sin Meister röppt em tau sik ran: „Segg, Meckelnburger, wat dat heit? Du wast süs so vull Fröhlichkeit, So lustig, as Ein wesen kann, Ein Jeder lewt mit Di in Freden, Un ganz verännert büst Du nu: Ne hest Du Strid und Stank mit Jeden. Wat hest Du mit de Judenfru?" „„Nicks heww ik, Meister,"" seggt Jehann, „„Un wat ik heww, gelt Keinen an. - Sei äwer heww'n mi Gaudes dahn, So lang' ik hir in Arbeit stahn, So will ik apen mit Sei reden: De olle Fru hett Gruglichs leden, De arme Fru, de jammert mi."" - „Arm is sei nich, dat weit de Welt, Ehr Kisten, Kasten sünd vull Geld; Un kein Gesellschaft is't för Di. Süh, des' Gesellschaft deit Di Schaden, Nimm Di in Acht un lat Di raden, Gah nich mihr nah de Ollsch herüm, De Lüd, de reden Slichts von ehr; Gah nah de Harbarg as vörher, Wes lustig mit Din Kameraden, Denn ward sik Allens wedder reihen; Jitzt büst Du Uhl jo mang de Kreihen." Jehann geit von em in Gedanken Un äwerdenkt sin Meisters Red, Un as hei rin will in de Smäd, Dunn geit de Smädgesell den Hof entlanken Un slickt sik rute ut de Dör. Dat kamm up't Letzt sihr öfters vör, Dat hei Weckeinen dor besöcht, Jehann, de acht't denn nich dorup Un denkt nich an den Smädgesellen, Doch as hei sinen Hamer söcht Un will sik an sin Arbeit stellen, Dunn is sin Hamer nich tau finnen - Den hett hei ümmer hatt, hei hett em hinnen En Krüz inbrennt up sinen Stel. Verdreitlich ritt hei't Schortfell af un seggt: „Wat arger ik mi hir noch vel? Hirhen heww ik em gistern leggt, Nu is hei weg. Wotau mi quälen, Will jeder Narr en Schawernack mi spälen?" Sin Mitgesellen warden lachen, Un as hei geit taum Dings herut, Röppt em de Sachs: „„Du, Johann Schnut! Du willst wohl heute blau mal machen? Na warte nur, mer kommen auch, Un zeigen Dir, was Handwerksbrauch."" - „Dat will'n wi sein," seggt uns' Jehann Un kickt em äwr'e Schuller an. Hei geit herut, dunn föllt em in, Woans de Kirl dat meinen künn. Ach so! 'T is jo hüt Mandag grad, Un up de Harbarg ward 'ne Uplag' hollen, Un up den Disch steit de Gesellenlad. „Schön," seggt hei, „dat mit dit infollen! Wo? Meint de Kirl, dat ik mi frücht? Meindag' noch bün 'k vör kein Gericht Von uns're Bräuderschaft in Straf verfollen; Ik will mal sein, wat't hüt geschüht. Ja, ik gah up de Harbarg hüt." - - 20. As't Tid is, geit hei hen. - Dor sitten Twei Meister, vir Gesellen un de Oltgesell An eine eigne Tafel midden Up ehren groten Harbargssaal. Un as de Bräuderschaft tau Stell, Dunn kloppt de Oltgesell dreimal Mit sinen Hamer up den Disch un seggt: „Mit Gunst, ihr Gesellen, seid still! Es sind heute vier Wochen, daß wir zuletzt Auflage gehalten haben. Mag es länger oder kürzer sein, so ist hier Handwerksgebrauch, daß wir nach vier Wochen auf der Herberge zusammen kommen, um Auflage und Umfrage zu halten. Der Knappmeister wird die Lade auftragen nach Handwerkgebrauch und Gewohnheit." De ward de Lad denn up den Disch henstellen Un redt tau Meister un Gesellen: „„Mit Gunst, daß ich mag von meinem Sitze abschreiten, fortschreiten, über des Herrn Vaters und der Frau Mutter Stube gehn, und vor günstiger Meister und Gesellen Tisch treten."" Drup seggt de Oltgesell: „Das sei Dir wohl vergönnt!" De Junggesell, de lett de Lad nu los un seggt: „„Mit Gunst, daß ich mag die Gesellenlade auf günstiger Meister und Gesellen Tisch setzen. Mit Gunst hab' ich angefaßt, mit Gunst laß' ich ab."" - „Du hast Deinen Abtritt," Seggt nu de Oltgesell un slütt Den Deckel up, halt rute de Papiren, De tau de Uplag' nödig wiren, Un ward mit Krid twei Kreisen schriwen. Den bütelsten, den lett hei apen bliwen, Un wo hei up is, spannt hei mit den Dum Un mit den Middelfinger äwer'n Rum, Taum Teiken, dat sin Hand sall gellen As Vörhand äwr'e annern all, Un dat em Jeder folgen sall, Un redt nu so tau de Gesellen: „Mit Gunst, so habe ich den Gesellenkreis gezeichnet, er sei groß oder klein, ich ü b e r s p a n n e ihn und schreibe die Gesellen hinein, die hier in Arbeit stehen. Schreib' ich zu viel oder zu wenig, so kommt wohl ein reicher Kaufmann und bezahlt Strafe und Buße für mich." Un kloppt nu dreimal up den Disch: „Mit Gunst, so habe ich Macht und Kraft und ziehe den Gesellenkreis zu." Un dormit schriwwt hei up den Disch un tüht Den Kreis tausamen mit de Krid: „Mit Gunst, ihr Gesellen, seid still. Ich habe euch eingezeichnet; ist Einer oder der Andere vergessen worden, der melde sich. Macht euch bereit zum Auflegen!" Un de Gesellen treden achter'n anner Mit ehre Bistü'r an den Disch heranner Un leggen up den Disch ehr Geld. Un as sik Keiner wider mellt, Dunn kam'n de Frömden an den Reih. De Oltgesell, de seggt tau ehr: Es sei nicht blos günst'ger Meister und Gesellen Begehr, Nein, alter Handwerksbrauch es sei, Daß, wenn ein Schmied in dieser Stadt Bei vierzehn Tag' gearbeit't hat Dann müßt' er sich einschreiben lassen: „Ist das Dein Wille, so gelobe an, Unt thu' hier diesen Hammer fassen!" De Frömd, de fött den Hamer an. O l t g e s e l l : Grüß Dich Gott, mein Schied! F r ö m d e : Dank Dir Gott, mein Schmied! O l t g e s e l l : Mein Schmied, wo streichst Du her, Daß Deine Schuhe so staubig, Dein Haar so krausig, Daß Dein Bart gleich einem Schlachtschwert Auf beiden Seiten herausstört? Hast einen feinen meisterlichen Bart Und eine feine meisterliche Art. Mein Schmied, bist Du schon Meister gewesen, Oder gedenkst Du's noch zu werden? F r ö m d e : Mein Schmied, ich streich' über's Land, Wie der Krebs über'n Sand, Wie der Fisch über's Meer, Daß ich mich ehrlich ernähr'. Bin noch nicht Meister gewesen, Gedenk' es aber noch zu werden, Ist's nicht hier, ist's anderswo. Eine Meile vom Ringe, Wo die Hunde über die Zäune springe, Da ist gut Meister sein. O l t g e s e l l : Mein Schmied, wie ist der Name Dein, Wenn Du zur Herberg' trittst hinein, Wenn die Gesellenlade geöffnet ist, Und Du Meister und Gesellen jung und alt darum sitzen siehst? F r ö m d e : Silbernagel, das edle Blut, Dem Essen und Trinken wohl thut. Essen und Trinken hat mit ernährt, Worüber ich manchen Pfennig verzehrt. Ich habe verzehrt meines Vaters Gut Bis auf einen alten Hut, Der liegt unter des Herrn Vaters Dache, Wenn ich dran denke, muß ich lache. Sei er gut oder böse, Fern sei, daß ich ihn löse. Willst Du ihn lösen, sollst Du drei Heller Beisteuer haben. O l t g e s e l l : Mein Schmied, ich danke für Deinen alten Hut; Aber Silbernagel ist ein Name gut, Den woll'n wir in Ehren hier behalten. Mein Schmied, wo hast Du ihn errungen? Hast Du ihn ersungen oder ersprungen? F r ö m d e : Mein Schmied, ich konnte wohl singen, Ich konnte wohl springen, Es wollte mir aber nicht gelingen. Ich mußte rennen und laufen, Um für's Wochenlohn ihn zu erkaufen. Das Wochenlohn wollte aber auch nicht recken, Ich mußte das Trinkgeld noch dran stecken. O l t g e s e l l : In welchem Lande, in welcher Stadt Ist Dir widerfahren diese Wohlthat? F r ö m d e : Zu Bramborg, wo man mehr Gerste zu Bier mälzt, Als man hier Gold und Silber schmelzt. O l t g e s e l l : Mein Schmied, kannst Du mir nich drei Glaubwürdige nennen, Damit ich Deinen Namen kann recht erkennen? F r ö m d e : Ich will sie Dir nennen, wenn Du sie Dir willst merken: Peter trifft's Eisen, Fix vor den Stock, Rasch mit dem Balg. Hast nicht genug an den Dreien Du, Bin ich, Conrad Silbernagel, der Vierte dazu. De Oltgesell, de fröggt noch dit un dat. De frömd Gesell het up sin Fragen De Red un Antwurt glik parat, Un as hei sine Bistü'r gewen, Dunn ward hei in dat Bauk indragen Un in de Bräuderschaft inschrewen. - Nu kümmt de Ümfrag', dat Gericht ward hollen, Wenn Stridigkeiten vör sünd follen, Wenn Einer gegen Handwarkssaken Un Handwarksbruk hett wat verbraken. De Oltgesell steit up un seggt: „Mit Gunst, still ihr Gesellen! Es sind heute gewesen vier Wochen, daß wir nicht beisammen gewesen. Hat sich während dem etwas zugetragen, was Einem oder dem Andern nicht zu leiden steht, so wolle er aufstehen vor Meister und Gesellen und thun eine Umfrage. Es soll ihm wohl vergönnet sein. Un schütte Jeder seine Sache aus, Weil wir sind in des Vaters Haus', So hat man Macht zu sprechen draus, Daß man's nicht spare bei Bier und Wein, Wo gute Gesellen beisammen sein. Auf freien Straßen und Gassen Soll Einer den Andern zufrieden lassen. Zu Wasser und zu Landen Wird Keinem etwas zugestanden. Rede Keiner viel von Handwerksgeschichten, Was Meister und Gesellen auf der Herberge verrichten, Schweigt Einer jetzt, so schweig' er auch hernach. Was aber Einer mit Wahrheit bezeugen kann, Das steht mit und meinen Gesellen wohl an. Das sei gesagt zum erstenmale, Das sei gesagt zum andernmale, Das sei gesagt zum drittenmale Bei der Buße mit Gunst!" Un de oll Smädgesell, de stünn Nun up, güng in den Kreis herin: Mit Gunst, hei wull doch blot mal fragen, Wat günst'ge Meister un Gesellen Bi'n Smid Holthau'n un Waterdragen För handwarksbrükliche Arbeit höllen; Un wat dat wir en richt'gen Smid, De, stats in lust'ge Cumpani Sin Lid tau singen frank un fri, Bi olle Judenwiwer sitt. Un dat Gericht ward drup entscheiden: „Mit Gunst, das steht nicht zu leiden. Zeig' es uns an, wer dies gethan, Er soll ein doppelt Strafmaß ha'n." - Dunn wis't hei höhnsch up Hanner Snuten: „„Hir de Gesell bi Meister Wohlgemuthen."" Uns' Hanner will sik deffendiren, Doch Keiner lett sik dorup in, Dun dat Gericht will nicks nich hüren, Un't ward en heimlich Lachen sin. Sin Mitgesellen ut de Smäd, De treden nah einanner vör Un jeder hatt 'ne ni Beswer, Un wat Jehann ok dortau säd, Hei würd verurthelt un verdunnert. Un halw in Wuth un halw verwunnert Tellt hei sin Strafen grimmig hen Un set't sik trotzig up sin Städ. De Oltgesell steit up: „Mit Gunsten, wenn Niemand mehr etwas weiß, so weiß ich was: Wir wollen Geld zählen und Bier zappen, Wo schöne Mädchen mit den Krügen klappen." Un tellt dat Geld un slütt de Lad: So wie ich unserer Gesellenlade Schloß schließe, soll ein Jeder seinen Mund schließen. Mit Gunst, aus Kraft und Macht schließe ich zu. Mit Gunst stecke ich mein Schwert in die Scheide. Mit Gunst, daß ich mein Haupt bedecke. Mit Gunst, ihr Bursche, bedeckt euch!" Un somit is de Uplag slaten. En Jeder kriggt sin Glas tau faten Un't lustig Lewen geit nu an. Un in den Trubel sitt Jehann, In sine Bost, dor kakt de Grimm; Hei kickt sik nah den Ollen üm, Doch de is weg; un dat is gaud, Süs hadd't hüt Slägeri noch gewen. Hei sitt in argerlichen Maud: Taum irsten Mal in sinen Lewen Hett hei 'ne Straf betahlen müßt, Un ungerecht un schändlich is't! - Rings üm em rüm würd'n Putzen drewen, Gesellschaft kamm ut Rand un Band, Dunn rückt em Ein dat Glas tau Hand: „De Wohlthäter, de sall hüt lewen! Hoch! Hoch, Gesellen! Jehann Snut! En Jeder drink sin Fläsken ut!" - Jehann will sik nich marken laten, Dat em de Sak tau arg verdraten, Hei drinkt un drinkt, hei drinkt tau vel. Un as dat Zechgelag is slaten, Dunn stüt't hei sik entland de Del Un tummelt in de Nacht herin. Hei geit un geit, un steit denn still. As ob hei sik besinnen will, Wo woll sin Slapstädt wesen künn. Hei geit un geit as in en Drom: Em ward so swack, em ward so mäud, Em is't as wenn wat baben weih't, Hei kickt tau Höcht: ja, 't is en Bom. Wat dat för'n Bom woll wesen deit? Hei fött em an un höllt sik wiß, Doch wohrt nich lang', dunn sackt hei hen. Ach, wat hei krank doch worden is! Dor liggt hei denn un slöppt hei denn, Bet Morgen Gragen ruppe treckt Un uns' lütt Krischan Fink em weckt; De schellt von gräunen Bom herunner: „Stah up! Stah up! Slag Di de Dunner! Swinegel up! Noch sünd w' allein, Noch hett kein Minschenkind Di sein, Noch liggt in Slap de ganze Stadt. Pfui, gah' nah Hus! Pfui, schäm Di wat!" Hei rappelt sik tau Höcht, em früst, Hei kickt sik üm: wat is't? wat is't? Wo kann hei sin? Wo is dat kamen? Wat hett hei hir sin Slapstäd namen? De olle Firburs föllt em in. Ja, up de Harbarg ded hei sin, Un hei würd dor tau Schand un Spott. Nu was de Schand irst grod. - Ach Gott, Tau Hus! tau Hus! Wenn hei tau Hus doch wir! - Un krank vör Schimp, verwurren in Gedanken, Slikt hei de Hüserreih entlanken. Hir is sin Smäd. Nu Hanner, rasch! Hei halt den Slätel ut de Tasch. Hei kickt sik üm, wat em wer süht. Ne, Gott sei Dank! em süht hir Kein, Noch is hei up de Strat allein. Hei slütt, un apen is dat Dur, Dunn föllt en Ton em in dat Uhr, En Stänen un en Günsen wir't; Hei stutzt un steit un horkt un hürt, Hei weit nich, wat dat Würklichkeit, Wat't blot Inbillung wesen deit. Ne, ne, dat is 'ne Minschenstimm! Hei geit taurügg un kick sik üm. Mein Gott, bi sin oll Nahwersch is Dat Finster up, de's krank gewiß. Herr Gott, en Finster is inslahn. Wo kann dat sin? Wer hett dat dahn? Hei springt hentau, hei kick herin: Herr Gott, wo kann dat mäglich sin? De olle Fru liggt up de Ird, Ehr Bedd is rüm un rümmer kihrt. Rin in dat Finster! Gott erbarm! De olle Fru swemmt en ehr Blaud, Hei böhrt s' tau Höcht in sinen Arm. Wat äwerst nu? wat nu? wat nu? - Em is so wirr un weust tau Maud - En düller stähnt de olle Fru. Hei leggt sei rinne in ehr Bedd, Un as hei s' do herinne hett, Will Hülp hei raupen ut dat Finster rut, Dunn steit sin Meister Wohlgemuth Vör em un ward herinne sein: „Wat is hir los? Wat is geschein? - Jehann steit dor mit bläudig Hän'n, Sin Hor steit wild tau Barg in En'n, Den Rock vull Blaud, dat Og' verglas't: Hei stamert wat verdutzt, verbas't: Hei wüßt von nicks, nicks von de Daht, Hei wir man just herinne stegen, Hei hadd de Nacht jo buten legen, Hadd slapen up de apne Strat. - De Nahwerschaft de kümmt hervör, De Husdör un de Kamerdör, De warden hastig apen braken: „Kikt, kikt, hir is en Murd geschein!" Von Mund tau Mund flüggt grell dat Wurt: „Wer hett dat dahn? Wer het't verbraken?" Un von den Aben krischt de Sprein: „De wille Murd! De wille Murd! Fluch, dreimal Fluch den willen Mürder!" Un vör de Minschen steit Jehann, Den Rock vull Blaud, vull Blaud de Hand, Hei redt un stamert allerhand, Un Jeder kickt den Burßen an: „Is d e dat west, hett d e dat dahn?" - „„Oh ne, d e nich, d e was ehr gaud, Hei hett sei plegt, dat Holt ehr haut, Is för ehr Water dragen gahn. Ne, ne, de nich, d e het't nich dahn."" - „Ja, äwer kikt dat Blaud, dat Blaud! Wo kamm hei in de Kamer rin? Hei is dat west, hei möt dat sin." Un dat Geschrei ward ümmer duller, Dunn trett sin Meister up em tau Un leggt de Hand em up de Schuller: „„Den Burßen hir kenn ik genau. De het't nich dahn, de is't nich west. Hei 's min Gesell un is min best', Hei hett mi tru un ihrlich deint, Un't mit de Ollsch taum Besten meint. Un wenn ok dusend Tügen sünd, Ik tüg för em, as för min Kind."" Un grad wil deß hei dit hett seggt, Dunn heww'n weck Lüd' herümmer söcht, Un in de ein Eck von de Kamer, Dor finnen sei en bläud'gen Hamer: „Kikt hir! Kikt hir! Wat heww'n wi funnen! Hir lag hei achtr'e Beddstäd unnen." Un as sei'n hen un räwer reiken, Süht Meister Wohlgemuth en Teiken, Wat inbrennt is in sinen Stel; Blaß sackt hei t'rügg un fött sik an, Den sworen Dod in sine Seel. „„Herr Gott, min Hamer!"" schriggt Jehann. „Ja, 't is sin Hamer, 't sin Hamer!" Seggt swack un krank de olle Mann. - „„Hei is't hei is't!"" geit't dörch de Kamer, „„Hei is de Mürder, hett dat dahn, Hei hett de gruglich Daht begahn!"" Dunn röppt de Vagel von den Aben raf: „Min Isaak! Min Isaak!" Un't is, as wenn des' Vagelsnack Jehannen Kraft un Lewen gaww, Hei reckt de bläudig Hand in En'n: „„Un wenn vull Blaud ok sünd min Hän'n, Unschüllig bün'k bi minen Lewen! Unschüllig bün'k vör Gott un'n Heben! Un wenn uns' Herrgott hüt ok swiggt, Hei bringt de Daht doch mal an't Licht!"" - De Dokters un Gerichtslüd kamen, Jehann ward in Verwohrsam namen, De olle Fru würd unnersöcht, Un wenn de Dokters Einer fröggt, Wat sei woll wedder warden künn, Antwurten sei: 't künn mäglich sin, Un künn ok nich. Eins äwer wir gewiß, Dat, wenn ehr Gott dat Lewen gew, Sei doch för ümmer wirrig blew. - Un in de lust'ge Smäd, wo süs In gaude Tid recht ut den Vullen De Arbeit un de Spaß hett gullen, Dor is't nu einsam, still un bang'n, Dor will kein Lust un Lewen fang'n. Ok Meister Wohlgemuth sitt still In sine Stuw un sinnt un sinnt, Denn wat hei anfött un beginnt, Kein Arbeit vör em fluschen will: Den besten Deil von sine Haw' Müggt hei woll för den Jungen missen: „Oh Gott, de Jung', de arme Knaw'! Mit so'ne Undaht up't Gewissen! Ne, 't is nich mäglich! 't kann nich sin! - Un doch de Hamer! Ach de Hamer! Wo kamm de in de Juden-Kamer?" - Hei springt tau Höcht, em föllt wat in: „Herr Gott, süll ik d'ran schüllig sin? Ik heww den Jungen jo vertellt, De Ollsch, de hadd vel Gaud un Geld. Hadd em dit Wurt ut minen Mun'n Verführt tau de unselig Daht, Ik fünn kein Rau nich früh un lat, Ik hadd meindag kein ruhig Stun'n" - Ok Hanner sitt allein - ach, wo allein! - Sitt achter Slott un Rigel fast - En schuddrig, einsam Wesen was't! - Wat müßt em dörch den Kopp all tein! Un ach, sin Kopp was as intwei, Em was so wirr, em was so wei, Un in em hamert jede Ader. Ach Gott, sin Mutter un sin Vader! Sin Fiken, ach! un hei nu hir! Ach, wer doch lang' begrawen wir! - Hei fohrt sik mit de Hand dörch't Hor - Wo is dat mäglich! Is dat wohr? Ja, up de Harbarg ded hei sin, Un unner'n Bom, dor hett hei slapen, Un nahsten sach hei 't Finster apen, Un in dat Finster steg hei rin, Dor lag s', dor lag de olle Fru. Wat äwerst nu? wat nu? Wat is denn nahst mit em geschein? Vel Minschen hett hei üm sik sein, Vel Minschen wiren in de Kamer, Sin Meister het wat tau em seggt, Un dunn? dunn würd de Hamer bröcht. Ja, ja, dat was sin eigen Hamer! Vull Blaud! vull Blaud! Wo kamm dat rode Blaud an den'n?! - Hei drückt den Kopp mang sine Hän'n - Herr Gott, sei kän'n doch d a t nich glöwen! - Hei springt an sine Dör heran - Hei will glik Red un Antwurt gewen: „Makt up, makt up!" - - Ja, raup du man! Wild ward hei an de Dören slahn: „Ik bün't nich west! Ik heww't nich dahn! Ik bün't nich west!" - Ja, klopp du man! „Herr Gott, Herr Gott in'n hogen Hewen, Sei möten un möten un möten mi glöwen! Oh, Herr Gott, hür mi gnedig an, Un bring de Wohrheit an dat Licht! Erlös' mi doch!" - Ja, bed du man! - Uns' Herr Gott in den Himmel swiggt, Un mäglich is't, nah lange Pin, Denn kann dat sin, Dat hei för di Erbarmen kriggt, Un dat hei gnedig hürt di an. Nu sitt du man! 21. De Mus'buck mit sin Madam Mus Was rinne treckt in't Bäckerhus, Un up Befehl von'n Aderbor Mellt hei sik bi Krischäning dor. Krischanen is dat irst nich mit, Doch Mus'buck redt so stramm un drist Von sinen Updrag un Befehl, Bet hei tauletzt den Tautog litt Un in de Eck dat Lock em wis't, Un Mus'buck treckt nu unn're Däl. - Dat was 'ne Lust, dat was 'ne Häg', As Mus'buck sik sin Sloß beseg: „Hir is dat schön, hir fehlt uns nicks, As hir un dor noch en por Dören, Twei noch nah hin'n un twei nah vören. Nu Mutter, kumm! Nu ranner fix! Nu fix heran, ji leiwen Gören!" Das was denn Water up ehr Mähl. Nu gnagen sei un gnagen sei 'ne tweite Husdör dörch de Del Un nah den Kurnbähn ok noch twei. Un Allens schorwarkt, wirkt un pusselt, Dat Kalk un Stein herunner russelt. - Krischäning denkt: „Wo dit woll möt? Hir was't all slimm, as ik alleine set, Nu geit Gottswurt jo äwerall - Wo dit woll mal eins warden sall?" De Winter kümmt; dat Mus'volk hett Den Harwst lang velmals Kinddöp hollen, Sowoll de Jungen, as de Ollen; Un't hett en Ümfang un 'ne Grött, Dat't äwer Winter gaud un girn För'n richt'gen Mus'staat kann passir'n, Up puren Row organisirt, Un uns' oll Mus'buck as Regent Würd Majestät un Kaiser nennt, Un wat uns' lütten Krischan hürt, Dat würd von em frisch annectirt, Un güng de 's Abends still tau Bedd Up't Lager in den brunen Rock, Denn würd hei ut dat Bedd rut stött Un rute drewen ut dat Lock. Denn satt hei dor un frür un frür: „Ach, wenn't doch ball irst Fröhjohr wir!" Un Morgens kamm sin Vader denn Un kloppte an de Finsterruten: „„Du, Krischan, kumm nah't Finster hen, Din leiwe Vader is hir buten! Un hest Du nich en Stückschen Brod, Bi uns is wedder grote Noth. Sieh, lieber Sohn, die Dankbarkeit Steht Kindern wie ein Ehrenkleid, Du wirst Dich nicht entäußern dessen, Wirst Deine Ältern nich vergessen."" - „Ach," seggt Krischan, „min leiw Herr Vader" - Un Thranen in den Ogen hadd 'e, „Dat's All recht schön, doch kann 'k nix gewen; Ik heww jo sülwst nich wat tau lewen. Dat Takeltüg von Müs' hir un'n Ritt mi dat Brod jo ut den Mun'n." Un Spatz, de schellt in't Finster rin: „„Ji Rackertüg, ji Röwertüg, Lat't dat man blot irst Frühjohr sin, Denn kümmt de Aderbor taurügg, De sall jug Rackerwohr mal lihren, Frömd Eigendaum tau respectiren."" - Doch dat helpt nix. De Müs', de lungern, As wenn s' von Gottes Gnaden wiren, In't warme Bedd von lütt Krischanen, Lott un ehr Jochen möten hungern, Un lütt Krischäning, de möt friren Un in de kollen Ecken wahnen. Na einmal ward de Tid em lang: Ach, hadd hei doch den halwen Ring! Wat was dat för en schönes Ding! Wat was de Ring so bling un blank! Hei slickt sik an dat Lock heran, Hei bückt sik dal un kickt herin, Un - kik! - so vel hei seihen kann, Ward't unnen hüt ganz leddig sin. Hei hüppt herin un söcht un söcht Un bringt em richtig mit tau Höcht. Hei sitt un dor un spelt dormit, Un as hei so vergnäuglich sitt, Dunn kümmt de Mus'buck an un fröggt: „Du dumme Jung', wat hest Du dor?" - „„Gelt Di nicks an! Dat is m i n Ring."" - „ D i n Ring is dat? Ik glöw noch gor! Glik giwwst em her, Du dummes Ding!" „„Ne,"" röppt Krischan, „„dat is min eigen!"" Un ward dormit tau Höchten fleigen Un flüggt up Fiken ehre Lad. Un as dit schüht, kümmt Fiken grad. Wutsch! is de Mus'buck in sin Lock herin Un duckt sik dal un kickt denn wedder rut Un pipt em tau in vuller Wuth: „Täuw, lat sei man irst weggahn sin, Du Krät, denn will'n w' uns wider spreken!" - Lütt Fiken set't sik up ehr Bedd Un weint, as süll dat Hart ehr breken: „Ik kann't un kann't nich mihr uthollen, Ik möt herut nah mine Ollen." Slütt ehre Lad dunn up un kriggt Herut ehr einzig gaudes Kled, - Lütt Krischan fix tau Höchten flüggt - Un ihr s' den Deckel wedder slöt, Flüggt hei hentau un ahn Bedenken Smitt hei den Ring in ehre Lad: „Kreg' di de Mus'buck, wir't man Schad; Ne, leiwer will 'k di Fiken schenken." - Dat Ringstück föllt an eine Sid De Lad hendal bet up den Grund, Un Fiken würd dorvon nicks kund. Sei treckt sik an un slütt de Lad, Un wil dat is en Sünndag grad, Geit sei herute nach Gallin. - „Kik dor!" rep Smidtsch, „min Drom is ut, Mi hett hüt drömt, dat Fiken kem, Nu red mi Keiner gegen Dröm! Doch, Dirn, wat sühst Du trurig ut!" - Oll Smidt, de leggt sin Arbeit weg Un schüwwt sin Togbenk in de Eck, Giwwt ehr de Hand: „„Wat is Di, Fiken?"" Un ward ehr in de Ogen kiken. „Oh, nicks nich, Vader, nix nich is't: Ik heww mi man so ängsten müßt. Min Herr, de lett mi nich in Freden, Hei führt so'n sonderbore Reden..." Un stamert wat, dat Blaud, dat stiggt Ehr gläunig rod in dat Gesicht. „„Man wider, Dirn,"" seggt Vader Smidt, „„Wat wull hei Di? Man rut dormit!"" Un treckt de Ogenbran' tausamen. „Ach Gott, ik kann jo dor nix vör! Hüt Morgen kloppt hei an min Dör, Un rep mi, ik süll rute kamen. Dat ded ik denn, un as ik't dahn Un wull an mine Arbeit gahn, Namm hei den Bessen ut min Hand Un säd: dat wir för mi 'ne Schand, Dor süll 'k mi länger nich mit quälen, Un wenn ik müggt, wat hei woll müggt, Denn künn ik Fru in'n Hus' dor spelen." Un höllt de Hand sik vör't Gesicht. „„Herr Gott doch, Dirn,"" röppt Smidtsch, „„mi dücht..."" - „Hollt Mul!", seggt Smidt tau sine Fru, „Tauirst red ik, un nahsten Du. Vertell mal wider! wider Dirn!" - „„Un treckt mi rinner von de Del Un as wi för sin Wandschapp wir'n, Dun slot hei up un wis't mi Geld, Vel Geld - ach, Vader - gor tau vel! Un säd tau mi, dat All wir min, Un Hus un Hof uns Gorn un Feld, Wenn ik em wull tau Willen sin, Un wenn ik warden wull sin Fru."" - „Man wider!" seggt de Oll. „Un Du?" - „„Ik heww nicks seggt, ik heww nicks seggt, Ik heww mi blot up't Bidden leggt, Hei süll mi laten still taufreden; Dunn let hei mi un säd blot noch: „Min sallst Du sin, min wardst Du doch! Ik ward mal mit Din Öllern reden." - Oll Smidt süht still sin Dochter an Un antwurt't drup nich swart un witt, Hei geit an sine Togbenk ran Un set't sik hen un snitt un snitt. De Ollsch, de kennt sin Wis' genau. Sei hett all lang' drup paßt un lurt; Nu kümmt sei endlich an dat Wurt, Un't ganze Wurt, dat hürt ehr tau: „Du büst de dämlichst von min Kinner! Wat rohrst un rohrst un sittst un sittst? Du büst noch dümmer as uns' lüttst! Denn uns' lütt Riking un uns' Hinner, De hadden sik ganz anners raden, De hadden taulangt, wir't ehr baden. Wat hest Du nu? Nu hest en Quark. Meinst Du, dat s' för Di, dumme Dirn, De Bäckerhüser an de Mark, As Koffe up de Kindelbir'n, Twei-, dreimal rümmer präsentir'n? Glik geist Du nah den Mann taurügg Un hest Di nich so zimperlich, Un steist nich för em zipp un stumm Un seggst tau em, Du wullst dat - ja! Du wirst in dese Ort noch dumm, Un i k kem des' Dag' sülwsten nah, Denn würd dat Anner sik woll fin'n. Doch täuw!„ - un grawwelt unner't Rigel rup Un set't 'ne olle Kapp sik up Un ward en Dauk sik äwer bin'n - „Am besten is't, ik gah glik mit." - „„Du bliwwst tau Hus"", seggt Vader Smidt Un ward den Rock sik 'raffe halen Un treckt de Hanschen äwr'e Hän'n, „„Ik möt noch nah den Holt hendalen. Kumm, Kind, ik gah mit Di en En'n."" - De Oll geit mit sin Dochter furt, Hei redt mit ehr kein einzig Wurt, Doch as sei kamen an den Holt, Dunn makt hei Holt Un seggt in sine stille Wis': „„Hir, Fiken, stahn min Bessenris', - De Förster hett mi dat vergünnt - Nu gah tau Hus mit Gott, min Kind!"" Sin Fiken kickt em trurig an. - „„Ne, ne, min leiwes Kind, ik kann Up Stun'ns nich helpen, ne, ik bün't Nich in den Stan'n; de Noth is grot, Wi tehren von uns' letztes Brod. Lat Di nich von den Düwel blen'n, Denn kümmt dat All taum gauden En'n. Un wenn Di dat nich mäglich is, Denn brukst Du jo nich „ja" tau seggen"" - Un ward de Hand ehr up de Schuller leggen - „„Holl ut, min Kind, holl wiß, holl wiß!"" - 22. Ok hir was gahn dat tweite Johr, Un Nachtigal un Aderbor Un all de Annern wiren kamen Un verlustirten sik mit de Fomili Spatz An unsern oltbekannten Platz, An'n Wischensom bi'n Hilt, tausamen. Ok würd von irnsthaft Saken redt, De Aderbor vertellt dat in 'ne Smäd Tau Köllen an den gräunen Rhein Gei körtlings unsern Hannern sein. De Jung', de hadd em nich gefollen, Hei hadd em doch för frischer hollen. Dat hadd kein Grats un hadd kein Iwer, Set rüm bi olle Judenwiwer. Un wat soll Spreinsch ehr Unkel wir, De bi de Judenfru inliggt, Hadd seggt, so güng dat nümmermihr, So kem hei heil un deil taunicht. - „Grad so," föllt Lott em in dat Wurt, „Deit dat mit uns' lütt Fiken wesen, Un, Vadder, wenn dat länger durt, Denn kann sei heil un ganz verdäsen. De Bäcker plagt sei ümmer furt Mit sin entfahmte Frigeri, Un Krischan seggt: bliwwt dat so bi, Denn geit sei gänzlich vör de Hun'n." „„Gevadder!"" redt uns' Jochen mang, „„Gevadder, ja, es ist ein Jammer, Da sitzt das Würmchen in der Kammer, Vor Sehnsucht und vor Liebe krank. Ja, wär mein Krischan noch gesund, Dann könnt er sie durch Spielen, Singen Auf andere Gedanken bringen, Doch der ist selber auf den Hund. Un dat is Dine Schuld, Musch Langbein, Ik segg Di't grad in dat Gesicht, Du hest en schönes Stück anricht: Lettst mi de Müs' dor rinne tein, Dat s' mi den Jungen dor verjagen Un rute driwen ut sin Lock, Dat hei in kollen Winterdagen Dor friren möt. - Kik! sülwst den Rock, Den min lütt Krischan doch hett fun'n, Behöllt dat Rackertüg dor un'n."" - „Ja, 't is 'ne rechte Rackerwohr," Seggt argerlich de Aderbor, „Na, täuw! Ik krig di man, du Schuft!" - „„Hütt,"" seggt uns' Lotting, „„kün'nst em krigen; Hüt ward hei hir woll rümmer stigen. Hei säd, hei wull mal in den Luft Un wull mal halen frischen Athen; De Poggenkanter hadd em bidden laten. So güng hei denn mit Fru un Kinner Vörmorrntau in dat Feld herinner."" - „Wohen?" - „„Hir achter an den Dik."" - „Täuw! denn betahl ik di hir glik!" Seggt Aderbor un stäwelt af. - Un as hei kamm hen an de Burd, Wo de oll Kanter hüt Gesellschaft gaww, Dunn flitscht dat Mus'volk fixing furt, De Kanter hüppt in't Water 'raf, Un blot de Mus'buck kreg hei bi den Nacken: „Mit Di heww ik en Wurt tau snacken." Un ward em rammeln, ward em schüdden, Un höllt em sine Sün'n vör, De hei begahn an't Spatzen-Gör. De Mus'buck ward so knäglich bidden, Bet Aderbor denn endlich seggt: „Nu holl Din Mul, entfahmte Knecht! Un dau, wat ik Di heiten dau! De Bäcker-Kater is min gaude Fründ, Un fluster ik em blot en Würdken tau, Frett hei Di up mit Fru un Kind. Lütt Krischan will nich mihr bi Jug herin, Ju stänkert dat tau dull em in, Doch för den Winter will hei sinen Rock Herute hewwen ut dat Lock." - „„Herr Gott, wo süll dat mäglich sin!„„ Röppt Mus'buck ut, „„den krig wi jo nich rute!"" - „Wenn't heil nich geit, denn snid Ji em in lute Lütt Lappen un lütt enzeln Stücken Un treckt em rute Flick bi Flicken. Sin Eigendaum, dat möt hei krigen, Un deist Du't nich, denn paß mal up, Denn ward ik up't Kollet Di stigen." Un lett em los un nimmt sik up, Un flüggt heräwer nah de Annern. Dunn kümmt de Bäcker an tau wannern, Un all de lütten Vägel schrigen: „„Kikt! Kikt! Dor geit 'e, geit'e, geit'e hen! Un de will uns' lütt Fiken frigen? - Wat will hei denn? Wat meint hei denn? Lütt Fiken, lütt Fiken Tau straken, tau striken, Is nix für den Riken, Den Bäcker an'n Mark; Si is un bliwwt Hanne Nüte'n sin Brud." - „„Uns' Brud! Uns' Brud!"" röppt de Kukuk lud, Un de Holtschrag schriggt herun von de Bark: „Du kriggst en Quark! Du kriggst en Quark!„ - Den Bäcker stürt kein Vagelsang - Wat gellt en Vagellid em an? - Geit nah Gallin den Weg entlang, Ob hei de Olln bereden kann. - Oll Smidt is ut, de Ollsch, de hürt Mit heimlich Freud up sine Würd, Smitt af un an en Wurt mit in, As: ja! - natürlich, ja! - dor hadd hei recht! - 'Ne gaude Dirn ded Fiken sin, Dat hadd, wat H e i wir, Smidt, ok ümmer seggt. Sei wir ok von 'ne gaude Ort, Un wenn s' nu set un ümmer rohrt, Denn künn dat mäglich blot geschein, Wil ehr de Sak so spansch vörkem. Nu süll de Bäcker äwer sein, Wenn s e i 't in ehre Hand irst nem, Denn süll de Sak sik likerst reih'n. Un sei wull mit, glik mit em gahn, Dor süll en Dunner rinner slahn! - Dat deit sei denn. Un Allens wat Sei för den Bäcker seggen kann, Dat bringt sei bi lütt Fiken an. Sei redt von dit, sei redt von dat, Von Hus un Hof un Gaud un Geld, Un wat sei't nahsten up de Welt Doch schön un herrlich hewwen künn. 'Ne Hülp künn s' för ehr Öllern sin, Dat sei in ehren ollen Dagen Sik nich mihr brikten so tau plagen. „Ik kann nich!" weint lütt Fiken still, „Ik kann nich, Mutting, wenn 'k ok will!" - „„Dirn!"" springt de Ollsch tau Höcht un fröggt: „„Hest mit en Annern Di verkrämpelt? Ik heww dat Vadern ok all seggt: Du hest Di ganz gewiß verplämpert?"" - „Ne, Mutting, ne! ne, ganz gewiß! So hewwt 'k mit Keinen noch nich spraken. Ik weit nich, wat dat in mi is -" Un't flüggt en Schudder förch ehr Knaken - „Mi grugt vör em, grugt vör den Mann. Ne, Mutting, ne, ik kann un kann Di hirin nich tau Willen wesen, Mi grugt vör em, ward vör em gräsen." Un wedder fängt ehr Mutter an Un redt so iwrig up ehr in, Dat sei 'ne Stütt ehr wesen künn, Sei un ehr Vader hadden meint, Dat sei dat woll üm ehr verdeint. Dunn seggt lütt Fiken bleik un still, Kein Thranen hadd s' in ehre Ogen, Obschonst ehr alle Glider flogen: „Ja, Mutting, ja, wenn Vader will!" - Dat was denn nu ehr letzt Bescheid. Oll Smidtsch möt gahn, un as sei geit, Ward sei doch ehr oll Nahwersch drapen, Dat is tau vel, sei kann't nich hollen, Un makt ehr Päpermähl denn apen: Vertellt ehr denn, ehr Fik süll frigen - 'T kem blot noch an up ehren Ollen - Den riken Bäcker künn sei krigen. Un as soll Smidt Sünnabends lat Von den Verdung tau Hus kümmt in, Dunn heit't in'n Dörp un up de Strat, Dat Smidten-Fiken frigen künn. Un Köster Suhr, de redt em an: „Mein lieber Smitt, ich höre eben, Daß sich das Schicksal hat begeben, Daß Eure Fiken frigen kann. Hab' ich nicht ümmer Euch gesagt, Daß Fiken mal Furage macht? Der Bäcker is ein sehr profecter Mann Un sitzet stark in schöne Nohrung, Un wenn lütt Fiken mehr Erfohrung Un Andacht hat in Wirthschaftsführung, Denn sollt Ihr sehen, wird sie 'ne hellsche Fru. Ich vor mein Theil geb' meinen Segen zu Un meine schönste Gratulirung." - „„So wid,"" seggt Smidt, „„is't noch nich prat"" - Un geit verdreitlich lang de Strat Un trett herin in sinen Kathen, Dunn ward de Ollsch en Hart sik faten Un ward utführlich All'ns vertellen Un nebenbi up Fiken schellen. De Oll seggt nix, hei sitt un swiggt, Un as dat naug em wesen dücht, Dunn geit hei rute ut de Dör Un set't sik up de Bänk dorvör; Dor sitt hei lang un äwerleggt, Wat Mutter em vör Kundschaft bröcht. - Dicht bi em steit en Hümpel Kinner, Sin Luten, Riking un lütt Hinner, De snacken dor mit Jöching Frahmen Un mit den Schulten Gust tausamen, Un reden so as Kinner daun. „Morrn slachten wi uns' gelbunt Haun," Seggt Jöching Frahm, „un dortau Grütt." - „„Wi eten Tüften,"" seggt lütt Hinning Smidt, „„Un ümmer Tüften eten wi."" - „Ji sid ok arm," seggt Schulten Gust, „Un Tüften eten möten Ji; Wi äwer eten Sünndags Wust." - „„Je, lat man uns' grot Fiken frigen, Denn sallst mal sein, wat w' Stuten krigen!"" - „Denn giwwst mi doch wat af?" fröggt Jöching Frahm. - „„Ne,"" seggt lütt Hinner, „„alltausam Den Stuten fret 'k alleine up, De giwwst mi ok kein Haunersupp."" - „Ja, Gören," seggt lütt Smidten-Luten, „Herr Je, wat krig wi denn för Stuten!" - Un as dat Görenvolk so snackt, Ward Smidt sacht von de Bänk upstahn: „Un Thranen sünd dorinne backt, Min leiwstes Kind ehr bittre Thran!" - Still geit hei rin in sine Dör, De Ollsch, de fängt denn wedder an, Dunn seggt hei hart un barsch tau ehr: „Ik weit nich, Wiw, wat Du verlangst? Hest Du kein Mitled mit ehr Angst? Willst Du Di an Din Kind versünnig'n? Willst Du dat Kind in't Unglück stöten? Glik morgen sall s' den Bäcker künnig'n; Ik will kein Sünnenbrod nich eten." - - So kamm't den annern Morgen, dat Uns' Smidt güng rinne in de Stadt Un würd dor mit den Bäcker reden, Un säd em mit rechtschaffen Wurt, Sin Fik süll tau Martini furt. Un würd't mit Höflichkeit inkleden: Sin Dochter künn sik nich bequemen, Dat sei ehr Jawurt gewen künn, Un wenn dat wir nah sinen Sinn, Denn wull hei s' hüt noch mit sik nemen. „Ne," seggt de Bäcker tau den Ollen, Un wendt sik af, „ehr Tid möt s' hollen." Un in den Harten helle Wuth, Un grimmen Arger in den Blick Geit hei von em, spuckt vör sik ut, As wenn hei Gift dal slaken hett. Un vull von Haß seggt hei vör sik: „So, Fründting, sünd w' noch nich tau Bedd!" Oll Smidt de geit un tröst't sin Kind. Wat was sin Hand so weik un lind, Sin harte Hand, so vull von Quesen, As sei ut Kindeshart de Spledder Herute treckt un heilt dat wedder! Wat ded sin Og so fründlich wesen, Wat klüng sin einfach Wurt so säut, As hei ehr seggt, ehr Nod wir all, Un dat s' Martini trecken sall! Sei hadd em küßt woll Hän'n un Fäut. - Sei geit up ehre Stuw allein Un bedt so vull un dankt so heit. - Lütt Krischan flüggt up ehre Schuller So idel quick, so fix as wull 'e Sik hüt ok mal von Harten freu'n. Sei nimmt den Vagel in ehr Hän'n: „Ja, lüttes Dirt, bald het't en En'n! Bald tein wi furt, Du treckst mit mi! Bald is de ganze Nod vörbi, Un all de Angst un all dat Quälen!" Sei wull nu gahn, dunn süht sei up de Delen En brunen Flicken. - Was is dat? - So'n Flicken hett sei jo nich hatt. Sei böhrt em up. - Wo kümmt de her? - Ne, ne, de Flicken is nich ehr; Doch wegtausmiten is man schad! Sei slütt em also in ehr Lad. - Den Morgen drup, as sei upsteit, Liggt wedder so en Flicken dor - Ih, dit is denn doch sonderbor! - Sei nimmt em mit sik run un geit In'n Hus herüm un fröggt en Jeden, Wen woll de Flicken hüren deden; Doch Keiner weit wat von de Flicken. De Bäcker seggt: „Du dumme Dirn! Di ward'n woll sülwst de Lappen hür'n. För Lumpen daun sik Lumpen schicken!" Sei sluckt dat dal, ahn wat tau seggen, Un ward em bi de annern leggen. Un ümmer wedder find't sei Stücken Von brunes Laken, de s' verwohrt Un mit Bedacht tausamen sport, Sei kann's mal bruken tau en Zweck, Un is't nich anners, tau 'ne Flickendeck. c 23. De lütte Nachtigal hett sungen Den Sommer in de Gorenheck, Un männiglich is't ehr gelungen, Dat's Fiken sung de Sorgen weg. De Harwst de kümmt, de Treckeltid. 'T ward Tid, dat sei von dannen tüht: „Adjüs!" seggt s' tau den Aderbor, „Mi ward hir all tau kolt dat Johr. Adjüs! Adjüs! Ik gah, ik gah, Ik treck in't warme Afrika!" - „„Adjüs ok, Vaddersch,"" röppt ehr Vadder, „„Ik kam de negste Woch Di nah. Denn hir is't ut mit Pogg un Adder, Un ümmer Müs' för alle Dag', Dor kriggt en Lüs' jo in de Mag'. - Un wecke Tur nimmst Du ditmal?"" - „Ik fleig den gräunen Rhein handel." - „„Na, täuw, ik kam ok an den Rhein, Denn warden w' dor uns wedder sein."" - De Nachtigal flüggt in de Höh Un segelt äwer Land un See; Un as sei kümmt bet an den Rhein, Dunn süht sei dor zwei Burßen tein, En Murer un en Snider was't. Sihr niglich is de lütte Gast, Hürt also tau, wat de Gesellen Up apen Landstrat sik vertellen. „Hei is't nich west, ik will't beswören!" Seggt irst de Ein, „hei het't nich dahn! Tidlewens will 'k an alle Dören Von Hus tau Hus rüm snurren gahn!" - Wer het't nich dahn? Wat hett hei dahn? - Lütt Nachtigal, de flüggt Twig tau Twig Mit de Gesellschaft ümmer wider. - „„Un wenn 'k noch einen Puckel krig!"" Röppt iwrig de lütt pucklig Snider, „„Hei is't nich west! Uns' Hanner Snut, Sach de woll as en Mürder ut?"" - Herr Gott! von Hannern ward hir spraken, Dat hei 'ne gruglich Daht verbraken. Wo is dat mäglich? Kann dat sin? - Dunn kümmt en Wagen antauführen, En smuckes Wiwken sitt dorin: Herr Je, dat's sin Fru Meisterin! - Sei müggt jo ok de Red' woll hüren, Sei höllt ehr Fuhrwark an un fröggt: „Heww'n Ji von Jehann Snuten seggt?" - Ein Wurt, dat giwwt denn nu dat anner, Sei nödigt s' rup up ehren Wagen, Un dörch Vertellen un dörch Fragen Kümmt't rut, dat sei för unsern Hanner All Drei sik will'n as Tügen mellen. „Ne!" röppt de lütt Fru Meisterin, „Wat ik ok in de Zeitung lesen, Hei het't nich dahn, hei kann't nich wesen! Hei was so tru, hei was so gaud! Min Smäd, min Hus, min Geld, min Gaud, Dat smit ik hen, dat will 'k verwedden; Ik möt den Meckelburger redden!" Un as s' de Strat entlanke führen, Dunn warden sei en Singen hüren, Dat süng de Nachtigal. Dat was kein helle Frühjohrswis', De Lust un Leiw verspreckt, Dat was, as wenn en Wedderhall Heräwer tönt so sacht un lis' Un olle Tiden wackt: „Fru Meisterin, Fru Meisterin, Ik ret Jug utenanner. Dat süll nich sin un künn nich sin! Un von Di güng Din Hanner. Un föllt't Di swor, un föllt't Di hart, So hest Du't nu verwun'n. Vöräwer güng de böse Stun'n, Wo süs de Haß geburen ward; De Minschenleiw tog in Di rin; Drüm seg'n Di Gott, Fru Meistern, Un seg'n Din gaudes Hart." Un nimmt sik up un süht den Sprein: „Gu'n Abend, Matz, wat's hir geschein?" Na, de vertellt, wat hei von Unkeln Hett hürt un wat de Minschen munkeln. - „Ik glöw," antwurt't de Nachtigal, „De Aderbor kümmt morgen all, Denn möt wi mal mit Unkeln reden." „„Ne,"" seggt de Sprein, „„mit All un Jeden Lett hei sik in't Gespräk nich in, Hei hett en wunderlichen Sinn Un führt oft gor tau snurrig Reden, De von de Minschen hei hett lihrt; Doch kumm mal mit! Ik weit sin Flag, Dor sitt hei ümmer Dag för Dag, 'T is mäglich, dat hei Di anhürt."" - Sei reisen hen. Oll Unkel Sprein Sitt still för sik as in den Drus' In't Tüschenhüschen bi den Judenhus', Un as hei de Gesellschaft sein, Ward gnäglich hei tau Höchten kiken Un will sik sacht von dannen sliken, Doch redt sin Braudersähn em an Mit fründlich Red' un Smeichelwürd, Un as hei nu nich anners kann, Bequemt sik denn dat olle Dirt Un ward up sine Ort vertellen, Dat de oll Fru tworst lewen ded, Doch dat sei müßt för wirrig gellen. Set set den langen, leiwen Dag Un grawwelt rümmer up dat Flag, Wo süs ehr halwe Ring hadd seten, Den ehr de Mürder runner reten. Un männigmal mengt hei dor twischen So'n snurrig un so'n hastig Wurt: „De wille Murd! De wille Murd! Fluch! Dreimal Fluch den willen Mürder!" Dat sülwst hei künn för wirrig gellen. - Grad as de Oll dit deit vertellen, Dunn ward de Murer un de Snider Un uns' lütt, leiw Fru Meisterin Bi Meister Wohlgemuthe sin. Sei holl'n tausamen Rad un stahn In'n Durweg bi de Smäd tausamen, Dunn kümmt en Minsch dor antaugahn, In Elend un in Noth verkamen. Hei stümpert sacht heran un slickt Dat Judenhus entlang un kickt Sik ängstlich üm, ob em wer süht. Dat is, as wenn't em ranne tüht, As müßt hei wedder un wedder sein Den Urt, wo mal de Daht geschein. Un doch is't em, as wenn an desen Urt En gruglich Wesen up em lurt, Dat em nich laten künn. Hei steit un stirt in't Finster rin. „De wille Murd, de wille Murd!" Röppt't ut dat Tüschenhus herut. Dat is de Stimm, dat is de Lud, De hei in jenne Nacht hett hürt! Ja, ja, dat sünd de sülw'gen Würd, De em verjagt, As hei de gruglich Daht hett wagt! Hei steit, as hadd de Slag em rührt, Hei reckt de Hän'n wild vör sik hen: „Lat los! lat los! Wat willst Du denn? Ik namm Di nicks, ass dit allein!" Dunn klirrt wat an dat Finster ran Un klingt wat runner up de Stein. „Nimm hen! Nimm hen! Mihr heww ik nich!" Un tummelt von dat Finster t'rügg, Un, willes Gräsen in't Gesicht, Stört't hei entlang de stillen Straten; Un achter em de Vagel schriggt: „„Fluch! Dreimal Fluch den willen Mürder!"" - - De Vier, de stahn ahn Luft un Athen, As wiren s' bannt up dese Stell. „Das is hei!" röppt tauletzt de Snider, „Dat is de olle Smädgesell! De hett dat dahn, de ded de Daht!" Sei gahn nu up de Strat nah buten, Sei heww'n doch dor wat klingen hürt, As klirrt wat an de Finsterruten. Sei säuken rüm: „Up dit Flag wir't." Dunn bückt Fru Meisterin sik flink Un richt't sik up un höllt tau Höcht de Hand: „Kikt hir, kikt hir, en siden Band, Un an den Band en halwen Ring!" - Un niglich kickt de Nachtigal Ut't Tüschenhüschen up ehr dal: „„En halwen Ring? En halwen Ring? Lütt Krischan hett jo just so'n Ding. Wo dit woll möt? Wat dit woll heit? Na, des' Dag' kümmt de Langebein, De weit dor mäglich von Bescheid. Adjüs ok Unkel! adjüs ok Sprein!"" Flüggt in den Busch: „„Na, Gott sein Dank! Hir is kein Elend un kein Stank. So'n Stadt is nich für Unserein."" - - De Woch dorup kümmt an den Rhein De Swälk mit samt den Aderbor, Un Nachtigal, de röppt sei an: „„Dau! - - Nich so hastig, Vaddermann! - Hir bün ik, hir! - Ik glöw noch gar, Du willst ahn mi von dannen tein!"" Un seggt em nu, wat hir geschein, Un wat vör't Judenhus passirt, Un ward em nebenbi vertellen, Dat sei den ollen Smädgesellen De sülw'ge Nacht noch arretirt, Un dat hei frech mit Leigen stred' Un nicks nich an sik kamen let; Dat Hanner ok noch ümmer set. Un gistern Abend hadd de Sprein Bi em noch dörch de Tralling sein, Sin rode Klür wir ganz verblaßt, Doch wir hei ruhig, still un fast. Un ob hei wüßt, wat hir tau maken? - „Je," seggt de Oll, „dat sünd so'n Saken! Sin Nod, de deit mi sihr bedräuwen, Doch vör de Hand sei ik kein Hülp. Ik kann bi em nich länger täuwen: Kein Pogg hüppt mihr in Gras un Schülp, Un ebenso is dat mit Di. Doch täuw - de Swälk! - Swälk, kumm mal her! Du brukst nich mit uns rüm tau ströpen, Du hest 'ne prächtige Natur, Du settst des Harwsts Di in dat Ruhr Un kannst Di in en Dik versöpen, Un is dat Frühjohr, wakst Du wedder up. Nu mak Di up de Flüchten, nimm Di up Un fleigt taurügg nah't Bäckerhus. Mak Jochen minen schönsten Gruß, Vertell em von den halwen Ring Un segg, dat wir akkrat so'n Ding, As lütt Krischäning hadd dor unnen Bi Weg' lang in dat Mus'lock funnen. Un segg: passirten dor Geschichten, Künn hei sik nah des' Nahricht richten; Un segg em, Swälk, ik let em seggen: Hei süll de Hän'n in'n Schot nich leggen; Hir würd denn woll oll Unkel Sprein Un Meisk un Specht taum Rechten sein." 24. De Swälk reist af mit ehr Gewarw. Uns' Jochen is just in den Aust, Sitt up de letzte Hawergarw So recht in't Fett un smaust un smaust. Hei antwurt't nicks un sitt mit vullen Kropp So recht behaglich dor un schüddelt mit den Kopp, Bet sei em Allens hett vertellt. Dunn äwer fängt hei an un schellt: „So'n Dummerjahn läßt sich da kriegen! Man möchte aus der Haut gleich fliegen! Ich habe die Geschichte dick. Wat meint de Aderbor, dat ik Nicks heww tau daun, as so'ne Saken, De krumm sünd, wedder grad tau maken? Hir hett en Jeder ok sin Nod: Twei Dutzend Gören tog ik grot Dit Johr; un dorbi liggt min Wiw Mit allerlei Besorgung mi tau Liw, Ik möt den ganzen Dag nah Fiken Un nah den ollen Bäcker kiken; Ik heww den ganzen Dag kein Freden." Un as sei so tausamen reden, Dunn kümmt dor wer. - Wer kann dat sin? - De Bäcker is't; geit nah Gallin. Up sin oll wittes, weik Gesicht Dor liggt so'n kolles, frostig Freu'n, As sik de Winter freut, wenn hei dat Gräun In Feld un Holt tau Grunnen richt't. „De brödd nicks Gauds!" seggt Spatz. „Kumm mit! Will'n seihen , wat dor achter sitt." - De Bäcker geit in't Dörp herin, Bi Smidtschen spreckt hei hüt nich vör, Hei geit nah Snuten sine Dör Un fröggt, so Snut woll wesen künn. Smidt Snut ward raupen ut sin Smäd. De Bäcker makt en grot Gered, So'n Ort von Vörspill süll dat sin: Hei säd, hei kem nich sinentwegen, Sin Brauder wir tau Kölln an'n Rhein, Von den'n hadd hüt en Breiw hei kregen, En grotes Unglück wir geschein. „Herr Gott!" röppt Snutsch, „Jehann is krank." - „„Ne, hei 's gesund."" - „Na, Gott sei Dank! Ik dacht an slimme Nahricht all." Ja, säd hei, slimm wir ok de Fall, Dat künn woll keinen slimmern gewen, Denn 't güng Jehannen an dat Lewen. „Herr Je! Herr Gott! Herr Jesus Christ! Wat is geschein? Wat is't, wat is't?" - Springt sei tau Höcht un fürchterlich Malt sik de Angst up ehre Backen. „Oh Gott, min Kind!" un ward taurügg Bleik as de Dod in'n Staul hensacken. - „„Man wider!"" röppt oll Snut, „„man wider!"" - „Ja," seggt de Kirl, „ja, Meister Snut" - Un't kamm bedächtig druppwis' rut - „Ja, Ehr Jehann, de sitt as Mürder!" - Vör Jammer hell tau Höchten schriggt De Ollsch un krümmt sik as en Worm, De oll Vader sitt un swiggt, In sinen Harten brus't en Storm, Hei kickt den Kirl fast in dat Og, Un as hei süht, dat dor so'n höhnsche Blitz, So'n Satansfreud herute slog, Dunn springt hei up von sinen Sitz: „„Du hest as Mürder ok all seten, Un Satan hett Di rute reten! Un Du willst hir min Kind schandiren, Min armes Wiw taum Dod verfiren? Herut mit Di! Rut ut de Dör!"" Un kriggt den Kirl in't Gnick tau faten Un smitt em rute up de Straten, Un richt't sin olle Fru tau Höcht: „„Lat doch! Lat doch, wat willst Di grämen? En Lägner hett de Nahricht bröcht, Un Du wullst Di't tau Harten nemen? Lat doch! Wi müßten uns jo schämen Vör't eigen Kind, wenn wi dat glöwen wullen,"" Un höllt sin Fru in sinen Arm. Un up de Strat ward dat en Larm, De Bäcker hett dor rümme schullen, Tausamen löppt en Hümpel Gören, De Wiwer kamen up de Strat, De Manns de kiken äw're Dören, Un Smidt un Smidtsch de kamen grad Von't Tüftenbuddeln antaugahn. De Oll geit sinen graden Gang, Wat kümmert em de Strid un Zank? Doch niglich bliwwt de Ollsch bestahn: „Wat is 'e los? Wat is passirt?" Un unner Fluchen, unner Schellen Ward ehr de Bäcker dat vertellen. „Herr Je doch! Kinnings, kamt un hürt! So stah doch, Vader! Hür doch, Mann! Smidt Snuten sin Jehann, de sitt." - „„Ih, drähn un drähn!"" seggt Vader Smidt. Doch alle Nahwers kamen ran, Un't drängt sik üm den Bäcker rüm, Un Allens fröggt: „Hei sitt? - Worüm? - Wat? Hanner hadd en Wiw dod slagen?" - Un Allens röppt: „Dat Stück is lagen!" - „„De Kirl, de lüggt!"" röppt Durtig Bung'n. „„So'n Stück von so'n smucken Jung'n!"" - „De Kirl, de lüggt!" röppt Wewer Frahm. „„Hei lüggt!"" so raupen s' alltausam. Un ein Gemunkel mengt sik in den Larm: Vör Johren wir en Murd geschein; En Jeder süll nah't Sinig sein, Un wer dat dahn, den würd't woll jäken. Ut ehren Dörp, ut ehr Gemein Künn keiner so'ne Daht verbreken. De Bäcker, de steit dodenblaß. „Run mit den Kirl!" röppt Krischan Snur, De as Soldat up Urlaub was, Un All'ns will up den Bäcker slahn. Dunn kümmt sacht üm de Kirchhofsmur De oll Herr Paster antaugahn. „Still, Kinnings, still! De Herr Pastur!" - „„Was ist hier los? Was geht hier vor?"" Fröggt still un irnst de olle Mann. Un Wewer Frahm trett nah em ran: „Hir is wat seggt, doch is't nich wohr!" Un hei vertellt mit korten Würden Von Hannern un de Murdgeschicht. De oll Herr Paster kickt tau Irden Un hürt still tau un steit un swiggt, Un as hei't Og tau Höchten sleit, Dunn liggt up sinen Angesicht So'n bitter deipe Trurigkeit, As wir sin eigen Kind em storben. „„Halt!"" seggt hei. „„Laßt den Mann hier gehn! Die Sach' ist wahr. Der Mann hat nicht gelogen, Ein großes Unglück ist geschehn, Der arme Bursch ist eingezogen, Und eine Klage fürchterlichster Art Schwebt über seinem jungen Haupte, Wie vom Gericht mir angezeiget ward. Fern sei's von mir, daß ich dran glaubte! Ich kenn den Knaben, kenn den jungen Mann; Solch offen ehrlich Blut, das kann So plötzlich nicht verdorben werden, Daß es das Gräßlichste auf Erden Begehen sollt. Und ist die Wahrheit noch nicht raus, So wird sie doch zu Tage kommen. Ihr aber, Kinder, geht nach Haus Und betet in der stillen Kammer, Daß dieses Elend, dieser Jammer Den Ältern werde abgenommen; Sie sind am meisten zu beklagen."" De Lüd de gahn still utenanner, Blot Smidtschen röppt Herr Paster ranner: „„Ihr habe ich ein Wort zu sagen: Komm Sie mir mir in's Haus hinein; 'Ne Frauenhand könnt nöthig sein."" Herr Paster geit, un Smidtsch geit mit, Un vör den Hus' set't sik oll Smidt, Vull ihrlich Mitgefäul dat Hart, Un horkt wat binnen spraken ward. - Irst is dat still, Herr Paster spreckt Sin tröstlich Wurt, dunn ward dat lud; De olle arme Fru, de breckt In Weinen un in Klagen ut: Ehr Kind! Ehr Kind! Ehr armes Kind! Un wedder tröst't hei sacht un g'lind, Un wedder fall'n sin tröstlich Würd' An't Hart vörbi up kolle Ird. Un as tauletzt hei seggen möt, Dat dat Gericht en Breiw hadd schrewen, Un dat ehr Hanner würklich set, Dunn ward dat bin'n en Jammer gewen, Dat Smidten sin oll ihrlich Hart Terbraken un terreten ward. Noch hett kein Wurt de Meister seggt, Nu springt hei hastig in de Höcht: „Hei het't nich dahn! Hei het't nich dahn! M i n Kind kann nich so'n Daht begahn! M i n Jung' mürd't nich üm Gaud un Geld! Un all' Gerichten in de Welt, De leigen, wenn s' dat seggen willen, Un wenn s' 't ok all beswören süllen!" Un geit herut, un geit un steit Un kickt sik üm vör sine Dör, As wenn hei frömd hir wesen deit, Un geit denn t'rügg in't Hus herin, Un kickt dor bistrig üm sik her, As wenn hei wat nich finnen künn, Un kriggt sin Schortfell dunn tau packen Un smitt sik't hastig äwer'n Nacken: „'T sünd Lägen! Wat s' ok seggen mägen, 'T sünd Lägen! Utgestunk'ne Lägen!" Un redt för sik mit hastig Red Un geit herute nah sin Smäd Un schüdd't de Kahlen in dat Fü'r Un kickt sik üm: „Jung', büst Du hir?" - Dunn trett oll Smidt sacht tau em rin Un treckt den Balg. Kein Wurt würd redt, Oll Meister Snut de smädt und smädt, Wild haut hei up dat Isen in, De Funken stöwen vör Gewalt, De ganze Smäd, de klingt un knallt. Hei leggt dat Isen in dat Fü'r Un sinnt un sinnt un steit dor lang' Un stüt't sik up de swore Tang': „Ja, ja, hir was't. Hir was dat, hir! Hir hett hei minen Segen kregen, Hir up dit Flag!" Un ritt dat Isen ut dat Fü'r: „'T sünd Lägen!" röppt hei, „luter Lägen!" Un wedder klingt de Hamerslag, Un wedder ward hei't Isen faten, Un wedder redt hei vör sik her, Bet em tauletzt de Kräft' verlaten. Dunn sackt tausam de olle Mann. Dunn geit oll Smidt still an de Dör Un treckt de Dör ganz lising ran. Un Meister Snut, de deckt de Hän'n Up sin Gesicht, un Thranen rön'n Tau Irden dal: „Min Sähn! Min Kind! Ik weit jo, dat dat Lägen sünd. Un doch, un doch! Ach grote Nod! Dit Paschen-Trübsal tau erlewen! Hadd Gott mi doch den bittern Dod Hüt morgen statt dir Elend gewen!" - Oll Smidt kickt vör sik still tau Ird; Dat snitt em bi des' Jammerwürd' So deip dörch sin oll ihrlich Hart, Hei leggt sin Hand, so fast un hart, Up Meister Snuten: „„Meister Snut, De Wohrheit, de kümmt ok herut."" „Gott mag dat gewen, un dat ball!" Seggt ruhig Meister Snut, steit up Un wischt de letzte Thranendrupp Sik ut dat Og, „kein Minsch, de sall Von mi mal seggen, dat 'k in minen Lewen Nich mal an't eigen Kind ded glöwen. Min Fleisch un Blaud hett dat nich dahn! Min Sähn, din Vader bliwwt di tru!" Ward ut de Smäd herute gahn: „Du leiwer Gott, min olle Fru!" 25. Up jennen Stein tau Kölln an'n Rhein, Wo süs de Judenfru hett seten Un hett von dor nah Osten sein, Dor sitt hüt Abend Martin Sprein Un snackt mit Meisk un Specht en Beten. „Also," fröggt Meisk, „so wid is't nu, Un morgen ward dat Urthel spraken?" - „„Ja,"" seggt de Sprein, „„de Judenfru Is nicks nich mihr as Hut un Knaken. Min Unkel seggt, dat is de höchste Tid; Un wenn dat morgen nich geschüht, Denn kän sei Hannern un den Smädgesellen De Ollsch nich mihr genäwer stellen."" „Dorbi ward ok nicks rute kamen!" Stimmt hastig Meisk un Specht tausamen, „De olle Fru is jo verrückt. De kann jo allmeindag' nich tügen!" - „„Je,"" seggt de Sprein, „„tauwilen is dat glückt, Dat sei't bi weg'lang rute kriegen, Un dat de Mürder ward bekennen, Wenn em mit einmal sin Korpusdelikt - As dat de Herrn Avkaten nennen - Ward unverseins vör Ogen bröcht."" - „Dor ward ok vel nah kamen," seggt de Specht. „Sei süll'n em man wat up den Puckeln mengen, So'n dörtig in de Jack rin swengen, Denn kem de Sak vel ihrer t'recht." - „„Ih, red un red, un drähn un drähn! Sei krigen't anners rut, oll Sähn! Süh, den Herrn Staatsanwalt sin Herr Karnallenvagel, De hängt tauwilen buten an den Nagel, Mit den'n hadd ik tauwilen denn de Ihr, Wenn hei grad ahn Geschäften wir, Besond're Fäll' tau äwerreden. De is mit alle Weigen weigt, Un gauden Rath hadd hei vör Jeden. De säd tau mi: hei wir „moralisch überzeugt" - Weitst, wat dat heit, „moralisch überzeugt"? - Dat morrn de Kirl bekennen deit. Jehann hadd frilich lang' naug seten, Doch „wär' die Sach' in's stadium getreten," In's stadium! - weitst, wat dat heit?"" - „Ih, Vadder, wat weit ik," röppt Specht, „Von't dämliche Avkaten-Recht!" - „„Süh, stadium,"" seggt Sprein, „„moralisch überzeugt,"" Dat is so gaud, as wir de Sak vörbi, Denn wenn dat Allens richtig geit, As't gahen sall, un wenn't sik reigt, Denn is Jehann so gaud, as fri."" - „Je, wenn de Kirl nich ingesteit?" - „„Ih, paß mal up, den krig'n sei rüm."" - „Je, wenn nu nich?" - „„Je, denn is't slimm! Denn möt wi helpen, denn de Aderbor, Kümmt de dat negste Johr taurügg, De frett uns up mit Hut un Hor, Lat wi den Jungen in den Stich. Ik möt doch mal mit Unkeln reden."" - „Ih, lat den Ollen doch taufreden. Wat de woll von den Kram versteit, De is jo sülwsten halw verdreit." - Un dormit gahn sei utenanner. - - Den annern Morgen steit uns' Hanner Vör de Assisen - as sei't nennen. - Vel Volk ward dor tausammen rönnen, Denn dit's en ganz besondern Fall, Bi den't üm't Lewen gahen sall. - Up't ganze Hus liggt dumpes Swigen, De Herrn Geswurnen sitten all Mit deipen Jrnst up de Gesichter, Un vör ehr sitten streng de Richter. Un't is en fierliches Wesen, As wenn en Minsch begraben ward, Un as de Anklag' is verlesen, Dunn puckert bang' männ'g stakes Hart. Jehann ward fragt: ob hei sik schüllig weit? - „Unschüllig," seggt hei still un steit Vör de Versammlung irnst un fast. 'Ne bitter grote Trurigkeit Liggt up sin bleikes Angesicht, As fäuhlt hei gaud genaug de Last, De hüt up sine Schuller liggt. Doch as hei all de velen Lüd Un all de velen Ogen süht, De up em rauhn, röppt hei nochmal, Un sine Stimm schallt dörch den Sal: „Unschüllig bün ik an dit Stück!" Un sine Backen farben sik. En Summen geit dörch all de Minschen: „„De nich! de nich! de het't nich dahn!"" Un Keiner glöwt't, un Alle wünschen, Dat hei mag fri herute gahn. - De Tügen kamen an de Reih. Ein nah den Annern kamen twei Un warden von de Herrn verhürt, De Murer un de Snider wir't. - De beiden gauden Jung'ns de tügen För ehren ollen Reis'kumpan, De Murer röppt: „Er hett's nich dahn! Wer's sagt, der thut entfamten lügen. Die ganze Welt könnt wegen meiner Und alle Menschen auf der Erden Aus Bosheit umgebrungen werden, Doch das sag' Keiner, Daß dieser anbemerkte Johann Snut So etwas thut! Un ich bün bürtig aus Malchin Un kenn sin Öllern in Gallin." De President, de fröggt un fröggt, De Murer äwer bliwwt dorbi: „Hei het't nich dahn, Jehann möt fri!" Bet hei tauletzt ward rute bröcht. Nich beter güng dat mit den Snider; Wenn em de öbberst Richter frog, Wo wid hei mit Jehannen tog, Wat s' redten, deden un so wider, Denn antwurt't de lütt pucklich Snider: Hei wüßt, wer't dahn, Hei künn en Stück dorvon vertellen. De Brauder von den Smädgesellen Wir mal mit sinen Vader gahn.... „Hort!" rep de Richter. „Bi de Stang'! Wo sid Ji reist! wohen? wo lang'?" - Dat wir egal, antwurt't de Snider, Hei süll em irst den Smädgesellen Von Mund tau Mund genäwer stellen, Denn wull hei seggen, wer de Mürder Von de oll Fru blot wesen künn; Hei säd't em in de Ogen rin. De Richter will dorvon nicks weiten Un ward em Antwurt gewen heiten, Un von dat Anner süll hei swigen. Je ja, je ja! 't is von den ollen Jungen Kein anner Antwurt rut tau krigen: „Snut hätt die Fru nich umgebrungen." - Ok hei möt rut. - Nu trett herin Sihr bang un blaß Fru Meisterin; Tau Irden sleit sei dal de Ogen Un stamert Antwurt, wat s' ehr frogen. Sei sall den Richter Antwurt gewen, Wo dat geschein: woans, woneben Sei Jehann Snuten kennen lihrt, Un wo Jehann sik bi ehr führt? Wo schot s' tausam bi sinen Namen! Sei stamert: ehr Gesell wir gahn, Dunn wir Jehann tau wannern kamen Un hadd bi ehr in Arbeit stahn. Wo hei sik führt hadd? - „Herr, so gaud, So tru un ihrlich, echt un recht!„ Un dorbi sleit s' den Blick tau Höcht, Un mit einmal schütt all dat Blaud Wat dörch dat warme Hart ehr tüht, So gläugnig rod in ehr Gesicht, Denn vör ehr steit Jehann un süht Weimäudig ehr in't Angesicht. Sei sleit de Ogen dal un swiggt, As wir sei ein unmünnig Kind. Ehr Lewen hadd sei gewen künnt, Doch em tau helpen is s' nich in'n Stan'n; Un wat de Richter fragen deit, Ob s' dit nich weit un dat nich weit, Sei hürt un süht man blot Jehan'n, Un in Verwirrung möt sei gahn. Ach, wat sei un sin besten Frün'n För'n Tügniß för em gewen kün'n, Dat hett em keinen Vurthel dahn! - Sin Meister kümmt, Smid Wohlgemuth. De Oll süht irnst un ruhig ut Un antwurt't fast up all de Fragen, Woans sik Hanne hadd bedragen, Wat hei hadd in de Kamer sein, Wo't mit den Hamer wir geschein, Un wat hei von den Hamer wüßt. „Ja," seggt hei, „ja, sin Hamer is't." Dit Wurt föllt swor in dat Gewicht, Un't Hart, wat för em slog, dat swiggt, Un wat för em all hoffen ded, Bewt schu taurügg bi dese Red. Sin Sak steit slimm. Dunn hewt de Meister sine Stimm: „Ja, mine Herrn, sin Hamer is't, Doch hett hei'n Dags vörher vermißt, Hei hett em söcht, hei was em furt. Sein S' hir! mit Burßen un Gesellen, De warden tügen för dit Wurt." Un as de sik as Tügen stellen, Dunn is't as wenn en Freudenstrahl Wir follen in den düstern Sal, Un dörch den Sal dor güng en Freu'n: „„Hei het't nich dahn, sin Hand is rein."" - De Richter fröggt den Meister dunn: Ob Hanne mäglich dat hadd wüßt, Wo mit de Judenfru dat stunn, Un dat för rik sei gellen müßt. „Ja," seggt oll Meister Wohlgemuth, Un't „ja," dat kamm so swor herut, So mäusam ut de Bost tau Höcht: „Ja! un ik sülwst, ik heww't em seggt." - Un ein Gemurr flüggt her un hen: „„Hei hett dat wüßt - ja, denn - ja, denn! - Dat Geld treckt an - dat Geld höllt wiß - Schad, dat't so'n smucken Jungen is!""... Un wo noch eben Freuen was, Dor ward so männig Antlitz blaß; Un't was, as wenn sin besten Frün'n Man blot up sin Verdarben sün'n, As wenn de, de em helpen wullen, Em deip in't Unglück störten sullen; Denn all ehr Tügniß bröcht em Schaden, Un Hoffnung föllt nah Hoffnung af. Jehann süht schuddernd in sin Graww, As hadd hei Leiw em sülwst verraden. Sin junges Lewen bömt sik hoch Un wild in En'n: So kann't nich en'n! Un as de Judenfru ward rinne dragen, Dunn sleiht de Hoffnung wedder hoch: Sei möt mi ken'n! De kän't Ji fragen! - Ach, de oll Fru, de kennt em nich, Sei kickt so stir, Wo sei woll wir, Un sackt dunn swack up't Lager t'rügg. Hei bückt sik dal: „Ik bün't, ik bün't!" Sei grawwelt mit de welke Hand An'n Hals' herüm un söcht den Band: „„Min Isaak! min armes Kind!"" Vergews! vergews! Kein Wurt, kein Wurt! De Schatten tein nich von ehr furt, Un ümmer düstrer, ümmer höger Tein sik sin Schatten swart tausamen, Un ümmer greller, ümmer neger Süht hei den Blitz heranner kamen. Sin Hart dat bewt, sin Hart dat bedt, Kein Herrgott is, de tau em redt. Wild, wirr un hastig fleigen sin Gedanken Taurügg, den korten Weg entlanken: „Min junges Lewen! Mihr will mi nich min Herrgott gewen? Min leiwe Dirn, Min Lewen, Leiwen, All verluren!" - Dunn is't, as wenn ut wide Firn Em eine Stimm rep in de Uhren: „„Holl wiß! Holl wiß, min Sähn Jehann!"" Un't Hart sleit wedder in em lewig, De olle Maud, de rögt sik strewig; Ja, hei will hollen, wat hei kann! „Holl wiß!" röppt hei ut drange Bost, „Holl wiß! un wenn't din Lewen kost't." Un lett em Allens ok in Stich, De olle Maud kihrt doch taurügg, Künn Leiw un Fründschaft em nich redden, Verlet em Minschenmacht hinedden, Uns' Herrgott, de verlett em nich! Uns' Herrgott hett vel dusend Hän'n, Mit de hei kann en Unglück wen'n, Paßt Fründschaft nich in sinen Plan, Dücht Minschenleiw em nich wat nütt, Denn ward dat mit de Bosheit gahn, De äwer't Mal henäwer schütt. - - De olle Smädgesell ward bröcht, Den hellen Trotz up sin Gesicht, Un wat em ok de Richter fröggt, Hei lüggt! Hei lüggt! - Den halwen Ring hadd Snut em gewen Des Dags vörher, as't was geschein: Taufällig hadd hei grad em eben Ut't Judenhus rut kamen sein. Hei hadd em beden, em dat uptauhegen, Doch heimlich, up 'ne korte Tid, Dat sin Kam'raden dat nich segen: Hei wärd süs got tau eklich brüdt, Dat von de Ollsch hei em hadd namen. - Dat hadd hei dahn, doch as hei't hürt, Wat Snut för'n gruglich Stück vullführt, Dunn wir'n em Nahgedanken kamen. Hei hadd dat in de Irst nich glöwt; Doch as de ganze Stadt dat säd, Dat Snut de Mürder wesen ded, Dunn hadd dat Hart em gruglich bewt; Dat Ding hadd in de Hand em brennt, Un ahn Besinnung wir hei rönnt Un hadd den Ring an't Finster smeten. Hei wüßt, hei drög 'ne grote Schuld, Hei hadd dat glik anzeigen sullt, Un dorför hadd hei jo ok seten; Doch wull'n de Herren man bedenken, Dat Snut en Landsmann weden ded, En Fründ, de Brauder tau em säd, Denn würd'n sei em de Straf woll schenken. Un wen'nt sik tau Jehannen üm: „Jehann, Kik mi up dit, min Wurt, mal an! Gestah dat ihrlich, Jehann Snut! De Wohrheit, de kümmt doch herut; Un hest Du't ihrlich ingestahn, Denn ward ok Gnad för Recht ergahn." - Un't munkelt dörch de Minschenflaut: „„De Oll is gaud - en ihrlich Blaud! - Wull nich verraden den Kam'raden - Bröcht leiwerst sülwsten sik en Schaden."" - Un nah Jehannen wen'n sik de Gesichter, Un Jeder smitt up em den Stein, Un Haß un Afschu grullen dörch de Reih'n, Blot kolt un isig stahn de Richter. Mit einmal hewt sik still de ein Un ward den ollen Smädgesellen Vör en verdecktes Lager stellen. - En Laken föllt. - „Kennst Du de Fru?" - Hei klotzt sei an, hei prallt taurügg - En Ogenblick, en korten Nu - „Ne, ne! De Fru, de kenn ik nich!" Hei preßt de Nägel in de Hän'n, Hei gnurrscht tausamen mit de Tähnen: „Ik bün hir frömd, wo süll ik s' ken'n? Wo süll ik de woll kennen länen?" - „„Hest Du s' nich vör Din Harbarg sein, As s' vör Di lag up harten Stein? Segst Du s' nich in Din Vaderland, As s' vör Di folgt de swacke Hand?"" - Hei smitt en hast'gen Blick up ehr; De Sal, de dreit sik üm em her, De kolle Sweit flütt dal de Backen, 'Ne wille Angst, de ward em packen: „Nu Satan, Satan, stah mi bi! Kein Tügen sünd hir gegen mi!" - Noch e i n mal ritt em Satan rut Un gütt em Mark in sine Knaken, Noch e i n mal ward hei fast em maken: „Bi Gott, ik kenn s' nich!" röppt hei lud Un böhrt de Mürderhand tau Höcht Un swört tau Gott un flucht un seggt: „Un heww ik s' sein in minen Lewen, Mag Gott en Wunnerteiken gewen! Ik swör't bi Gott un Gotteswurt!" Un kickt dorbi frech üm sik rüm. Dunn röppt 'ne frömde harte Stimm: „„De wille Murd! De wille Murd! Fluch! Dreimal Fluch den willen Mürder!"" - Den Faut vörut, as müßt hei furt, Wid von sik reckt de starren Hän'n, As müßt hei Geister von sik möten, Dat Ok verglas't, dat Hor in En'n, Den bleiken Mund tausamen beten, Nich f r e ch mihr, g r u g l i ch antausein, So stunn hei as en Bild von Stein. D e Blitz hadd drapen! De ollen Gräwer stunnen apen, Un Knakenhän'n de winkten raf Em in sin eigen schurig Graww. De Stimm, de drähnt em dürch de Uhren, Un Satan hadd sin Spill verluren; De Kraft was hen, hei sackt tau Ird: „De Stimm! De Stimm! De Stimm, de wir't!" So zischt dat dörch de slaten Tähnen. „Dat is de Stimm, ik heww sei hürt!" So ward dat äw're Lippen stähnen. „Lat los! Lat los! Un mak en En'n! Ik ded't! Ik ded't! Ik will beken'n! Ik will beken'n, wat ik verbraken: 'Ne anner Daht noch heww ik dahn, Den Juden heww ik ok dod slahn!" - Ut'n Vagel hadd uns' Herrgott spraken. 26. Krischäning sitt up't Finsterbrett Un snackt mit sinen Herrn Papa. „Ja," seggt hei iwrig, „Vadding, ja! Wenn't süs All sinen Schick man hett, Denn treck wi furt, wi dynsen morgen, Un all uns' Nod un all uns' Sorgen, De heww'n en En'n. Lütt Fiken säd:....„ - Mit einmal höllt hei an un swiggt, Em is't, as wenn wer kamen ded; Hei horkt - „Ja, richtig is't" - un flüggt Herunner von dat Finsterbrett Un set't sik lising unner't Bedd. De Dör geit up, de Bäcker slickt herin, Hei halt en Slätel ut de Tasch, Hei bückt sik dal un lis' un swinn Slütt hei de Lad up, smitt wat rin, Dat blinkt un klimpert; wedder rasch Slütt hei de Lad un brummelt mang de Tähn: „Du willst abslut jo trecken - schön! - Du sallst ok trecken; blot de Weg' Will ik Di wisen. Dicht hir in de Neg', Up't Rathhus is en stilles Flag, Dor kannst Du Di denn männ'gen Dag Ganz in de Still mit Di benemen, W o r ü m Du Di nich wullst bequemen." - Hei geit; un as hei ut de Dör, Krüppt Krischan unner't Bedd hervör: „Was't dit? Was't dit? Wat hett hei dahn? Wat hett hei in de Lad rin smeten?" - De Oll hett in Gedanken seten, Doch endlich seggt hei: „„Still, Krischan! Ich muß mal erst mit Muttern reden, Was sie sich bei der Sache denkt; Doch merk Dir das: 's steht schlimm mit Jedem, Dem Satan Silber-Löffel schenkt."" - ------ De oll Burmeister sitt an sinen Disch; En grot Packet mit Akten is em frisch Von Kölln an'n Rhein hüt morgen kamen, Un mit dat grot Packet tausamen Is noch en lütt Packeting packt; Dat nimmt tauirst hei in de Hand, Un as hei dorvon lös't den Band, Un as hei dat Pappir uplackt, Dunn liggt en halwen Ring dorin. „Wat dausend," seggt hei, „kann dat sin?" - Hei nimmt dat Aktenbund, hei lest un lest, Hei treckt sin Ogenbran tausamen: „Herrgott, wat hir verbraken west, Möt wid von hir heruten kamen!" Un wider lest hei, ängstlich wider: „Un nu tau Dag' nah so vel Johr! 'Ne Murddaht hir, 'ne Mirddaht dor! Un ut uns' Stadt twei so'ne Mürder!" Hei lest dat Aktenbund tau En'n Un leggt den Kopp in sine Hän'n Un sinnt un sinnt: „Wo is dat mäglich! Un so en Mann, mit den ik däglich, Wenn ok nich girn, tau daun heww hatt, De rikste Börger in de Stadt Geit frech herüm mit so'ne Schuld?" - Dat kloppt. - „Herein!" röppt de Burmeister, Un rinne trett de Bäckermeister. De oll Herr flüggt vör Schreck in En'n, As wenn em hadd 'ne Adder staken, As hadd hei sülwsten wat verbraken; Hei deckt up't Aktenbund de Hän'n Un steckt den Ring so hastig furt, Has hadd hei sülwst begahn den Murd. „Wat will'n Sei?" röppt hei em entgegen. - „„Herr,"" seggt de Bäcker, „„dit's 'ne Sak, Ik hadd s' ut Gaudheit girn verswegen, Doch up de Letzt kümmt s' doch tau Sprak. Sein S', Herr, min Mäten will hüt trecken, Un as ik dat Geschirr nahsei, Dunn fehlen mi tau minen Schrecken Von mine sülwern Lepel twei. De Dirn, de hett sei - anners Keiner! - Nu wull 'k Sei bidden üm en Deiner, Dat de mal eins ganz in de Still In ehren Kuffert nahsein süll."" - De oll Herr hett sik fat't: „Dat sall geschein, Doch will ik sülwst de Lad nahsein, Un ok en Rathsherrn nem wi mit." - Na, dat geschüht, un as sei kamen, Dunn steit lütt Fiken un oll Smidt In grot Verlegenheit tausamen. „Wat sall dat sin? - Wat heit dit All? - Worüm sei woll nich trecken sall? Wat bringt de Bäcker dat Gericht?" - Des' Fragen stahn up ehr Gesicht; Sei kickt den Vader ängstlich an. Dunn kümmt de oll Burmeister ran: „„Min Döchting, slut Din Lad mal apen!"" - „Min Lad? Min Lad? Wat is? Wat is?" Un höllt sik an den Vader wiß Un steit, as hadd de Blitz sei drapen. - „„Wat?"" fohrt oll Vader Smidt tau Höcht, „„Wer hett tau so en Stück en Recht? Wer seggt hir wat up mine Dirn? Wer will mi hir min Kind schandir'n?"" - Nich länger kann de Bäcker hollen Den Gift, de in em gährt un kakt, Hei snauzt ingrimmig an den Ollen: „Man upgemakt! Man upgemakt! Man mit min sülwern Lepel rut!" - „„Wat Lepel?"" röppt de Oll in Wuth; Em äwerlöppt dat kolt un heit. - „„Je so! - Je so! - Ik weit Bescheid! - Dirn! rut den Slätel!"" röppt hei basch Un ritt den Slätel ut ehr Tasch: „„Hir is 'e, Herr! Nu säuken s' man!"" Un trett mit Fik an't Finster ran Un wen'nt sik af un kickt nah buten. - Vör't Finster sitt uns' Jochen Spatz, Kickt niglich dörch de Finsterruten Un röppt herin: „Krischan, tau Platz! - Nu torr den einen Flicken von den Rock En beten in de Stuw, min Kind, Un wenn sei den wohr worden sünd, Denn treck den tweiten ut dat Lock." - - De Lad is up. - Unkünnig Hän'n, De sünd dorbi un dreihn un wen'n Dat beten Armauth üm un dümm Un fligen in de Lad herüm. - De oll Burmeister kickt den Bäcker an, Wohrschugt sin Og un sin Gesicht Un süht, dat drup en Freuen liggt, Wat knapp hei unnerdrücken kann, Un dorbi kickt hei blot nah ein bestimmtes Flag. - Noch heww'n sei nicks Verdächtigs funnen, Doch dor, wohen de Bäcker kickt, bet unnen, Dor kam'n de Lepel an den Dag. „„Dor sünd s'!"" seggt Ein, un Allens swiggt. - Oll Smidt, de kickt sik hastig üm, Den blassen Dod in sin Gesicht: „Dor sünd s'!" seggt hei mit swacke Stimm, Sin Ogen fleigen hen un her, Dal up dat Bedd hen sackt hei swer: „Un Du? Un Du hest mi dat dahn? Hest dat von Dine Öllern lihrt?" - Un ach, dat Kind, dat sackt tau Ird, Dat sleit de Arm em üm de Knei, Dat win'nt sik un sin Ach un Wei: „„Ne, Vader, ne! Ik heww't nich dahn!"" Un ritt sin welke Hand heran An't kranke Hart un kickt em an: „„Ik kann vör Di un Gott bestahn!"" Un süht sin stummes, bleik Gesicht, Schriggt up un springt tau Höcht un flüggt Wild up den oll'n Burmeister los: „„Herr, herr, min Vader! Seggen S' blos Ein einzig Wurt tau minen Vadern!"" Ehr Og, dat starrt, un swack un swäcker Flütt ehr dat Blaud dörch ehre Adern, Dunn dreit s' sik üm un süht den Bäcker: „„Dei! Dei!"" Un prallt von em taurügg, „„Furt! furt von em! Man d e s e n nich!"" - De oll Burmeister trett heran Un tröst't oll Smidten wat hei kann, Un redt em an mit christlich Würd' Un böhrt dat Mäten von de Ird Un fött den Ollen sine Hand Un ward em sacht tau Höchten tein: „Hei is as ihrlich mi bekannt, Un mit Sin Kind ward sik dat reih'n." De Oll, de richt't sik von dat Bedd, Dat arme Worm von Mäten hett Den Arm em üm den Nacken slahn: „Ne," seggt hei still, „dat künn s' nich daun!" Sei ward an sinen Harten raun, Un up em föllt ehr heite Thran: „Ne," seggt hei fast, „sei het't nich dahn!" - Will deß de Vader un sin Kind In still Vertrugen wedder sünd, Hett de Herr Ratsherr in de Lad rüm wäult Un'n Hümpel Flicken rute fäult - De Herr Senater was en Snider. - „Herr," seggt hei, „sein wi doch mal wider! Sein S' hir mal desen Hümpel Flicken, Von'n Mannsrock sünd s' - ik sei dat an den Kragen - Dat Dauk is gaud in is noch wenig dragen, Un doch de Rock in dusend Stücken, As hadden Müs' intwei em gnagt, Un ganz vull Schimmel un vull Stock! Wo kümmt dat Mäten tau den Rock?" - Lütt Fik ward fragt. - Hir in ehr Kamer hadden s' legen. Woneben denn? - Je, allentwegen; Doch hadd sei s' meistetid dor unnen, Bi'n Aben hen un achter'n Aben funnen. - De oll Burmeister kickt sei an Un schüdd't de Kopp: „Min Kind, dat kann Ik nich recht glöwen. - Möst de Wohrheit seggen! - Wer süll dir hen de Flicken leggen?" - Wil deß hett de Herr Rathsherr Stück för Stück So gaud dat geit tasamen leggt, Un as hei formit is tau Schick, Wis't hei en Kragen vör un seggt: „„Herr, sein Sei blot mal desen Kragen! De Kragen is nah olle Mod', As hei vör twintig Johr würd dragen, Up Stun'ns is hei nich halw so grot."" - De oll Burmeister steit in Sinnen: En brunen Rock? - Vör twintig Johr? - De süll sik hüt irst wedder finnen? - Ne, dat's nich mäglich! Gott bewohr! - Hei kickt den Bäcker an; de steit, As wenn em vör sin stiren Ogen De swarten Schatten ruppe togen, As wenn't üm em sik rögen deit. - Unheimlich is't. - Kein Wurt, kein Lut, Bet de oll Herr trett ranne an de Lad: „Kramt Allens ut de Lad mal rut!" Un as sei dormit sünd parat, Dunn bückt de Deiner sik hendal Un halt noch wat: „„Herr, sein Sei mal Dit blanke Stück! 'T is von en Ring."" De oll Burmeister nimmt dat Ding: Herr Gott, wo 's't mäglich! - Wo kann dat geschein? Hei hett dat Stück jo eben sein, Dat liggt jo noch bi sine Akten! Wat heit dit All? Geschein hir Wunner? Hei stunn verdutzt; de Hän'n de sackten Em rathlos an den Liw herunner, Dunn schüt't em dägern dörch den Sinn: De a n n e r Hälft möt dir hir sin! - Hei höllt't den Bäcker vör: „Herr, ken'n Sei't nich?" - De Bäcker nimmt't in Ogenschin, Sin olle Fatung kihrt taurügg, Em is't jo nich vör Ogen kamen: „„Ne, Herr, dat Stück, dat is nich min, Dat hett sei woll woanners namen."" - De oll Burmeister wen'nt sik an dat Mäten: „Wo kümmt dit in Din Lad herin?" - Sei stähnt un rohrt: ehr ded't nich sin! Un hett dunn stumm in Thranen seten. Hir is kein Utkunft nich tau finnen, Hir helpt kein Fragen un kein Sinnen, Un as sei nu so rathlos stahn, Röppt Spatz von buten: „Dau, Krischan! Nu mak Din Stück! Nu 's't Tid! Nu 's't Tid!" Krischäning krüppt herut un tüht En Flicken nah den Aben hen, Un de Her Rathsherr, de dit süht, Röppt: „Herr, dit is doch wunnerbor! Sein S' blot den brunen Flicken dor! De w i heww'n fun'n, de ligg'n hir alltausamen, Ik läd sei all hir up den Disch; Nah'n Aben sünd wi gor nich kamen; Nu liggt dor wedder ein up't Frisch, En lütten Vagel spelt dormit." Un as hei sik dornah ward bücken, Ward Krischan hei gewohr, de achter'n Aben sitt Un ut dat Mus'lock treckt en nigen Flicken. „Herr," röppt hei, „Herr, hir is noch ein, Ik heww dat eben dütlich sein, De Vagel tog em ut dat Mus'lock rut." Herrgott! Wo süht de Bäcker ut! Hei möt sik an de Wand anlehnen; Em früst, hei klappert mit de Tähnen, Un doch steit em in groten Druppen De blanke Sweit in't Angesicht. Em fallen von dat Og de Schuppen, Hei süht sin Daht in frischen Licht. De oll Burmeister fött em an Un schüddelt em: "Wat heit dit, Mann? Wat heit hir vör? Wat deit Sei fehlen? Wat liggt hir unner Ehre Dehlen?" Hei kickt so schu üm sik herüm, Hei murmelt wat: em würd so slimm, Un will herute ut de Dör. „Hollt!" röppt de Oll, „rut kümmt hir Keiner!" Trett in den Weg em, röppt den Deiner: „Mal Timmerlüd un Dischers her!" - - De kamen denn ok nah en Beten. „De Delen hir mal upgereten! Hir bi dat Mus'lock fangt mal an!" Na, dat geschüht. - „„Herr,"" seggt de Ein, „„So vel as ik taxiren kann, So sünd s' all mal eins upmakt west."" - „Man wider tau! - Wat liggt dor un'n?" Un - süh! - 'ne bunte, siden West Un'n halwen brunen Rock ward fun'n. - Irnst wenn't de olle Herr sik af Un geit nah Smidten ran un gaw Em tru de Hand: „Min leiwe Smidt, Gah Hei nah Hus! Dat reih't sik All. Hüt kann Sin Dochter noch nich mit, Doch as ik hoff', folgt sei Em ball. - Un Du, min Kind, Du brukst Di nich tau grämen, Ik weit gewiß, Din Hand is rein, Ik sülwst will Di in Obacht nemen, Di sallst bi mi in Deinsten tein." Un wenn't sik von dat Mäten furt Den Bäcker tau, de bäwernd swiggt, Un seggt mit düstern Angesicht: „Un Sei verhaft ik wegen Murd!" - - 27. „Wohen? wohen?" - „„Kumm mit! kumm mit! Dit ward mal 'ne Häg', 'ne Lust ward dit! Wat sittst Du hir, wat lurst Du hir? Bi Sparlings is wedder mal Kindelbir."" - „Ne, ne! Ik gah nich in de Stadt; 'Ne trurige, knägliche Lust is dat: An'n irsten Mai, wenn Allens gräun, Mag de Kukuk in steinerne Muren tein!" - „„Du narsche Kiwitt, Du dumme Gast! Sei wahnen jo wedder in ehren Knast, In ehre Wid, dicht an den Dik, Wo Hanner drömte von sin lütt Fik."" „Na, denn man tau! - Hei Nachtigal! - Hei Draußel! - Un ji Annern all! Heran! Heran mit alle Mann! Wer danzen un wer singen kann, De sall up gräune Maien An uns're Köst sik freuen!" - Un all de lütten flinken Gäst, De trecken nah dat Sparlingsnest, Un Kindelbirsvadding steit stolz vör de Dör, Hett reine Vadermürder vör; Sin brune Snipel sitt so glatt, As hadd de Bull em lickt, Un orndlich vörnehm lett em dat, Wenn mit den Kopp hei nickt: „„Willkommen, ihr Freund, willkommen! - Indeß Wird heut mir die Einrichtung schwer! Wo nehm' ich woll all die Gevattern her? Denn ditmal sünd't wedder mal söß."" - Un Allens lacht, un Allens singt, Un Allens danzt, un Allens springt; De oll Herr sülwst, de Aderbor, Steit hüt nich up den einen Bein, Vergett sin Würd hüt ganz un gor Un stellt sik lustig in de Reih'n Un danzt henup un danzt henäwer, En Schottschen dörch den gräunen Klewer. Uns' Herrgott kickt ut't Finster rut Un lacht un seggt: „Nu kik doch mal! Hüt süht't up Irden lustig ut, De Philosophen danzen all; Un is't ok man up knickrig Bein, Is't doch plesirlich antausein." Un as sei All ut Pust un Athen, Ward Jochen eine Red' loslaten, Hei pust sik up un seggt: „Geliebten Gäste, Ihr meint, Ihr seid auf Kindelbir? Nein, dieses nicht! - Heut seid Ihr hier Auf einem Volks- und Jubelfeste. Ja, Freunde, es ist uns gelungen, Wir ha'n die Beiden durchgebrungen Durch alle Fährlichkeit und Noth! Doch Einer ist in uns'rer Mitten" - Hir höll hei an, hir würd hei rod - „Der hat am meisten für das Paar gelitten, Am meisten hat er sich geplagt -" Un Allens kickt sik üm un fragt: „„De Aderbor? de Nachtigal?"" - Un Jochen sleit de Ogen dal Un grifflacht vör sik hen bescheiden: „Ja, leiwen Frün'n, i k was't, i k was't I k drog de allerswönnste Last, Un i k verfrig denn ok de Beiden." - Uns' Herrgott lacht: „Je, du Hans Quast! Na, freu' di man in dine Wichtigkeit! De Minschen maken't noch vel slimmer: Wenn so en Narr taufällig Gaudes deit, Denn prahlt hei drist, denn glöwt hei ümmer, Dat hei dat ut sik sülwen hett, Un hadd 'k em mit de Näs upstött." - As Spatz dat Wurt nu wedder nimmt, Kümmt Wepstart an: „Sei kümmt! sei kümmt!" - Un Fiken kümmt den Weg hendal Un trett herute ut den Holt, Un up ehr föllt en Sünnenstrahl Un lücht üm ehr as luter Gold. Ehr brunes Og, dat kickt so wacht Un doch so sinnig un bedacht, Ehr weike Back is rod un frisch, As dunn, as sei spelte up gräune Wisch, Un, rank un slank de vullen Glider, Geit sei mit frohen Harten wider. Un as sei kümmt an unse Wid, Set't sei sik in den Schatten dal Un äwerdenkt vergah'ne Tid. Verwun'n is all de Angst un Qual, Vöräwergahn dat Ach un Wei. - Sei folgt de Hän'n up ehre Knei Un kickt in't schöne Land herin. - Ach, wenn doch Ein ehr seggen künn, Dat all dat, wat s' in düstern Stun'n In stillen Harten heimlich spun'n, Mal kem so herrlich an de Sünn, As dese klore Frühjohrsdag, De golden vör ehr Ogen lag! So sitt s' un sinnt vergah'ne Ding'n, Un Hoffnung spinnt den Faden wider, Un üm ehr rümmer is't en Kling'n, En Jubeln is't von Vagellider; Un ut den Holt, dor klingt 'ne Fläut, De Draußel is't, sei singt so säut: „Hir geit 'e hen, hir kümmt 'e an! Hei güng as Burs, hei kümmt as Mann, Hei höll in Leiw tru tau di ut, Nu is hei din, du leiwe Brut." Un ut den Holt kümmt stramm un strack En Mann herut mit brune Back, De kickt sik üm so klor un wiß; Un as hei't Og herümmer sleit, Dunn seggt hei: „'T is noch so as süs." Un as hei'n Beten wider geit, Dunn seggt hei irnst: „Hir is dat Flag, Hir heww ik swuren an kennen Dag. Höll ik min Wurt?" Deip in Gedanken geit hei furt. So kümmt hei an de olle Wid, Un as hei dor tau Höchten süht, Dunn süht hei sitten en Mäten dor, De Sünnenstrahl spelt in dat kruse Hor, Ehr Hän'n sünd folgt up ehre Knei, Wid kickt sei in't gräune Land herin; Dunn ward't em in'n Harten so woll un so wei: Dat is sei! dat is sei! Dat möt sei sin! „Lütt Fiken, lütt Pudel! Ik bün't, ik bün't!" Un hell tau Höchten flüggt dat Kind - En Ogenblick - un weik un warm Liggt sei in seinen starken Arm, Un weik un warm fött hei sei rund Un küßt sei up den roden Mund, Un weik un warm singt Nachtigal Dat Brutled räwer von den Dik. Uns' Herrgott kickt von baben dal: „„Kumm Hanner rup, kumm rup lütt Fik! Un is de Ird ok noch so gräun, Un schint de Sünn ok noch so klor, För so'ne Lust, för so en Freu'n Is't düster doch! Kamt in den Hewen, Ik will jug sülwst de Hochtid gewen."" - - ------ Un as Jehannsdag kamen was, Dunn würd up Irden de Hochtid hollen; Hell klüngen Vigelin un Baß, Un Klarenett is rinne follen. Vör Snuten Hus' geit't lustig her, De Gören drängen sik an de Dör; Oll Smidtsch ehr Nägen alltausamen, De springen herümmer mit Jöching Frahmen Un Schulten-Gusten. „Kikt!" röppt lütt Luten, „Kikt, Gören, kikt! hüt heww wi Stuten!" Un höllt en Stuten hoch in En'n Un höllt em wiß mit beide Hän'n. Un Hinning röppt: „„Nu kamen s' rut! Hurrah! Uns' Pudel is hüt Brut!"" - Un as de Tog tau Kirchen geit, Dunn spelen Klarenett un Fläut, Un Allens drängt sik mit herin, Un still un stiller ward dat sin. Lütt Fiken steit wedder an den Altor; De Sünnenstrahl spelt in ehr kruses Hor, Liggt golden up ehren Ihren-Kranz In schint in dat Hart mit den seligsten Glanz; Un vör ehr steit so irnst un wiß, Wat nu ehr Ein un Allens is, Un drückt de Hand ehr tru un fast: Ik drag' för Di de Lewenslast. Un de Herr Paster spreckt den Segen, Un vör em sitt oll Mutter Snutsch Un weint in ehren Blaumenstrutz, Un Smidtsch möt ok ehr Ogen drögen; Un Vader Smidt un Meister Snut, De sein so wiß un isern ut, Un Meister Snut seggt: „Vadder Smidt, Kumm mit! Ik gah in mine Smäd, Ik weit nich, wat hüt in mi sitt; Is dat den Preister sine Red, Is dat dat Glück von uns're Kinner; Kumm mit mi in de Smäd herinner!" - Un as de schöne Tru is ut, Un as de Por kümmt rut nah buten, Dunn kümmt de Köster ran: „Herr Snut, Un Sie auch, werthste Madame Snuten, Gott segne Ihnen alle Zeit! Ich hab' mir hellschen heut gefreut, Daß sie tauletzt sich doch gekriggt." Un kickt sik üm nah Schulten-Gusten: „Das merke Dir, Du Bösewicht! Worum kriggt Hanne sik un Fiken? Dorum, weil sie Ihr ümmer wußten. Bestrebe Dir darnach, sie drin zu gliken!" Un wen'nt sik argerlich von em: „Doch Du! Du kriggst meindag' kein ordnlich Fru!" - As nu de Köst in vullen Gang'n, Sitt Jochen up den Schostein baben: „„Frau,"" seggt hei, „„mich soll doch verlang'n, Ob Alle uns vergessen haben. Es riecht hier ganz famos nach Kuchen. Sie könnten uns für uns're Müh' Ein bischen zu belohnen suchen. Wir haben's wohl verdient um sie."" Doch Lott, de seggt: „„Wat hir, wat dor! Jehann un Fiken sünd en Por; Un wat wi wullen is geschein, Nu will'n w' uns recht von Harten freu'n. Nu Olling, ran! Drag Halm un Fedder! Wi bugen en niges Nest uns wedder. Hir will'n wi wahnen, un sallst mal sein, Hir ward uns Keiner dat Nest utdrei'n; In desen Hus' litt Keiner Nod, Hir fin'nt en Jeder sin däglich Brod; Un föllt de Winter hart uns sihr, Denn heww'n wi jo Krischäning hir; Hir will'n wi lewen in Fred un Rauh. Nu, Jochen! nu drag flitig tau."" - Un as de Köst tau En'n is gahn, Steit still an den Heben de vulle Man Un gütt sin Licht up Barg un Dal, Dunn singt in den Goren de Nachtigal; Sei singt von de twei Beiden, Von nümmer, nümmer Scheiden, Von Leiw un Tru un Seligkeit, Von't Glück an'n eig'nen Hird: Wat Jeder ahnt un Keiner weit, Dorvon giwwt Nachtigal Bescheid; En schönes Singen wir't! - Un as de Treckeltid is dor, Un as dat Kurn tau Fack, Dunn stellt sik uns' Fründ Aderbor Bi Snuten up dat Dack. Wat will de knickerbeinig Gast? Wat stellt hei sik dorhen? Worüm up Snuten sine Fast? Seggt mal, wat will hei denn? Hei stellt sik up den einen Bein, Kickt in den Schostein raf, Up de Ort kann hei beter sein, Ob't dor wat Niges gaw. Un as hei sein, wat dor passirt, Dunn seggt hei: „So is dit! Adjüs! Wenn't Frühjohr wedder kihrt, Denn bring' ik Jug wat mit. Paßt up! Dat sall vör Allen Großmutter Snutsch gefallen!"